„Trials“ nennt er die kleinen gelben Objekte. Schon vor Wochen hatte Juergen sie mir gezeigt, spontan entstanden, einfach so. Und jetzt soll ja aus ihnen etwas Vernünftiges werden, so sagte Juergen heute. Aber was? Jedenfalls müssen die grauen Stäbe und die gelben Klötze zusammenwachsen, irgendwie, meinte er.
Ich kam in den neu eingerichteten Atelierraum von Rudolf dem Bildhauer und da stand dieses Objekt an der Wand. Das habe er gefunden, sagte Rudolf. Und Juergen ergänzte, dass er nicht genau einordnen könne, ob das ein Engelsstab sei oder etwas Diabolisches habe. Darauf meinte Rudolf der Bildhauer, dass das mit den Engeln so langsam zu einer echten Marotte werde. Und schon waren sie beim Thema „ganzheitliches Sein und Energien und Geistwesen“. Tja, sie spannten den Bogen noch weiter bis hin zum heutigen Reliquienkult der katholischen Kirche.
Ich bin dann gegangen.
Buchalov
I came in the studio and there I found this object, standing on the wall. And Juergen was not shure: it could be an angel- or a devil – stick. And Rudolf the sculptor said, that their doing with angels becomes a real fad. And then they talked about „holistic being and energy and spirit.“
Es war ein verregneter Sonntag und zwei Alternativen standen an: im Schlafzimmer an meinem Aquarelltisch arbeiten oder ins Museum gehen und durch Schauen lernen.
Ich habe mich ins Auto gesetzt und bin nach Goch ins Museum gefahren, um mir die Videos von Nina Könnemann-Bann anzuschauen. Davon werde ich Juergen noch berichten, wegen der Themen, die sie aufgegriffen hat und der sparsam eingesetzten Mittel. Mit einfachen Maßnahmen war da geschickt eine Bühnensituation entstanden. Und auch die Solarisation, meine Lieblingsverfremdung bei Bildern, tauchte wieder auf.
Beim Rundgang durchs Haus, eine kleine ständige Sammlung, blieb ich dann vor einer schwebenden Skulptur hängen, die ich umrundete und die sich mir drehend näherte. Ich war so fasziniert, dass ich mir nicht den Namen des Künstlers gemerkt habe.