„als Lato sich isolierte“: Tag 8 bis 11

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Von Gewöhnung nach mehr als einer Woche kann keine Rede sein: die Quarantäne in Zeiten von Corona mit sozialer Isolation ist ein Ausnahmezustand für die Gefühle und bleibt eine Zustand der Beschneidung der Freiheit. So empfinden wir Beide das. Die Zeichnungen, die Fotos und die Notwendigkeit den Tag mit einer Überschrift zu versehen, das alles gibt Juergen allerdings im Ausnahmezustand eine Struktur.

Tag 8: es wird enger

Tag9: es zentriert sich

Tag 10: da bündelt sich was

Tag 11: maximal zwei

„als Lato sich isolierte“: Tag 4 bis 7

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Zu sagen gibt es nicht viel. Jürgen bespricht mit mir jeden Tag voller Fassungslosigkeit die Anzahl der Toten in Deutschland und weltweit, wir schauen kopfschüttelnd dem Anstieg der Infizierten zu, und wir bleiben zuhause, kochen uns etwas, sehen fern, lesen, trinken unterm Dach Kaffee, während Jürgen zeichnet, hören viel Musik, singen Karaoke, sitzen in der Sonne auf der Terrasse, halten den Kontakt über das Internet mit allen, die uns lieb sind, versuchen den Humor nicht zu verlieren und versuchen zu begreifen, zu begreifen, zu begreifen.

Tag 4: die Dinge stehen Kopf

Tag 5: die Dinge verengen sich

Tag 6: es bildet sich ein Kokon

Tag 7: der Druck wird erhöht

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„als Lato sich isolierte“: Tag 1 bis 3

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Die einen schreiben ein Tagebuch. Andere zeichnen jeden Tag ein Blatt oder mehrere – auch eine Form von Tagebuch. Das scheint Juergen jetzt auch zu machen, wahrscheinlich zeitlich begrenzt, wie er sagt. Und er fotografiert.

(Es gab einen Tag, an dem in Deutschland das gesellschaftliche und soziale Leben in einem ersten Schritt auf ein Minimum zurückgefahren wurde. Am 13-03-2020 ging auch Jürgen in die private soziale Quarantäne und richtete sich unterm Dach seinen Zeichentisch ein. Die dort entstandenen Zeichnungen und Fotos gehören zum Themenblock „als Lato sich isolierte“.)

Juergen sagte mir, dass es gar nicht so einfach sei neue Bilder für das zu finden, was da gerade geschehe. Und mit uns geschehe. Und wie es auf uns wirke. Aber er versuche es, zeichnerisch und fotografisch.

Tag 1: es beginnt

Tag 2: es wird gesungen

Tag 3: der Blick nach Innen

Es werden in den nächsten Tagen sicher noch einige Zeichnungen und Bilder folgen, denn nicht nur Handhygiene, sondern auch Psychohygiene sei angesagt. Zeichnen befreie. Zeichnen schaffe Klarheit. Zeichnen bedeute ablegen, weglegen, erledigen, verstehen. So denkt Juergen sich das jedenfalls und versucht zu verstehen, was da jetzt mit allen und mit ihm geschieht. Auf seine alten Tage sei er jetzt auch noch Teil einer Pandemie. Nicht zu glauben. Zeichnerisch könne er da vielleicht was für sich klären.

Zu Lato hat Juergen schon viele Arbeiten erstellt. Wer Zeit und Lust hat, kann ja hier mal reinschauen: >>> Lato <<<

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P.S. „Im Vertrauen“, sagte Juergen zu mir. Es seien zwei Punkte mit denen er momentan zu kämpfen habe: wie finde man neue Bilder für solch eine Kathatrophe wie diese Pandemie. Und es müsse mieses Papier sein, auf dem gearbeitet werde, es müsse stümperhaft gezeichnet werden, es müsse verschwommen fotografiert werden, und das alles, um den morbiden Charakter der Situation, dieses Gebrochene, diese fatale Dynamik rüberzubringen. Er tue sich schwer damit. Das müsse er für sich so erst einmal akzeptieren.

Projekt ohne Namen: „Der Gevatter lauert überall, selbst neben dem Abbild des …“

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Das ist der vierzigste Beitrag zum „projektohnenamen“. Das es mal so viel werden würden, damit hatte Juergen als er mit Susanne Haun dieses Vorhaben startetet nicht gerechnet. Und Susanne wahrscheinlich auch nicht. Und ein Ende – Gott sei dank – ist offenbar noch nicht in Sicht. Auf Instagram ist einiges zu sehen: >>>[…]

Susanne schrieb: „Der Gevatter lauert überall, selbst neben dem Abbild des …“

Juergen antwortete: ewigen Loches.“  (Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“, 2.Korinther 4:18)

Diesmal war es nicht einfach. Der Halbsatz von Susanne, zu dem Juergen sonst mal ganz locker am Frühstückstisch eine Antwort fand, machte Probleme, ein Komma verwirrte Juergen, und Susannes Hinweis auf die Ewigkeit und den Sensenmann blockierte auch ganz schön. Juergen will sich momentan nicht runterziehen lassen. Also hat er es sacken lassen, ein paar Tage lang. Und dann blieb nur die Sense und das Loch, in welches wir alle fallen können und wohl auch werden. Der Druckstock Inch. Druck waren eine Sachen von zwei Stunden, ein Klacks.

Und es war auch deshalb nicht einfach, weil plötzlich fünf Varianten auf dem Tisch lagen, und Juergen sich nicht für eine entscheiden konnte. Dann also fünf.

Und im Hintergrund laufen „The Three Degrees mit „when will I see you again“ – passt, finde ich!

Der Satz, den Juergen jetzt an Susanne sendet, der geht so:

#41: „Tante Lenis Damenbart war stets …“

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projektohnenamen

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„projektohnenamen“.

Susanne Haun und Jürgen kollaborieren schon seit Jahren miteinander. Auch mit und in diesem Projekt. Auf Instagram warte daher einiges an Texten und Bilder auf Euch. Soll ich sagen. So Juergen. Hier der Link: >>> projektohnenamen <<<.

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die Seelenkästen

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„Der Tag der Druckkunst“ in Viersen wurde vom Virus gefressen. Dagmar und Juergen mussten ihre Veranstaltungen absagen.

Beide sollten zudem, so der Plan,  an den zwei Orten auch einige ihrer Arbeiten zeigen. Juergen hatte sich für das Thema „Seelenkästen“ entschieden. Jetzt hat er mich gebeten Teile von dem, was er da rausgesucht hatte, und was schon vor Jahren entstanden ist, hier im Blog zu zeigen. Mache ich natürlich gerne, denn besser hier als gar nicht.

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man kann nichts aus dem Nichts schaffen

 

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Aus dem Nichts könne man nichts Schaffen. Das sei klar, bei allem, was so entstehe. Auch wenn man glaube bei Null anzufangen, sei es nie die Null. Und wer behaupte, dass das, was er da mache, total einzigartig sei, völlig neu, der liege ebenso falsch. Es gibt andere, die es auch machen oder schon getan haben.

Aber es gebe ein Band, eine Kontinuität, eigentlich ein Endlosband, das einen mit anderen Künstlern und ihren Werken auch in der Zeit verbinde. Es gebe keinen Anfang, kein Ende. Man sei Teil eines großen Stromes, der ewig fließe, auch ohne Anfang und Ende. So Juergen. Das glaube er.

Wie er auf das Thema gekommen ist, ist mir schleierhaft.

Die Festplatte Gehirn sei ohnehin voll bis obenhin mit Bildern, ästhetischen Eindrücken und einer Masse an visuellem Gedöns. Im Laufe der Zeit bleibt das nichts aus. Manche nennen das eine Prägung. Eine künstlerische. Andere versuchten eine Ordnung hineinzubringen. Er auch. Und dann merke man eben, dass man Teil eines Ganzen sei, eines Bandes. Dass man in einem Meer schwimme. Aus dem Nichts entstehe eben nichts.

Und im Hintergrund lief der Song “ forever young“ von Bob Dylan.

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