2 | Parzelle 268 again and again | investigation | conspicuous points with marker

Parzelle 268 | Oliva, Spanien | 2022

Die „Parzelle 268“, auf der Juergen momentanen im Wohnmobil lebt, und deren Untersuchung ist sein aktuelles Projekt.

Und das ist dabei der Auftrag: Stelle Markierungsmaterial oder Objekte aus Papier als Falt- oder Papierobjekte her.
Untersuche danach „Parzelle 268“ mehrmals und markiere mit diesem Material auffallende Punkte der Parzelle und dokumentiere und sortiere sie.

Die Marker wurden schon gezeigt. Und das hier sind einige der fotografischen Ergebnisse der Untersuchung mit diesen Markierungen:

Es sind Punkte, die der Ort generiert hat und Punkte, die durch uns und unsere Anwesenheit auf ihm generiert wurden.

Buchalov | Altglasfotografie | https://www.instagram.com/juergenkuester_buchalov

1 | Parzelle 268 again and again | investigation | the marker

Wir leben momentan im Wohnmobil auf der „Parzelle 268“ am Meer in Oliva/Sp. Also ist das Wohnmobil jetzt Jürgens Atelier und der Campingplatz als Ort das Projekt der Untersuchung, Arbeitstitel: parzelle 268 again and again.

Die erste Frage der Untersuchung lautet: Was sind auffällige Punkte des Ortes „Parzelle 268?


Und das ist der Auftrag: Stelle Markierungsmaterial oder Objekte aus Papier als Falt- oder Papierobjekte her.
Untersuche danach „Parzelle 268“ mehrmals und markiere mit diesem Material auffallende Punkte der Parzelle und dokumentiere und sortiere sie.

Das sind die Marker:

Jürgen geht so vor: Es gibt Fragen, die nach Klärung verlangen und Handlungsanweisungen an sich selbst, Arbeitsaufträge, die helfen können.

Buchalov |mobile photography

the tent | paperobject | in relation to the project “parzelle T12: nice to meet you again” |

Das ist die Skizze aus dem Project „Parzelle T12: nice to meet you again“:

Und das ist daraus geworden: das neue Papierobjekt, mit verschiedene Ansichten:

Hier der Link zum Project >>> “parzelle T12”

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das Zwickelbüro | open | four days and work in progress | a short report |

Also: das Zwickelbüro hatte wieder geöffnet. Übers Wochenende, einschließlich Montag, ein langes Wochenende. Einige Gäste waren gekommen, unter Coronabedingungen natürlich – geimpft, getestet und und und.

Und das hier ist Jürgens Stichwort-Report:

Freitag: ein Zwickelmotiv suchen und finden, gestalterisch mit Streifen verbinden und als Linolschnitt anlegen, kleinformatig, großformatig, dann schneiden und drucken auf verschiedenen Hintergründen – auch gefalteten – und sich fragen, was den Zwickel ausmacht.

Samstag: die Zwickeldrucke wurden sortiert und klassifiziert, Teile wurden ausgeschnitten und auf Kleidungsstücken befestigt. Einige Zwickel eroberten sich Jürgens grauen Arbeitskittel und eine Strickweste. Eine Fotosession folgte und Instagram bzw. Facebook wurden bedient.

SONY DSC

Sonntag: Das angefertigte Fotomaterial wurde bearbeitet: sichten, löschen, verbessern. Zudem wurden Zwickelformen aus der Isolation gelöst und als verbindendes Teil angelegt. Der liebe Gott schaute zu und Jürgen entschied, dass ein Gottesurteil her musste. Also: der Zufall wurde nach einem bestimmten Verfahren eingesetzt und lieferte eine neue Zwickelform, die mit Tusche gezeichnet wurde.

Montag: Wenn das Ende naht, dann reduziert sich der Antrieb. Es gab also heute: Fertigstellung einer weiteren Zwickeltuschezeichnung, nach dem Zufallsprinzip erstellt. Und einige kleine Zwickel -Zeichnung. Und zum Schluss dann die Reduktion in Art der Konzeptkunst auf vier Zwickelgrundformen – ein wichtiger Punkt, meinte Juergen.

Und dann noch dies hier (Auswahl):

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objects part 4| project “parzelle 268 again| mobile photography | Oliva, Spain

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künftig/bald/nach vorne – Faltungen: das Verdoppeln und die Oberflächen

„Ist der Blick einmal geschärft“, so sagte Juergen zu mir, „dann sieht man die Faltungen im Täglichen ständig. Und das gilt ja für vieles.“ So hat er in den letzten Tagen einige Fotos mit seiner Altglaskamera in seiner privaten Umgebung geschossen, ohne das er im Atelier aktiv war. Und Falten läßt sich ja überall.

Heute im Atelier dann gab es zwei Punkte, die besonders hervorstachen: Jürgen hat versucht einige der Grundformen, die er schon an den Tagen letzte Woche gefaltet hatte, zu verdoppeln. „Der Schatten ist der Zwilling“ ließ grüßen.

Und er hat sehr bewußt aus den Restepapieren die ausgewählt, die mit ihren Oberflächen dominant und präsent daherkamen. Denn er ahnt, dass dieser Zusammenhang von Oberfläche bzw. Motiv und den Faltungen etwas Zentrales ist und über die Qualität der zukünftigen Arbeiten entscheiden wird.

Es gab aber auch ein „Aber“: Jürgen schien mir nicht so recht zufrieden, denn die Ergebnisse entsprachen nicht dem gedachten Weg, sie waren eher Zufallsergebnisse. Aber was lamentiert er denn: Jürgen setzt doch immer auf den Zufall. Das habe ich ihm dann auch gesagt.

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Ein Papierkörper, der eine Zeitmaschine werden will.

Am Anfang stand dieses zusammengeklebte Papierobjekt, s. unten, Titel: im Zentrum der Utopie. Das ist schon einige Zeit her.

Daraus ist jetzt größer und bunter das hier geworden, was so etwas wie eine Zeitmaschine sein könnte, etwas, das die Zeit unentwegt pumpt und drückt und filtert und schiebt.

Und das, was da jetzt so steht, kann nur ein Zwischenschritt sein, denn es sind noch einige Fragen zu klären, die sich ergeben, weil Jürgen offensichtlich unzufrieden ist. Müssen diese farbigen Elemente sein? Wie kann man den Maschinencharakter verstärken? Wo bleibt die Bewegung? Läßt sich ein Motörchen einbauen? Was kann man gegen die Instabilität tun? Sind die Beine des Teils so akzeptabel? Ist jede Seite in der Ausstrahlung gleich stark? Wie bewahrt man den Charakter des Unfertigen, des Improvisierten? Ich glaube, dass wird dauern.

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künftig/bald/nach vorne-Eden3: ein Ort

Muss das Paradies ein Garten sein? – Es ist einen Versuch wert, nicht den Garten, sondern einen anderen Ort als Ort für das Paradies darzustellen. Wähle dazu aus einer Kunstzeitschrift einen Ort aus, der Paradiespotential hat und bilde ihn plastisch ab.“ So steht es in Jürgens Fragen-Pool zu Eden.”

Damit hat Juergen gestern begonnen. An Kunstzeitschriften mangelt es in seinem zweiten Atelier zuhause wirklich nicht. Und natürlich blieb er beim Blättern in diesen an so manchem hängen, das auf Orte mit Harmoniekomplex oder Sehnsuchtpotential hinwies. Dann hat er erst einmal gezeichnet, den zeichnen klärt, und er fand einen mittelalterlichen Sakralbau, das ein Museum und einen gemalten Platz. Drei Orte, die Eden sein könnten. Drei mal Utopia – dieses Stichwort kam von „Klausbernd and the Fab Four of Cley“ und es scheint Jürgen zu inspirieren.

Und mit etwas Kleber und Papierresten entstand in diesem Zusammenhang noch ein viereckiger Turm, skizzenhaft, ein erster grober Versuch: vielleicht die Vorlage für ein Papierobjekt im großen Atelier – mal schauen.

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ein paar Kronen

Zwei Kronen, altes Material, irgendwie altbacken, hat Jürgen in seinem Atelier gefunden. Die beiden Kronen haben auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel und gehörten mal zum Thema „Blumenkönig“.

Und da er die Papierarbeiten auch immer gerne um etwas Plastisches, ebenfalls aus Papier ergänzt, ist ja genug im Atelier vorhanden, sind weitere drei Kronen entstanden. Sie gehören zu den „corona notes“.

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künftig/bald/nach vorne: Transformation, heute ist Donnerstag

Die Zeit hat den Mittwoch in einen Donnerstag transformiert. Heute ist Donnerstag.

Juergen hat sich eine Linolschnittplatte gegriffen und mit dem Schnitt begonnen. Sein Motiv ist ein Kern: der Kern eines Baumpilzes. Dabei spukte ihm zusätzlich im Kopf die Zahl Sieben umher. Der Druck erfolgt nach dem Prinzip der verlorenen Platte.

Auch ein Papierobjekt entsteht, ebenfalls in Anlehnung an den Baumpilz. Einen Plan für diesen Kern hat er nicht, da läßt er sich wirklich treiben und klebt und faltet wie es die Situation und der Zufall zulassen.

Einer seiner Handlungsaufträge zu Beginn des Projektes lautete so: „Kann natürliches Material zu geistigem werden? – Dieses Mal ermutige ich Dich, das Material des Gartens zu verwenden / es sich anzueignen / sich von ihm inspirieren zu lassen, seine Form zu ändern und es in eine Partitur umzuwandeln, die durch Sprache und Deine Stimme ausgedrückt wird.“ Und das war das Erste, was er heute angepackt hat, nämlich erste Überlegungen zu einer musikalischen Transformation in Bezug auf den versteinerten Baumpilz, grob skizziert. Das muss morgen noch werden, denn das kleine Keyboard und die Gitarre warten schon.

Die Wand, die Jürgen so wichtig ist, weil sie den Prozess festhält, den er geht, und die wunderbare Sammelstelle für alles ist, was ihn bewegt, diese Wand hat jeden Tag ein anderes Gesicht – sie transformiert sich und gestaltet sich stets anders. Der Kern dieser Transformation sind Jürgens gestalterische Vorstellungen und die Wirkung der einzelnen Werke auf die Wandfläche bezogen oder die angrenzenden Bild-Nachbarn. Überhaupt ist die Wand ein ganz zentrales Instrument für ihn: sie bündelt alles: Ergebnisse, Gedanken, Energie und Querverbindungen.

die Wand: 05-11-2020

Und als Letztes für heute: Die Begriffspaare „Transformation und Metamorphose“ bedürfen im Rahmen des Projektes immer noch einer Klärung. Ein Beitrag von Gerda Kazakou hilft da vielleicht: hier bitte klicken >>>>

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