pingpongpeng #2 und #3 | der Löwe und Buchalov | fotografisches Projekt Altglasfotografie |

„pingpongpeng#3“ ist folgerichtig die Fortführung von „pingpongpeng#2“. Denn so lautet die Vereinbarung in diesem Projekt zwischen Jürgen und dem Löwen: ein Vorgabenbild soll assoziativ fortgeführt werden.

Jürgen sagt zu seinem Photo “pingpongpeng#3″:

„Daumen nach oben bedeutet: alles gut. Es ist ein positives Zeichen, das der Löwe in seinem Photo „pingpongpen#2“ zeigte. Also wollte ich mit einem positiven Photo antworten.

Was mich momentan, in dieser grauen Zeit, stets positiv beeinflusst ist die Sonne. Bei diesem grauen Winterwetter und dieser bisweilen tristen pandemischen Stimmung ist jeder Sonnenstrahl für mich ein Grund, nach draußen zu gehen und die Natur wirken zu lassen. Ich besuche dann in der Nähe den Hoogen Dyck, einen Wirtschaftsweg. Natur und Licht zu erleben: das finde ich positiv. Und es tut mir gut. Es ist gut.“

Kamera: Sony NEX 5
Objektiv: Heidosmat f2.8 85mm MC, adaptiert mit einem 3D-Druck M42-Selbstbauadapter mit Schlitzblende

Für die, die unser Projekt auf Instagram verfolgen wollen, hier der Link: Instagram: pingpongpeng

(C): Jürgen / Bernhard

Buchalov

eine Zeichnung und ein Photo und ein Druck und ein Papierobjekt | the next year is looking to me | intensions |

die Natur besuchen.
Ausschau halten nach dem, was einen voranbringt und Freude bereitet.
on stage: Orte und Bühnen und Menschen besuchen.
wiederholen und spiegeln und festigen

Wir wünschen Euch das Allerbeste für 2022.

Buchalov und Jürgen

Die „Parzelle 268“ bleibt, doch die Menschen um uns herum wechseln | project “parzelle 268” again | ein letzter Beitrag | Oliva, Spain |

„Parzelle 268“ war von Jürgen und mir belegt. Wir waren seit Ende August dort und sind jetzt auf der Rückfahrt. Die Menschen auf den Parzellen um uns herum wechselten. Sie kamen und sie gingen. Sie bauten auf und sie bauten ab. Einige blieben länger. Einige blieben für sich. Andere suchten den Kontakt. Ich mag sie alle. Es gab unter anderem:

Die spanische Familie mit den zwei Kindern, die beim nachmittaeglichen Zeichnen neugierig schauten.

Die Berliner, beide über achtzig, die wieder überwintern, zum letzten Male, im März zurückfahren und mit zu plastikobjekten zerschnittenen Plastiklaschen ihre Parzelle verschönerten.

Die vierköpfige Familie mit Hund, mit ihren vielen Freunden, verteilt über andere Parzellen und mit dem Hang zum mitternächtlichen Feiern.

Die Engländer aus Calpe, deren “Good morning” nach Insel klang und die den Brexit für eine irre Angelegenheit hielten.

Der Freund von ihnen, ebenfalls Engländer, Alleinfahrer, ein wenig einsam, schien uns, der seine spanische Freundin mit Pudel nachkommen ließ. Er hatte seine Gründe.

Das junge Spanische Paar im kleinen Van und die kleine, wilde Katze, die sie angefüttert hatten.

Das spanische Paar und ihre Leidenschaft zu nächtlichen Strandbesuchen.

Das Ehepaar aus Köln, das die anderen Kölner hier bewusst mied.

Der Aussteiger aus dem Oberallgäu auf der Dünne mit seinem lieben Australien Shepard und einer von Hand angetriebenen Waschmaschine. Er wusste wie die Welt funktionierte und pflegte sein Anderssein – ein richtig netter Kerl.

Die Regensburger, die in Gretna Green vor über vierzig Jahren geheiratet haben und mit denen man sich zum Plausch im Wasser traf.

Die Darmstädter, die hier auf der Durchreise sind nach Fortuna bei Murcia, zu den Thermen, die wissen, wo es das beste deutsche Brot gibt, und die fünfzehn Jahre in Amerika gelebt haben.

Die zwei Schweizer, deren schweizerdeutsch einfach faszinierte und die so richtig kontaktfreudig waren. Von ihm lernte ich wie die Schweizerdemokratie funktioniert.

Der Stuttgarter, der sich einigelte und seinen Benz vor dem Staub mit Folien und Waschen schützte, der aber dennoch jeden und jede hier kannte.

Die zwei aus Erfurt, denen die Preise für alles extrem wichtig sind, die alle billigen Restaurants im Umfeld kennen und ihr Wissen gerne teilten.

Die zwei aus Herne, die sich so klein und unscheinbar machten.

Die zwei aus Hannover, bis kurz vor der Wende in der ehemaligen DDR lebend, die sich über den Körper, die Leistung im allgemeinen, über preußische Tugenden und über den Sport definieren.

Der Doktor aus Neuss, der ebenfalls auf der Dünne stand, Denksportaufgaben liebte, auf seine polnische Lebensgefährtin wartete und an Lumbargo litt und nicht wusste, wer seinen Hund ausführen könnte.

Die eingeschworene Kölner-Campergemeinschaft am Rande des Platzes, die zwischen zwei Bäumen ein Banner gehängt haben. Aufschrift: Domplatte.

Viva la vida!

Buchalov

Cap Arcona | wenn einen deutsche Vergangenheit einholt

Und dann stehen Jürgen und ich am Denkmal der Schiffskatastrophe der Cap Arcona zum Kriegsende in der Lübecker Bucht. Das Denkmal liegt auf der Insel Peol im Ort „Schwarzer Busch“.

Ist die deutsche Geschichte auch immer die eigene Geschichte?

Kann einen die deutsche Vergangenheit, die Vergangenheit des eigenen Vaters, der eigenen Mutter, einholen?

Ist man als Deutscher verantwortlich für das, was Deutsche im Guten und Schrecklichem tun oder getan haben?

Mit diesen Frage ist Jürgen auch schon ab und an auf seinen Reisen in Frankreich, den Niederlanden oder England konfrontiert worden – bis hin zu direkten Anfeindungen. Das, was nun am Denkmal im Schwarzen Busch auf Poel zu lesen war, ist eigentlich unfassbar. Die Zahlen und Bilder der durch Nationalsozialisten und Alliierte verursachten gewaltigen Schiffskatastrophe haben ihn sehr beschäftigt.

Hier ein ergänzender Link: >>> [ Cap Ancona ]

Buchalov

Hoogen Dyck notes | was man so sieht und wie es auf einen wirkt |

Mal mit dem Fahrrad und mal mit dem Auto bzw. zu Fuß: Jürgens Ziel ist in letzter Zeit oft der Hoogen Dyck. Der Ort ist sein Thema. Es findet ein fotografisches und zeichnerisches Abscannen statt. Mal ist die Ausbeute gering, mal gibt es mehr. Jeder Besuch bedeutet auch, das etwas geschieht oder geschehen ist. Der Ort verändert sich ja ständig und Jürgen auch und beide wirken aufeinander. Über die Philosophie von Orten müsste man auch mal was schreiben, meinte er zu mir.

Als der Igel da vor ihm lag. Und er war gar nicht tot, sondern stellte sich nur tot.

Zum einen vertieft sich das Verständnis für die Dinge, für die Menschen und die Natur – ein langsamer, aber wichtiger Vorgang. Ich fragte ihn, was denn da so los sei. Er schloß die Augen und meinte, dass es das Wetter sei, die Natur rundherum, der Boden, die Menschen, die einem begegneten, die Tiere, die Stille, das Tageslicht, der Zufall, die Zeit, die Ruhe und die Stimmung – eine ganze Menge eben. Immer geschehe etwas. Irgendetwas wirke immer.

Als er über ein großes Stück im weichen Waldboden Holz stolperte. Und als ihm die seltsamen Schleimpilze auffielen.

Wenn er zuhause die Daten sichte oder ordne oder Zeichnungen anfertigte, dann zögen die Gedanken Kreise, spiralförmig und das Wissen um den Ort wachse. So Jürgen. Der Ort sei ihm jetzt schon recht vertraut.

Als der Hund ihn freudig begrüßte. Und als er die andere Frau mit ihrem kleinen Hund traf, der nur hier am Waldrand etwas Fressen wollte und konnte, und die dann lange mit ihm auf der Bank saß.

Und zufrieden sei er auch, denn es gebe Ergebnisse. Und damit wiederum wachse der Rückgriff auf die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Er sei wirklich sehr zufrieden. Auch wenn es nur langsam vorangehe.

Als der Specht ganz nahe am Stamm anklopfte. Und als der Bussard sich vor ihm erschreckte und zügig davon flog.

Im Atelier ist er zur Zeit selten, sehr selten. Der Zeichentisch unterm Dach zuhause genügt ihm im Moment. Die Umwandlung der Photos in Zeichnungen vollzieht sich da.

Als ihn der ältere Herr auf den Rollerskates im Vorbeileiten fassungslos ansah.

Als die Rehe schauten, aus sicherer Entfernung und dann davonrannten.

Als die Motorfräse der Gemeinde den Seitenstreifen platt machte und den Weg auf der gesamten Länge begradigte.

Buchalov

I have never been in the Altes Wasserwerk before | wo ist hier die Zukunft? | +4

Vorgestern war Sonntag. Das Projekt im Alten Wasserwerk ist am Sonntag beendet worden. Ein guter Tag, denn Montags beginnt ja die Woche. Die Nachbereitung wird Jürgen wohl in den nächsten Tagen abwickeln. Alles muss gesichtet werden, geordnet werden, untersucht werden. Und dann soll es seinen Weg in ein selbstgebundenes Buch finden, eine Sammlung von Zeichnungen und Fotos, unsortiert, wild, bruchstückhaft, offen.

Sammeln, dokumentieren, zeichnen, fotografieren: das ist das eine. Eine Stichwortliste soll Jürgen bei der Klärung der Frage helfen, wie seine Beziehung zu diesem Ort nun aktuell aussieht. Die Stichworte sind: Vertrautheit, hell und dunkel, zeitlos, Spuren und Geschichten, abgenabelt, remember, hat das Gebäude eine Zukunft?, Funktionalität, genug, wohin habe ich mich verändert?, Körperlichkeit, wo sehe ich die Zukunft dieses Ortes?, überwuchern, umspannen, groß.

Er habe nun vier Tage hier den Raum belebt, in ihn hineingehört, einen Raum, der ihm bis vor zehn Jahren ungewöhnlich nahe gewesen sei. So Jürgen. Und jetzt? Wie gehe es writer? Was bringe die Zukunft? Wie sei die Beziehung? Passiere zwischen ihm und dem Ort bald mehr?

Buchalov

für Myriades Impulswerkstatt

Da gibt es dieses Bild einer Schlange. Im Blog von Myriade. Gekoppelt mit der Aufforderung sich literarisch in einer Impulswerkstatt einzubringen. Das finden Jürgen und ich gut. Hier der Link: https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2020/10/05/frau-flumsel-und-myriade-praesentieren/

Jürgen weiß aber, dass er mit seinen literarischen Fähigkeiten keinen Blumentopf gewinnen kann. Das Bild jedoch, die Schlange, das kennt er. Zeichnerisch hat er schon mal Ähnliches hingekriegt, im letzten Jahr bei „den Akkrum – notes“. Und bei „Latos Schnüren“. Dabei gilt: Die Schlange ist die Linie, die Schnüre sind die Linie und erst recht die Seile in Akkrum.

Und daher wäre das obige Bild dann diesmal sein Beitrag zur Impulswerkstatt. Mit der Bitte: liebe Literaten ehrt mir die Linie, setzt ihr ein Denkmal! Denn die Linie ist Basic, ist Ur, ist Anfang und Ende, ist der Kern!

Buchalov

Künftig/bald/nach vorne: Wasser, die letzten Skizzen

Während ich den Frühstückstisch abräume, zieht sich Jürgen mit der letzten Tasse Kaffee zurück und zeichnet so vor sich hin, assoziativ nennt er das, und das machte er die letzten Tage täglich. Das Zeichnen bringe ihn näher an die Dinge. Und die Dinge würden klarer, so sagte er.

Hejo, heja! Hejo, heja!

Zu sehen gibt es diese Skizzen:

Und damit endet der erste Teil von “künftig/bald/nach vorne”, der sich mit dem Thema Wasser beschäftigte und Jürgen dazu zwingen sollte, selbst auferlegt, nach vorne zu schauen und in kleinen Schritten die eigene Vorgehensweise, die Art zu sehen, die Art darzustellen kleinschrittig zu verändern. Und das im Blick auf etwas ganz alltägliches: das Wasser.

Buchalov

künftig/bald/nach vorne: Wasser und Photos

Wasser eingrenzen

Wenn Juergen umherschleicht, im Thema, oder unterwegs an Orten, dann fotografiert er. Oder er verwendet alte Photos, die er mit Hilfe der Colorama-App auf dem iPhone verfremdet.

Ein wichtiger Hinweis, so Juergen, dürfe heute nicht fehlen: Es geht um die Wasserbilder von Ule Rolff. Ule hat auf ihre Art Jürgens Projekt begleitet, ohne feste Absprache, sie haben sich ein wenig ausgetauscht und angenähert. Jürgen dankt sehr dafür. Die Wasserbilder von Ule kann man hier sehen: https://ulerolff.net/

Buchalov