Für Myriades Impulswerkstatt: der Schatten ist der Zwilling.

Das war eine Steilvorlage. Dieses Bild von diesem Schattenmann (siehe hier: >>>> ) passte wie die Faust aufs Auge. Jürgens Serie mit solchen Motiven heißt “der Schatten ist der Zwilling”. Die hingeworfene Zeichnung in Tusche mit einer Faltung am Ende des Blattes war dann nur noch ein Klacks. Bitte schön Myriade!

(Zu Jürgens „der Schatten ist der Zwilling“ geht es hier lang: >>> der Schatten ist der Zwilling.)

Buchalov

künftig/bald/nach vorne: Faltungen und Netze

Mit diesem Netz hier fing es an:

Und so ging es weiter:

Die Idee, die dahinter stand war die, dass die Knickfalten ja Linien sein könnten und in ihrer Häufung vielleicht ein Netz ergeben. Und das zu erfassen und darzustellen: dies war die Aufgabe.

Ich habe ihn dabei beobachtet wie er das angestellt hat. Er hat aussortierte, gefaltete Papierobjekte wieder in den zweidimensionalen Zustand transferiert und die Linien mit dem Cutermesser herausgeschnitten. Der Zufall hat dann einen Teil übernommen, und Jürgen war derjenige, der das Gesamte anschließend bewertet hat. Das heisst konkret: Einiges landete an der Wand, der Rest im Mülleimer.

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künftig/bald/nach vorne: Skizzen und Faltungen

Auf dem Tisch liegt nun einiges aufgereiht. Und Jürgen umkreist das Alles immerfort und schaut und wägt ab. Seine Skizzen sind die Ausgangslage, die Faltungen das räumliche Ergebnis. Zumindest annähernd. Daran hat Jürgen die letzten Tage gearbeitet. Ich zeige mal einiges:

So, das ist das Eine. Es gibt aber ein Aber: Juergen „bastelt“ zwar weiter an den Faltungen und versucht freie Kreationen, die ihren Ausgangspunkt in den Skizzen haben. Aber so richtig groß ist sein Antrieb im Moment nicht mehr. So langsam geht ihm in diesem Beteich offenbar die Luft aus.

Er will sich aber noch mit dem Zusammenhang von Faltungen und Netzen beschäftigen. Das wird dann wohl die dritte Phase: Faltungen, die aussortiert wurden, wieder hervorholen, die Knickkanten irgendwie hervorheben, kratzen, schaben, nachzeichnen und das Ganze ins Zweidimensionale zurückführen. Na ja, mal schauen.

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ABC-Projekt: I wie Infotafel

Ohne geht es wohl nicht. Auch in Zeiten der Apps, die den Weg weisen, sind sie unentbehrlich: Infotafeln. Diese Infotafel hier vor der Dorfkulisse von Wachtendonk am Niederrhein verweist auf den Naturpark Schwalm – Nette, der an der niederländischen Grenze zum Radfahren und zur Erkundung einlädt.

Hier hat das Fotoprojekt seinen Anfang genommen: https://wortman.wordpress.com/2021/04/18/projekt-abc-h-wie-hilferuf/

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Mein Gott, jetzt ist er auf die Blumen gekommen!

„Mein Gott, jetzt ist er auf die Blumen gekommen.“ So habe ich gedacht als ich Jürgens aktuelle Bilder sah: das Ergebnis seines Herumstreifen in seinem Garten. Für den Garten ist seine Frau verantwortlich. Der Garten ist ihr ein und alles. Jürgens Interesse an gärtnerischer Arbeit ist dagegen eher begrenzt.

Aber er hat sich in einer spontanen Aktion einen Blumentopf gegriffen, mit Erde gefüllt und Blumensamen hineingegeben. Und er überläßt diese Konstruktion nun sich selbst. Das hat etwas zu bedeuten. Er will das Ganze wohl fotografisch begleiten. Ich bin auf seine Bilder gespannt.

Und jetzt kommen diese Blumen- und Kräuterbilder (Altglasfotografie), die über das Wochenende entstanden sind, noch dazu:

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künftig/bald/nach vorne – Faltungen: Ist das die zweite Phase?

So, Jürgen ist heute nach kurzer Pause wieder ins Atelier gegangen und hat gefaltet. Falsch, falsch! Erst hat er Skizzen zusammengesucht aus den Themenbereichen „OrtsMarke“, „der Schatten ist der Zwilling“ dem „Zwickel“ und „der Zeit“. Dann hat er von seiner Wand alle die Faltungen in eine Kiste gelegt, die offenbar kein Potential für Weiterentwicklung besitzen. Er sagt dann immer, dass sie nicht knospen. Und dann hat er gefaltet – einfach mal losgelegt, in Orientierung an den einzelnen Skizzen. Ich glaube, als Außenstehender kann ich das ganz gut beurteilen, dass er in die zweite Phase seines Projektes eingetreten ist. Es geht wohl um Faltungen, die thematischen Vorgaben folgen – sehr frei. Für das Thema soll und muss eine passende Faltung gefunden werden.

Und das ist bis jetzt entstanden (Zeitmaschinen, Zwickel, OrtsMarke):

Außerdem gab es noch Rückmeldungen, denn Jürgen hatte wieder drei Arbeiten aus der ersten Phase des Experimentierens verschickt und um Stellungnahme gebeten:

Eva schrieb etwas zur Definition einer Falte: was ist eine Falte? Und das Möbiusbands ist für sie keine Falte, sondern ein Sonderthema, das vielleicht mit der Unendlichkeit zu tun hat. Hier ein Link zu den Arbeiten von Eva, die sich mit Faltungen beschäftigen: Arteva Faltungen

Und Susanne schickte eine Sprachnachricht: sie beschrieb räumliche Wirkungen, sah ein eingesperrtes Gesicht – um Hilfe fragend, Kringel – aber auch die Möbiusbänder fanden keinen Zuspruch, weil zu beliebig und schon zu oft gesehen.

Von Zweien hat es keine Rückmeldung gegeben. Wir haben das besprochen, Juergen und ich. Es gibt die Möglichkeit, dass sie vergessen haben zu antworten, oder dass die zugeschickten Bilder keine positive Resonanz fanden und man Jürgen eine negative Stellungnahme ersparen möchte.

Jürgen hat sich entschlossen, das letztere als wahrscheinlichsten Fall anzunehmen und geht nun sehr selbstkritisch mit den drei Werken um. Wo sind die Schwachstellen? Was wirkt nicht? Wie stehen Absicht und Ergebnis zueinander? Wahrscheinlich wandern sie daher in den großen Karton.

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Altglasfotografie: sich vertraut machen

Jürgen denkt nach. Soll ja nicht schaden. Es geht um die Bedeutung der Fotografie in seinem Arbeiten. Bisher hat die Fotografie zugearbeitet, Skizzen geliefert, Anregungen gegeben, dokumentiert und die Bilder für den Blog, Instagram und Facebook geliefert. Sie war untergeordnet. Jetzt entwickelt sich da offenbar wieder etwas Eigenständiges, indem Jürgen die alten Objektive auf der gebraucht gekauften Systemkamera verwendet.

Offenbar werden der Inhalt und der Gehalt des Bildes wieder wichtigerer. Gut, das Technische ist ja beim Fotografieren nicht unbedeutend und einige der Fotografen fokussieren sich sehr stark darauf. Die Bilder sind Beiwerk, die Technik ist das Zentrum. Bei Jürgen ist das genau umgekehrt. Wenn da ein Thema existiert und die Fotografie ist das geeignete Mittel, um die wichtigen Anliegen in eine Form zu bringen, dann wird sie eben verwendet. Das nimmt offenbar zur Zeit an Bedeutung zu.

Sein zentrales Thema sind momentan die Faltungen. Und das ist auch ein eigenständiges Thema für das Fotografieren. Damit wurde nun ein Thema von ihm gefunden, bei dessen Umsetzung er die neue Kamera und ihre Handhabung mit den Altgläsern erlernen wird. Er werde sich vertraut machen. Sagt er.

Es geht bei diesem Kennenlernen offenbar um Folgendes: Ausloten der technischen Möglichkeiten, das Spiel von Blende und Tiefenschärfe, das Scharfstellen insgesamt, das Spiel von Schärfe und Unschärfe, das Slow – Fotografieren, die Handhabung von zwei Objektiven und Zwischenringen, das Unscharfe als gestalterisches Mittel, die Nachbearbeitung in Fotoprogrammen.

In dieser Kennenlernphase steckt er jetzt mittendrin.

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