{"id":5732,"date":"2012-10-28T17:00:49","date_gmt":"2012-10-28T17:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/juergenkuester.net\/?p=5732"},"modified":"2012-10-28T18:09:39","modified_gmt":"2012-10-28T18:09:39","slug":"kunst-kostet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juergenkuester.net\/?p=5732","title":{"rendered":"Kunst kostet"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:left;\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/juergenkuester.net\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/img_5350.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"6297\" data-permalink=\"https:\/\/juergenkuester.net\/?attachment_id=6297\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/juergenkuester.net\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/img_5350.jpg?fit=576%2C768&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"576,768\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.4&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;iPhone 4S&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1351359182&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.28&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;320&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.05&quot;,&quot;latitude&quot;:&quot;51.518333333333&quot;,&quot;longitude&quot;:&quot;6.327&quot;}\" data-image-title=\"IMG_5350\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/juergenkuester.net\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/img_5350.jpg?fit=576%2C768&amp;ssl=1\" class=\"aligncenter  wp-image-6297\" title=\"IMG_5350\" alt=\"\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/juergenkuester.net\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/img_5350.jpg?resize=403%2C538\" height=\"538\" width=\"403\" \/><\/a>Ich war bei Juergen. Um 18 Uhr endete sein Projekt <strong>&#8222;Kunst kostet&#8220;<\/strong>, im Rahmen der <strong>&#8222;Offenen Ateliers in Geldern&#8220;<\/strong>, und er hat mir sogleich ein kurzes Fazit, spontan und ungefiltert, gegeben. Zwanzig Euro waren zu zahlen, um sein <a href=\"http:\/\/www.atelier-kuester.de\" target=\"_blank\">&#8222;Atelier Zelle k4&#8220;<\/a> betreten zu d\u00fcrfen und man konnte daf\u00fcr den Raum besichtigen und eine der vielen ausgelegten Arbeiten mitnehmen. Zu jeder vollen Stunde war f\u00fcr zehn Minuten der Eintritt frei &#8211; preview.<\/p>\n<p>1. Keiner habe das Entgelt gezahlt, sagte Juergen. Niemand war bereit f\u00fcr die Besichtigung inclusive Kunstwerk Geld auszugeben. Man hatte entweder kein Geld dabei, wollte einfach nicht, war nicht bereit den Wundert\u00fcteneffekt zu versuchen oder sah einfach nicht ein, f\u00fcr Kunst etwas aufwenden zu m\u00fcssen. Man wollte einen inspirierten Sonntag Nachmittag erleben &#8211; mehr halt nicht. Einige f\u00fchlten sich in der Konfrontation mit den Besuchsbedingungen auch deutlich unwohl. Diskussionen \u00fcber die Sinnhaftigkeit gab es \u00fcber die von Juergen gesetzten Bedingungen mit den Besuchern allerdings nicht. Gespr\u00e4che seien in derRegel von ihm selbst initiiert worden.<\/p>\n<p>2. Viele h\u00e4tten die Handzettel oder die Informationen an der Wand nicht bzw. nur fl\u00fcchtig gelesen. Einige seien auch schon im Treppenhaus umgekehrt, weil sie die \u00dcberschrift &#8222;Kunst kostet&#8220; auf dem Hinweisschild gelesen h\u00e4tten &#8211; ohne aber weiter zu lesen.<\/p>\n<p>3. In den zehn Minuten des freien Eintritts habe es nie Probleme gegeben. Das Angebot h\u00e4tten die Besucher gerne genutzt, man habe aber zehn Minuten Verweildauer als zu kurz empfunden. Und w\u00e4hrend des freien Eintritts, dies sagte Juergen mit Verwunderung, \u00a0habe er dann doch verkauft. In diesen zehn Minuten seien alle seine Verk\u00e4ufe erfolgt. Da habe er sein Geld eingenommen.<\/p>\n<p>4. Juergen sagte auch, er habe sich bei den Besuchen seiner Kunstfreunde und einiger guter Bekannter sehr schwer getan. Er habe es nicht \u00fcbers Herz gebracht, von diesen zwanzig Euro Entgelt zu nehmen. Bilder zu tauschen liege ihm da n\u00e4her.<\/p>\n<p>5. Die Menschen seien total verunsichert bei der Frage, was Kunst sei und was gute Kunst sei. &#8222;Wann entscheiden sie sich denn f\u00fcr ein Bild?&#8220;, habe er manchmal gefragt und man habe immer geantwortet, dass das Bild einem gefallen m\u00fcsse. Und bei Nachfrage sagten sie, dass sie nach Gef\u00fchl entscheiden w\u00fcrden, aus dem Bauch heraus.<\/p>\n<p>6. Mit ihm habe die Aktion auch etwas gemacht. Sie habe ihm gezeigt, dass das Problem des &#8222;wie verkaufe ich erfolgreich zu einem gerechten Preis&#8220; noch lange nicht gel\u00f6st sei und er sich eine Strategie \u00fcberlegen m\u00fcsse. \u00a0Der Warencharakter seiner Kunst sei ihm nun wieder einmal ganz nahe gekommen und die bisherige Praxis m\u00fcsse er ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Beim Rausgehen haben Juergen, Boris der Maler und Rudolf der Bildhauer noch heftig \u00fcber die zwei Tage und Juergens Aktion gefachsimpelt. Es fielen Stichworte wie &#8222;Schmerzgrenze, Galeristenfaktor zur Berechnung des Bildwertes, Schn\u00e4ppchenmarkt, gerechter Preis, Marktpreis, K\u00fcnstler arbeiten f\u00fcr lau, Drucksituation, Konsequenzen&#8220; und mehr. Die Aktion hatte sie scheinbar sehr sensibilisiert.<\/p>\n<p>Ich habe da erst einmal geschwiegen.<\/p>\n<p>Buchalov<\/p>\n<p>For my english friends:<\/p>\n<p>Juergen told me immediately after finishing his project <strong>&#8222;art costs&#8220;<\/strong>, as part of the &#8222;open studios in Geldern&#8220; on this weekend, what he was thinking about it all &#8211; a short conclusion, spontaneous and unfiltered given. The visitors hat twenty Euros to pay: than they could visit Juergens studio, it was allowed to go to see the area and to take one of the many designed works. At the beginning of the hour &#8211; for ten minutes &#8211; the admission was free &#8211; preview.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war bei Juergen. Um 18 Uhr endete sein Projekt &#8222;Kunst kostet&#8220;, im Rahmen der &#8222;Offenen Ateliers in Geldern&#8220;, und er hat mir sogleich ein kurzes Fazit, spontan und ungefiltert, gegeben. 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