für Myriades Impulswerkstatt

Da gibt es dieses Bild einer Schlange. Im Blog von Myriade. Gekoppelt mit der Aufforderung sich literarisch in einer Impulswerkstatt einzubringen. Das finden Jürgen und ich gut. Hier der Link: https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2020/10/05/frau-flumsel-und-myriade-praesentieren/

Jürgen weiß aber, dass er mit seinen literarischen Fähigkeiten keinen Blumentopf gewinnen kann. Das Bild jedoch, die Schlange, das kennt er. Zeichnerisch hat er schon mal Ähnliches hingekriegt, im letzten Jahr bei „den Akkrum – notes“. Und bei „Latos Schnüren“. Dabei gilt: Die Schlange ist die Linie, die Schnüre sind die Linie und erst recht die Seile in Akkrum.

Und daher wäre das obige Bild dann diesmal sein Beitrag zur Impulswerkstatt. Mit der Bitte: liebe Literaten ehrt mir die Linie, setzt ihr ein Denkmal! Denn die Linie ist Basic, ist Ur, ist Anfang und Ende, ist der Kern!

Buchalov

Künftig/bald/nach vorne: Wasser, die letzten Skizzen

Während ich den Frühstückstisch abräume, zieht sich Jürgen mit der letzten Tasse Kaffee zurück und zeichnet so vor sich hin, assoziativ nennt er das, und das machte er die letzten Tage täglich. Das Zeichnen bringe ihn näher an die Dinge. Und die Dinge würden klarer, so sagte er.

Hejo, heja! Hejo, heja!

Zu sehen gibt es diese Skizzen:

Und damit endet der erste Teil von “künftig/bald/nach vorne”, der sich mit dem Thema Wasser beschäftigte und Jürgen dazu zwingen sollte, selbst auferlegt, nach vorne zu schauen und in kleinen Schritten die eigene Vorgehensweise, die Art zu sehen, die Art darzustellen kleinschrittig zu verändern. Und das im Blick auf etwas ganz alltägliches: das Wasser.

Buchalov

künftig/bald/nach vorne: Wasser und Photos

Wasser eingrenzen

Wenn Juergen umherschleicht, im Thema, oder unterwegs an Orten, dann fotografiert er. Oder er verwendet alte Photos, die er mit Hilfe der Colorama-App auf dem iPhone verfremdet.

Ein wichtiger Hinweis, so Juergen, dürfe heute nicht fehlen: Es geht um die Wasserbilder von Ule Rolff. Ule hat auf ihre Art Jürgens Projekt begleitet, ohne feste Absprache, sie haben sich ein wenig ausgetauscht und angenähert. Jürgen dankt sehr dafür. Die Wasserbilder von Ule kann man hier sehen: https://ulerolff.net/

Buchalov

künftig/bald/nach vorne: Wasser, Wasserfundstücke

Jeden Tag sind wir auf der Insel umhergelaufen und haben uns dem Zufall überlassen, immer das Thema “Wasser” im Blick – so oder so!

im Wasser:

am Wasser

nach dem Wasser

Buchalov

künftig/bald/nach vorne: Wasser, ein paar Untersuchungen und ihre Dokumentation

Also, das hier hat sich Jürgen ausgedacht, vielleicht auch auferlegt, das könnte er erledigen:

Wasser trinken

Wasser fliessen lassen

Wasser wegwischen oder wegschnippen

Wasser vermischen mit Erde oder Sand oder Saft oder Spucke

Wasser und Spüli vermischen

Wasserdampf erzeugen

Körperwasser finden

Wasser und Licht verbinden

Und getan hat er das hier:

Wasser fließen lassen
Wasser wegschütten
Wasser und Spülmittel

Buchalov

Künftig/bald/nach vorne: Wasser, Musiktitel

Marie vom Blog “mmandarin” gab Jürgen einen Hinweis: sie sah einen Zusammenhang zwischen dem Thema “Wasser” und der Musik.

Den Gedanken hat Juergen aufgegriffen und sich spontan erinnert: Smoke on the water, bridge over troubled water, am Brunnen vor dem Tore, wenn alle Brünnlein fließen, water under the Bridge, Waterloo Sunset, Waterloo, Wassermusik von Händel, spirit on the water, the water is wide, bring me a little water …

Dann hat er bei Spotify “Wasser und water” als Suchbegriff eingegeben und wurde von einer riesigen Menge von Titeln geflutet.

Und jetzt läuft seine persönliche Spotifyliste.

Buchalov

künftig/bald/nach vorne: Wasser, ein Gedanke

Es gibt da diese Ästhetik der deutschen Seeorte: genormte Einkaufszonen, touristische Mitbringsel von der Holzmöve bis zum Leuchturmschlüsselanhänger, die martime Kleidung mit Streifenpullis oder Wetterjacken, Kreativstudios mit Aquarellen von Sonnentergängen oder Buhnen und und und. Auch das Wasser wird dort auf eine ganz bestimmte standardisierte touristische Art präsentiert.

Das alles interessiere ihn nicht, sagte Jürgen. Das sei von gestern. Er wolle eine darüber hinausgehende Sicht auf dieses Material. Der Blick aufs Wasser dürfe durchaus verändert werden. Aber es sei gar nicht so einfach da Bilder vor Ort, hier auf Wangerooge zu finden.

Buchalov

die Erinnerung geschieht auch auf dem Papier

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Die Zeit vergeht. Ja, die Zeit vergeht. Und im Strom der Zeit versinkt einiges, taucht unter, aber bisweilen kann es wieder nach oben befördert werden. So ist es geschehen. Sagt Juergen.

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Jetzt ist es schon über eine Woche her, dass er und ich an der Sieg, dem Westerwald, dem Rhein und der Lahn unterwegs waren. Der Erinnerung hat es gut getan. Uns hat es gut getan. Auch dem Blick nach vorne hat es geholfen.

Zeichnungen sind entstanden – wie immer auf der Buchalovs Tour. Die Erinnerung geschieht auch auf dem Papier, natürlich. Ein wenig von dem, was sich Juergen da so „zusammengekritzelt“ hat, habe ich schon gezeigt. Einige Skizzen hat Juergen aber auch überarbeitet. Jetzt darf ich in der Summe zeigen, was so entstanden ist. Also hier der erste Teil:

Buchalov

 

Buchalovs Tour 2020: seltsamer Mix

Die eine Seite des Westerwaldes begrenzt die Sieg. Da waren Juergen und ich letzte Woche. Die südliche Begrenzung bildet die Lahn. In Limburg stehen wir momentan. Kalt war es in der Nacht, kein Vergleich zu den milden Temperaturen des Rheingaus. Aber der Blick auf die Lahn ist schön, bei aufkommender Sonne und der Ruhe. Im Hintergrund läuft „early morning rain“ – beruhigend. So langsam aber wächst die Sehnsucht nach der Wärme des Niederrheins.

Limburg, das ist für Jürgen ein Besuch bei seiner Schwester. Limburg, das war aber gestern und heute auch ein Besuch in der Kunstsammlung der Stadt und ein Farradrundgang durch den historischen Ortskern – in Coronazeiten ein Wagnis, wegen der vielen Menschen

In der Altstadt liegt der Dom, erhöht. Das Diözesanmuseum hatte leider zu, Montag. Aber der Dom lockte Juergen an und eine Begehung war notwendig und zeigte: ein Gebäude voller Symbolik und christlicher Ikonographie.

Und dann treffen wir auf zwei Frauen, die uns ansprechen, und es stellt sich heraus: es ist ein missionarischer Heilungsdienst mehrere Frauen einer freikirchlichen Einrichtung, darf ich Sekte schreiben?, die gezielt Menschen ansprechen und für Gott in ihrem Sinne gewinnen wollen. Gesprächsaufhänger sind Themen wie das Fahrrad, das Wetter, die Körperhaltung, und und und. Belangloses eben. Juergen fragte sich im Nachhinein, was seine Signale waren, die zur Kontaktaufnahme führten. Man wird offenbar stärker beobachtet als man denkt. Die Damen dieser Freikirche waren auf Seelenfang, verunsicherten im Gespräch, redeten vom Heilen, dem körperlichen heilen, vom Heilen der Sünden, dem Heilen von körperlichen Gebrechen oder biographischen Verfehlungen. Die Bibel gilt als einzige Wahrheit. Wir sahen ein Heilsversprechen auch per Handauflegen, so im Vorbeigehen: irre das Ganze, und perfide.

Hier sind das Alte und das Geschäft und der Tourismus und Gott überall präsent. Es ist dieser seltsame Mix aus Historie, aus Geld und kleinen Geschäften, aus christlichen Zeichen und dem Segen der Kirche. Hoch oben der Dom mit seiner aufgeladenen Symbolik von der himmlischen Stadt Jerusalem. Und mittendrin der Versuch dem Leben über eine Zuwendung zu Gott Sinn zu geben. Hier ist der alte Gott. Das ist der Ort, an dem man sich schnell sündig fühlt und um Vergebung bittet. Hier geht es im Verfehlungen im Vergangenen und die Hoffnung auf Erlösung in der Zukunft. Jürgen denkt ja mehr an eine Erlösung im Hier und Jetzt. Sagte er. Aber es ist schon mehr als verwunderlich, das sich an allen Orten der vergangenen Tage die Religion, das kirchliche und ihre Symbolik wie ein roter Faden durchzieht. Wahrscheinlich ist es historisch bedingt. Oder es hat mit Jürgens Überempfindlichkeit in diesen Dingen zu tun.

Heute geht es nach jedenfalls nach Hause.

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