Wie sieht so ein erster Tag aus?

Vor einem Jahr waren wir hier das letzte mal, Juergen und ich. Hier, das ist Montroig, Miroland. Wir sind im Süden angekommen.

Und wie sah unser erster Tag gestern hier aus?

Wenn das Wohnmobil steht, geht Juergen erst einmal zum Meer. Unbedingt. Man begrüßt sich. Und von der Düne kann er mit den Augen die Umgebung abtasten bzw. erkunden. In der Regel nimmt er dann danach erstmal Kontakt mit der Nachbarschaft auf. Das ist sein Ankommen. Der Rest ist eher Routine, die Routine beim Ausrichten und Einrichten des Wohnmobils. So war es gestern auch.

Es gab danach ein Herumstreunen, zu Fuß, Juergen hat mich mitgenommen. Und gefunden haben wir alte Bekannte und kleine Fundstücke. Sie liegen jetzt in der Sonne und trocknen.

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der zweite Schritt: #2 – 2019

Da steht ein Thema an: „der Zwickel“. Zusammen mit Antje. Ein ganzes verlängertes Wochenende lang. Über Karneval. Auch so eine Art von Karnevalsflucht. Sie wollen sich herantasten. Und mit dieser Skizze hat nun die konkrete Umsetzung bei Juergen begonnen.

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ausgelutscht

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„Zuerst die Mathematik“, sagte Juergen.

Acht kleine Motive, auf zwei Druckstöcken verteilt, auf 70 x 100 und auf 70 x 50, jeweils in der Auflage von fünf gedrückt. Und dann die acht Motive einzeln geschnitten, auf acht fotokopierten Papierträgern und auf acht Dekopapieren, in der Auflage von jeweils drei dann weiter gedruckt.

Ergibt in der Summe einen riesigen Stapel von Bildern. Er hat wohl nicht durchgezählt.

Und jetzt tauchen die Motive auch noch in einem kleinen selbst hergestellten „Druckskizzenbuch“ auf. Doch davon später mehr.

Er hat die acht Motive auf den ersten zwei Druckplatten, später acht, wirklich bis zum letzten „ausgelutscht“ – so nennt Juergen das dann immer.

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etwas steigt hoch

Da steigt etwas hoch, bei Juergen, ein Wort, ein Wort, das schon einmal vor Jahren im künstlerischen Beisammensein mit Peter Maschke herumgeisterte, in Juergens Geschichte von Lato (hier der Link: >>> ) vorkommt und nun bei der Beschäftigung mit Per Kirkeby wieder von unten nach oben steigt:

  • Sediment
  • Sediment
  • Sediment
  • Sediment
  • Sedime
  • Sedim
  • Sedi
  • Sed
  • S

Und dann ist da ja noch die Methode des rhizomartigen Vorgehens. Ich bin ja wirklich gespannt, wo das hinführt und ob das Wort „Sediment“ an der Oberfläche bleibt, und wächst, und ob er es zu fassen bekommt, der liebe Juergen.

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so viele Ablenkungen

Diesen Winter sei es schon verhext, so Juergen. Er versuche kontinuierlich im Atelier zu arbeiten, aber ständig komme etwas dazwischen: Privates, Familiäres, schon länger getätigte Terminanbsprachen, spontane Treffen, Besuche bei Ärzten, Krankheit, Therapietermine, Reparaturen im Haus, Einladungen zu Treffen, notwendige Autofahrten, Besuche auf den Weihnachtsmärkten und und und. Es seien einfach zu viele Ablenkungen und andere Dinge. Ständig werde sein Arbeitsprozess unterbrochen.

Die kommende Woche werde er daher zur „Atelierklausurwoche“ erklären. Vielleicht helfe das ja.

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Pläne

Juergen schrieb in sein Notizbuch und zeigte es mir dann:

Plan 1: endlich mal die kleinen schwarzen Finelinerzeichnungen zu „Lato und das Meer“ als Radierungen umsetzen.

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Plan 2: eine große OrtsMarke drucken, mindesten 1,5 x 2 Meter, vielleicht diese hier:

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Plan 3: Papierobjekte, Plastiken aus Pappe, Papierresteverarbeitung, Thema: BFT oder die OrtsMarken.

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Plan 4: Holzschnitte zum Thema „OrtsMarken“, von der Skizze zum fertigen druckgrafischen Blatt.

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Plan 5: die Orte 1 bis 50 als Zeichnungen existieren bereits. Der nächste Schritt ist das Erreichen der Zahl 100.

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Na ja, Pläne. Und wie das mit Plänen so ist: einiges kommt ans Laufen und einiges, vielleicht sogar das meiste, muss verschoben werden und löst sich manchmal in Wohlgefallen auf.

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mühsam

Vier Stunden hat es heute gedauert bis Juergen am Punkt war. Es sei mühsam gewesen, meinte er. Es gab wohl vieles zu bedenken. Und die Erinnerung war schön.

Er hat das gesamte Material seiner „Buchalovs Freunde Tour“ vom Sommer gesichtet, gewogen, bewertet, sortiert, neun Skizzen ausgewählt, und die Wand begonnen, an der er alles zum Thema deponiert- situativ und rhizomartig. Auch dort kommt er manchmal den Dingen auf die Spur.

Und beim Verlassen des Ateliers ist das noch eine Skizze entstanden: wer weiß schon warum. Armin Rohrs Kommentar zur Zeichnung als Drahtstück auf weißem Papier als Hintergrund von gestern geisterte wohl noch durch seinen Kopf.

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