{"id":15934,"date":"2016-12-16T18:00:24","date_gmt":"2016-12-16T17:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/juergenkuester.net\/?p=15934"},"modified":"2016-12-14T19:42:53","modified_gmt":"2016-12-14T18:42:53","slug":"die-kunstschublade","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juergenkuester.net\/?p=15934","title":{"rendered":"die Kunstschublade"},"content":{"rendered":"<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"16122\" data-permalink=\"https:\/\/juergenkuester.net\/?attachment_id=16122\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/juergenkuester.net\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/hipstamaticphoto-503239974-287492.jpg?fit=3024%2C3024&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3024,3024\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;1.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;322&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1481550773&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;3.99&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.25&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"hipstamaticphoto-503239974-287492\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/juergenkuester.net\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/hipstamaticphoto-503239974-287492.jpg?fit=1024%2C1024&amp;ssl=1\" class=\"  wp-image-16122 aligncenter\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/juergenkuester.net\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/hipstamaticphoto-503239974-287492.jpg?resize=482%2C482&#038;ssl=1\" alt=\"HipstamaticPhoto-503239974.287492.jpg\" width=\"482\" height=\"482\" \/><\/p>\n<p>Schubladen sind ja eigentlich gut. Sie schaffen Ordnung. Wenn man will. Bevor man etwas in eine Schublade legt, muss man allerdings entscheiden, was da hineingeh\u00f6rt. Es geht um Entscheidungen, um Kriterien, Orientierungspunkte.<\/p>\n<p>Juergen meinte heute morgen, dass er gedanklich immer wieder mal \u00fcber die Schublade &#8222;Kunst&#8220; stolpere. Er wisse nie, was da hineingeh\u00f6re. Es g\u00e4be Menschen, die das mit traumwandlerischer Sicherheit sagen k\u00f6nnten. Die h\u00e4tten offensichtlich eine Ahnung und ein \u00a0Koordinatensystem. Er nicht.<\/p>\n<p>Irgendwo habe er aber auch gelesen, dass selbst die Kunstgeschichtler und Kuratoren und Kunstkritiker im h\u00f6chsten Grade momentan verunsichert seien, weil sich genau dieser Begriff der &#8222;Kunst&#8220; aufzul\u00f6sen beginne, nichts mehr sicher sei, keiner mehr genau wisse, was eigentlich noch Kunst sei, da ja alles Kunst sein k\u00f6nne. Was f\u00fcr ein Satz: alles k\u00f6nne Kunst sein!<\/p>\n<p>Er frage sich auch, ob diese Schublade \u00fcberhaupt von Bedeutung sei. F\u00fcr ihn selbst. Ach, eigentlich frage er gar nicht mehr, denn er wisse, dass die Frage bedeutungslos sei. Irgendjemanden diene sie sicherlich, aber nicht ihm.<\/p>\n<p>Also, zum wiederholten male:<\/p>\n<p>Menschen sind unterwegs.<\/p>\n<p>Menschen halten fest, was sie bewegt, auch um zu begreifen &#8211; mit den ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln und dem, was sie gut k\u00f6nnen. Der eine fotografiert, der andere zeichnet, der Dritte schreibt, der n\u00e4chste redet, wieder einer f\u00fchrt\u00a0Tagebuch, der n\u00e4chste sammelt Zeitungsausschnitte, Fotoalben \u00a0&#8230;.<\/p>\n<p>Menschen wollen sich mitteilen, wollen teilen, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer.<\/p>\n<p>Das einzelne Leben versucht eine Form zu finden, versucht das, was geschieht, was man erlebt, in eine Form zu bringen und festzuhalten. Und es findet die Form.<\/p>\n<p>Und man ver\u00e4ndert sich, weil man sich \u00fcber diese Form der Dokumentation\u00a0selbstvergewissert. Und man ver\u00e4ndert zudem klammheimlich die kleine Welt um sich herum.<\/p>\n<p>Das sei alles.<\/p>\n<p>Und ob das jetzt Kunst sei, k\u00f6nne\u00a0ja sein. Aber f\u00fcr ihn sei diese Schublade eben ohne Bedeutung. Das Begreifen der Dinge um ihn herum sei das Wichtige. Und so vieles verstehe er dennoch nicht.<\/p>\n<p>Dann gebe es noch die, die mit dieser Art des Lebens ihren Unterhalt verdienen m\u00f6chten. Oder m\u00fcssen. Oder wollen. Und k\u00f6nnen. Da werde es schwierig, denn bei denen gehe es ohne \u00a0die Schublade &#8222;Kunst&#8220; nicht. Oder die Schublade &#8222;K\u00fcnstler&#8220;. Und es sei ja dann eine weitere Komponente im Spiel: das Geld. Und das wisse schlie\u00dflich jeder:\u00a0\u00a0mit dem Geld komme es zwangsl\u00e4ufig zu Verwerfungen.<\/p>\n<p>Ich habe zugeh\u00f6rt und bin dann gegangen.<\/p>\n<p>Buchalov<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schubladen sind ja eigentlich gut. Sie schaffen Ordnung. Wenn man will. Bevor man etwas in eine Schublade legt, muss man allerdings entscheiden, was da hineingeh\u00f6rt. Es geht um Entscheidungen, um Kriterien, Orientierungspunkte. Juergen meinte heute morgen, dass er gedanklich immer wieder mal \u00fcber die Schublade &#8222;Kunst&#8220; stolpere. Er wisse nie, was da hineingeh\u00f6re. 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