ABC-Projekt: H wie Himmel und Hundertmorgenweg

Wenn man auf die Karte Deutschlands schaut, dann sind wohl der Breisgau und der Niederrhein in Deutschland vom Klima her bevorzugte Gegenden. Dennoch: die Luftfeuchtigkeit macht uns schon zu schaffen und bisweilen braut sich richtig was zusammen.

Auch auf seinen Radtouren übers flache Land ist der Himmel immer nahe und mit ihm der Hundertmorgenweg, der über die Felder von Wachtendonk nach Kerken führt – solche Namen tragen hier am Niederrhein die Dörfer.

Buchalov

https://wortman.wordpress.com/2021/04/18/projekt-abc-h-wie-hilferuf/

künftig/bald/nach vorne – Faltungen: das Verdoppeln und die Oberflächen

„Ist der Blick einmal geschärft“, so sagte Juergen zu mir, „dann sieht man die Faltungen im Täglichen ständig. Und das gilt ja für vieles.“ So hat er in den letzten Tagen einige Fotos mit seiner Altglaskamera in seiner privaten Umgebung geschossen, ohne das er im Atelier aktiv war. Und Falten läßt sich ja überall.

Heute im Atelier dann gab es zwei Punkte, die besonders hervorstachen: Jürgen hat versucht einige der Grundformen, die er schon an den Tagen letzte Woche gefaltet hatte, zu verdoppeln. „Der Schatten ist der Zwilling“ ließ grüßen.

Und er hat sehr bewußt aus den Restepapieren die ausgewählt, die mit ihren Oberflächen dominant und präsent daherkamen. Denn er ahnt, dass dieser Zusammenhang von Oberfläche bzw. Motiv und den Faltungen etwas Zentrales ist und über die Qualität der zukünftigen Arbeiten entscheiden wird.

Es gab aber auch ein „Aber“: Jürgen schien mir nicht so recht zufrieden, denn die Ergebnisse entsprachen nicht dem gedachten Weg, sie waren eher Zufallsergebnisse. Aber was lamentiert er denn: Jürgen setzt doch immer auf den Zufall. Das habe ich ihm dann auch gesagt.

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künftig/bald/nach vorne #4: Faltungen

Es ist Zeit für einen weiteren Blick nach vorne. Die Einschränkungen der Pandemie wirkten sich offenbar positiv auf Jürgens Projekt “künftig/bald/nach vorne” aus: im geschützten Raum des Ateliers kann er die Dinge ohne großen Einfluss von außen vorantreiben, die er schon immer angehen wollte, und die für ihn eine Perspektive haben. Und die Faltungen als Thema beginnen sich ihm nun zu nähern, denn er sucht schon im Atelier nach alten Ergebnissen, fotografiert fleißig und sucht im Internet nach Anregungen.

Falten, entfalten, knicken: Faltung: was ist das? Ist dies eine für Jürgen zukünftig zu nutzende Technik? Ist das Basic so wie die Linie oder der Punkt oder die Transformation oder das Wasser? Es wird Zeit da einiges zu klären! Das Thema scheint wichtig zu sein, denn schon seit Jahren tauchen in Jürgens Werk vereinzelt Faltarbeiten auf, von denen er, so sagt er, nicht genau wisse, was das eigentlich solle. Scheinbar gebe es da eine Faszination und ein verzagtes Umsetzen von Ansätzen. Wenn ein Thema jetzt nach vorne weise, dann sei es das „der Faltung“.

Also hat er sich wieder einige Fragen gestellt, hat Handlungsanweisungen zu ihrer möglichen Beantwortung entwickelt und will in den nächsten Tagen mit diesem Thema im Atelier starten. Wer teilnehmen möchte ist dazu herzlich eingeladen. Jürgen würde sich sehr freuen.

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Projekt ohne Namen #65: … „because I’am nacked, and you will come in“

Als „Dinks song“ ihm letztens über den Weg gelaufen ist, in seinem Mix der Woche auf Spotify, da hat Juergen zuerst gedacht, dass es ein Song von Bob Dylan sei. Und jetzt schickt Susanne Haun eine Textzeile aus diesem Song, „Now my apron’s up to my chin, because…“, und Jürgen erfährt, dass dies ein Filmsong ist und bei Wikipedia liest er dann, dass der Song eine Geschichte hat, so eine richtig lange, mit unzähligen Interpreten, mit diversen Textversionen, und Jürgen hat sich hingesetzt, die Chords und Lyrics rausgesucht und das Lied gespielt. Ich fand das richtig gut und habe mit Interesse zugeschaut und zugehört. Und dabei ist ihm dann auch der zweite Teil des Satzes eingefallen: … because I‘am nacked and you will come in“

Im Ganzen klingt das jetzt so:

S: „Now my apron’s up to my chin, because…“ J: … I’am nacked und you will com in“

Das Projekt “Projektohnenamen” geht also weiter. Dabei schicken sich Susanne Haun und Juergen gegenseitig Halbsätze zu, die der andere vervollständigen soll und zusätzlich visualisiert: alles ist dabei möglich. Jürgen benutzt dazu Dekobögen, altes Restepapier und kleine Druckstöcke aus seiner Kiste für Kleines. Er zeichnet, klebt und druckt. Den Antwortsatz hat er grob im Kopf, der Restergibt sich während des Arbeitens. Das Material diktiert das so manches.

Auf Instagram kann man das Projekt verfolgen: >>> https://www.instagram.com/projektohnenamen/<<<

Jürgen schickt Susanne jetzt folgenden Halbsatz: „Sie sollten sich klarer ausdrücken …

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künftig/bald/nach vorne – Eden3: die Zeit und Zeitschleifen

Wer über Eden nachdenkt, denkt auch über die Zeit nach. Die Existenz im Paradies ist eine zeitlose. Alles wird ewig und unendlich. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind aufgehoben. Jürgen weiß natürlich, dass dies nur Gedankenspiele zu einem idealisierten Zustand sind. Aber solche Idealisierungen helfen vielleicht zu begreifen wie das Jetzt funktioniert und wie es verändert werden sollte.

Und es gibt keinen Zufall, denn gerade jetzt hat er über Facebook eine Einladung zur Teilnahme an der 22. Triennale Grenchen 2021 – Minidruckwettbewerb bekommen und die hat den Titel „Zeit ohne Zeit“. Daran wird er teilnehmen, so seine Absicht. Und damit beginnt natürlich die Arbeit. Einige Skizzen sind schon entstanden. Die Zeitschleifen vor dem Hintergrund von Rudimenten von Schrift zum Beispiel. Aber auch das hier:

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für Myriades Impulswerkstatt im Februar: der Zwilling ist der Schatten.

Da gibt es dieses Bild in der Impulswerkstatt von Myriade (>>> [ …] <<<), wo ein Junge im Breakdance einen Schatten auf den Boden wirft. Das erinnerte Jürgen an eine kleine Tuschzeichnung auf Restepapier, die er zum Thema „der Schatten ist der Zwilling“ gezeichnet hatte.

Juergen findet ja immer etwas aus seinem Fundus, das zu den Bildern von Myriades Impulswerkstatt assoziativ passt. Bisher jedenfalls. Und das ihn gedanklich weiterwandern läßt.

Auf Myriades Blog steht das literarische Schreiben im Mittelpunkt, aber das ist nicht unbedingt Jürgens Ding. Da fühlt er sich nicht so sicher. Er ist immer fasziniert, was da in den Beiträgen und Kommentaren für Wortschöpfungen herumgeistern und wie mit den Worten Gedankengebäude gebaut werden.

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Künftig/bald/nach vorne: Eden3 – ein kleiner Zwischenstopp

So, meinte Jürgen: Jetzt machen wir mal einen Punkt und legen am Wochenende einen kleinen Zwischenstopp ein. Der Gartenzaun von Eden steht nun schon mehr als eine Woche. Eden nahm also in den vergangenen Tagen Form an – auf der Wand in Jürgens Atelier jedenfalls. Und in den Bildern vom Zentrum der Utopie.

im Inneren der Utopie

Es ist wie immer: an der Wand wurde gesammelt, was so im Laufe der Zeit entstand und was das Thema produzierte . Gezeigt wird nicht alles, aber eine wichtige Auswahl. Und bei Eden3 hatte Jürgen mit der Einfriedung begonnen und auch schon mal den Geist/Gott links mit ins Spiel gebracht. Hinzugekommen sind weiterhin eine Auswahl der andern Dinge, die im Laufe der Wochen entstanden sind. Und die Wand sieht momentan so aus:

Und ab Freitag startet über das Wochenende – als kleine Abwechslung – das Zwickelbüro.

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künftig/bald/nach vorne – Eden3: der Kern

Wenn die Zeit, die Ganzheitlichkeit, die Natur und die Freiheit der Kern seines momentanen Garten Edens seien, so Jürgen, dann müsse es dafür doch auch Bilder geben. Er habe ein wenig in der griechischen Mythologie herumgestöbert, sei da auf einige Göttergestalten gestoßen, deren Portraits ihm als Visualisierung dienen sollten. Wie Jürgen schon schrieb: Chronos ist dabei die Personifizierung der Zeit. Rhea ist die Göttin der Natur, die große Erdmutter. Themis steht als Göttin für Gerechtigkeit, Sitte und Ordnung, für das Ganzheitliche. Und Artemis mit ihrem Beinamen Eleutheria ist die Göttin der Freiheit und der Jagd.

Aber er hat das Unterfangen wieder verworfen – irgendwie zündete das nicht. Übrig geblieben sind aber ein paar Skizzen, die vielleicht noch eine Fortführung finden.

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künftig/bald/nach vorne – Eden3: der vollkommene Ort?

Ist Eden der vollkommene Ort? – Eden ist ein Ort, der Ort der Orte und solche Orte sind vielleicht beschreibbar. Ich bitte Dich, solch einen zuversichtlichen Schritt zu wagen und das Paradies in einem Haiku und in einer Skizze eines Raumes zu beschreiben.“ So steht es in seinen Notizen.

Eine Sonntagsaufgabe, meinte Jürgen zu mir. Also hat er sich vor dem sonntäglichen Kochen hingesetzt – morgens sei das Arbeiten für ihn am effektivsten, ein kreativer Nachtmensch sei er nicht – und hat am Zeichentisch sitzend ein wenig versucht und probiert und gespielt.

Und das sind seine literarischen Versuche:

glatt, rund und haptisch / hell, klar, fließend und immer / und warm und sicher

sag mir nicht, dass man / im Leben nicht ein Licht braucht: / den Garten, Garten

hier ist hier und / dort ist morgen: die Zeit bleibt / dein Eden wartet

hier Turbulenzen /dort die Ruhe gepaart mit / Freiheit und Frieden

vergiß nicht, lächle / beim Träumen vom Paradies /der Vorfreude auf

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