Mail – Art | Projekt „hin und her“ | „Boule to the moon“
going to: Andre Radke Etcetera23, Lüetzner Str. 135, 04179 Leipzig
Was steckt hinter „Boule to the moon“: Es geht um die spielerische Auseinandersetzung mit zwei Themenbereichen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben: das Boulespiel und der Mond. Spielerisch bedeutet: experimentieren, Zusammenhänge versuchen, Surreales beschreiben und rhizomartig voranzuschreiten. Spaß und Spiel und Zufall und Nonsens bringen vielleicht Ergebnisse, die interessant und vorzeigbar sind.
Buchalov“ und „der Löwe“ realisieren das gemeinsame Fotoprojekt „pingpongpeng“. Beide verwenden das gleiche Fotoequipment und man führt damit das Bild des Vorgängers fort – inhaltlich oder formal oder motivisch.
Der Löwen meint zu seinem Photo: „… eine Fortsetzung wird echt schwer, war der erste Gedanke … Soll ich bei der Flasche bleiben? Oder Farbe? …Man könnte doch ein Trinkglas nehmen … wenn nicht jetzt, wird das so schnell nichts mit der Antwort … also in die Küche gegangen … ein leicht grünlich eingefärbtes Trinkglas genommen … halt, dann nehmen wir die volle Trinkflasche … Farbe Blau passt, Flasche passt auch … und man sieht sogar die Einbuchtung bei der Trinkflasche…“
Buchalov sagt zu seinem Foto: “Diesmal wird die Fortführung über die Farbe geschehen. Vorrangig über das Blau. Und über die Reduktion des Motivs. Das ist jetzt das dritte Mal in den letzten Tagen, dass mir die Farbe blau vor die Füße gefallen ist. Es gab eine Unterhaltung über das Phänomen der „blauen Stunde“ und die „blaue Blume“ der Romantik. Es gab einen Bericht über blaue Bilder auf der Biennale in Venedig. Und jetzt das Foto des Löwen mit dominanten blauen Flächen. Also muss es jetzt Blau sein. Ich machte eine Zimmer-Reise durchs Haus, bei der jeder blaue Flecken und Fetzen fotografiert wurde, der vor die Linse kam – bis am Ende ein zentrales Motiv mit einem Hauch von Blau übergeblieben ist.“
Pingpongpeng #147
Kamera: Sony NEX5 Objektiv: Heidosmat 85mm/2,8 mittels 3D-Druckadapter auf M42 adaptiert, mit Schlitzen in Sternform
Susanne Haunund Jürgen schicken sich in unregelmässigen Abständen schon seit Jahren Satzfetzen zu, die der andere literarisch und visuell ergänzen darf. Sie haben daran so ihre Freude. Auf Instagram kann man einen Teil der Ergebnisse sehen: https://www.instagram.com/projektohnenamen/.
Susanne schrieb:
#109 S: „Die Welt ist kompliziert geworden, deshalb …“
Und Jürgen setzte fort: …
#110: „…hilft die Reduktion, auch auf ein Zeichen: z.B. den Kreis.“
Natürlich ist die Welt kompliziert geworden. Aber war sie das nicht immer? Kompliziertheit und Komplexität sind ja an sich nichts Negatives, denn sie sind auch ein Zeichen für Vielfalt, und die kann ja bekanntlich bereichernd sein. Aber in der Vielfalt kann man auch versinken und untergehen, wenn man nicht weiß wie schwimmen geht. Jürgen meint, dass ihm in all den Jahren dabei immer geholfen habe, dass er Fragen gestellt habe, ganz nach dem alten Sokratischen Prinzip, Und die Antworten halfen, Kurs zu halten.
In „der Zeit“ standen zum Tode von Habermas diese drei Fragen:
Ist es wahr? Frage nach dem objektiven Sachverhalt
Ist es richtig? Frage nach der sozialen und ethischen Begruendbarkeit
Ist es wahrhaftig? Die Frage nach der Ernsthaftigkeit des Sprechenden
Das hat mich beeindruckt.
Jürgen schickt an Susanne nun folgenden Satzfetzen:
Der Grundgedanke: Skizzen aus zwei dicken Skizzenbüchern der letzten Monate wollte Jürgen mit Tusche auf großformatige weiße Blätter übertragen. Diese Tuschezeichnungen dienten als Oberflächen und Konturen für Scherenschnitte. Und was mit diesen dann weiter geschieht, wird die nächste Ausstellung zeigen.
Der Titel dieser Ansammlung von Scherenschnitten lautet: I look at the world from my window.
Die Gruppe „MachArt“ hatte Jürgen eingeladen an ihrem offenen Atelier im Alten Wasserwerk teilzunehmen. Die geheiligte Halle wartete auf die Fünf. Also trafen sich Martina Erkes, Antje Hambitzer, Thekla Eusen und Elke Schrey mit ihm vor Ort.
Buchalov“ und „der Löwe“ realisieren das gemeinsame Fotoprojekt „pingpongpeng“. Beide verwenden das gleiche Fotoequipment und man führt damit das Bild des Vorgängers fort – inhaltlich oder formal oder motivisch.
Der Löwe schrieb zu seinem Foto „pingpongpeng #144“: „… diesmal wurde nicht viel überlegt, der Löwe dachte zuerst an einen Hering… war nicht im Kühlschrank … dann sah er eine leere PET Flasche … mmmhh … ein Blick in die Flasche … das ist es … erstes Bild gemacht … dann wollte der Löwe anstatt waagrecht zu fotografieren die Flasche senkrecht stellen … Flasche nicht ganz leer … Objektiv überschwemmt … Objektiv getrocknet … dann auf den Grund der Flasche fokussiert …Das Bildmotto lautet daher: „Des Löwens Blick in den Abgrund der Flasche““
Buchalov meinte: “Es sah glitschig aus, was der Löwe da zeigte. Eiweiß? Fisch, Ei, Qualle? Diesen optischen Weg wollte ich nicht gehen. Die Plastikflasche zum zentralen, fotografischen Objekt machen, das war schon besser. Gesagt, getan: die Flasche wurde zerschnitten und in fünf längliche Streifen aufgeteilt. Als diese auf dem Tisch lag, sah sie aus wie ein abstrakter Octopus. Eine Form von Transformation dachte ich. Auch nicht schlecht. Ist das nicht gerade ein Zeichen unserer modernen, neuen Welt, dass sich die Dinge permanent und schnell verändern und transformieren? Dann leiste ich halt auch meinen Beitrag.”
pingpongpeng #145
Bilder, die es nicht geschafft haben, aber irgendwie dann doch:
Kamera: Sony NEX5 Objektiv: Heidosmat 85mm/2,8 mittels 3D-Druckadapter auf M42 adaptiert, mit Dreickesblende
Sion oder Zion: ein Hoffnungsort, der Ort der Verheißung, der heilige Ort. Vielleicht auch ein Ort der Versöhnung.
Die KI von Google schreibt: „Der Begriff „Zion“ bedeutet im Hebräischen „Zeichen“ oder „Signum“, was auf einen markierten, heiligen Ort hinweist. Er dient oft als Metapher für das himmlische oder irdische Jerusalem.“
Juergen findet jeden Gedanken, der in Richtung Zuversicht und Frieden geht, gut. Und kombiniert ihn mit Wächterfiguren.
Buchalov“ und „der Löwe“ realisieren das gemeinsame Fotoprojekt „pingpongpeng“. Beide verwenden das gleiche Fotoequipment und man führt damit das Bild des Vorgängers fort – inhaltlich oder formal oder motivisch.
Der Löwe meinte: “„… Es muss was total anderes her … seit langem geistert beim Löwen der Gedanke eines Flaschengartens (Hermetosphäre) herum.… dann war da ein leeres Gurkenglass mit Schraubdeckel … wird genommen … dann erinnerte sich der Löwe an ein Video, in dem jemand Pfützenwasser, Steine in ein Flaschengarten getan und den Vortschritt dokumentiert hat… Regeln?… Nö, ein paar Steine rein, dazu algiges abgestandenes Regenwasser, da wird ja sicher etwas drin sein … etwas Moos … Erde, Deckel drauf … und dann heißt es warten … So nun kommt der schwierige Teil, wie kann ich an Buchalovs Vorgabebilder anknüpfen … Also mit Butter ala Beuys kann ich nicht dienen … das Vogelfutter ist in einem Gefäß, erste Gemeinsamkeit … Vogelfutter dient dem Lebenserhalt … so ein Flaschengarten möchte auch eine Lebensgrundlage bieten… zweite Gemeinsamkeit … Keimlinge werden sicher auch im Flaschengarten sein … dritte Gemeinsamkeit… das Ökosystem im Flaschengarten soll sich ja auch immer wieder Erneuern … vierte Gemeinsamkeit … keine Gemeinsamkeit, ist die durchgeknallte Fortsetzungsidee vom Löwen … bei dem hat es oben etwas zu viel peng gemacht …“ Das Bildmotto lautet daher: „Der durchgeknallte Löwe und die Hermetosphäre“
Jürgen sagt zu seinem Foto: „Das mit der Hermethosphäre ist schon faszinierend. Die Wand des Gurkenglases wirkt wie ein Filter. und das, was da hinter wächst, wirkt entrückt und rätselhaft. Die Wand einer Plastikflasche ist ebenfalls ein Filter. Und ein Metalteil beim Camping unter der Plastikflasche – warum nicht. Die drei Altglasfotos dieser Dinge wurden mit einem Bildbearbeitungsprogramm im iPhone überblendet. Fertig!“
Pingpongpeng #143
Ein Bild, das es nicht geschafft hat:
Kamera: Sony NEX5 Objektiv: Astro-Kino-Color IV f1.6 50mm mittels 3D-Druckadapter auf M42 short adaptiert
“Krieg und Frieden”, so lautete der Titel der Ausstellung am Wasserturm in Geldern im Rahmen der Kreis Klever Kulturtage. Das hier sollte Jürgens Beitrag werden. Es kam nicht dazu. Jürgen war leider verhindert.
Der Gedanke geht so: Mobil sein bedeutet sich zwischen Orten zu bewegen und sich gleichzeitig mit deren Gegebenheiten zu verorten. Wer sich verortet, der ist existent.
Jürgen sucht an fremden Orten immer nach kleinen Fundstücken, die er vom Boden aufhebt und sich zeichnerisch aneignet. Wenn er sie so festhält, dann ist er verbunden. So glaubt er.
Juergen meinte, ich solle den Blog nicht verweisen lassen, auch wenn ich mit dem Wohnmobil im Süden unterwegs wäre. Also veröffentliche ich jetzt als erstes eine kleine Skizze aus Juergen’s Skizzen- und Kritzelbuch.
Drei Bilder, eher so nebenbei entstanden und von denen Jürgen nicht weiß, welcher tieferer Sinn dahintersteckt. Vielleicht ist es nur Spielerei. Vielleicht ist es aber auch mehr.