Buchalovs Freunde Tour 2019: Münster

Hafen in Münster

Tja, so gehts: kein WLAN verfügbar, hier auf dem Stellplatz in Münster, unserer nächsten Station. Das erschwert das Bloggen.

Wir wollen zur „Kunsthalle“ im Speicher2 am Hafen, wo sich auch die vielen Ateliers befinden, dem Picasso-Museum in der Stadt und dem LWL – Museum. Dann haben wir erfahren, dass es an zwei Tagen verteilt in der gesamten Stadt das Projekt „Flurstücke“ zu sehen gibt: Theater und Performances. Also: Mal schauen!

Und jetzt ein paar Stunden später sollen ein paar Bilder von heute genügen, einmal aus der Kunsthalle und von der Performance/Installation „Fat Facts“ aus der Stubengasse. Vier Zeichnungen sind auch noch entstanden:

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Buchalovs Freunde Tour 2019: grau!

Heute ist so ein „grau – in-grau- Tag“: eine gute Gelegenheit um mal einen Schritt langsamer zu agieren, beim posten . Ein paar von Juergens Arbeiten, entstanden heute hier in Ditzum, sollen daher genügen:

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Buchalovs Freunde Tour 2019: Hängepartie!

Das Ende der Welt, hier in Ditzum, verlangt uns einiges ab. Der Blick hinterm Deich ist weit, die Sonne knallt vom Himmel, die Hitze macht uns antriebsarm , die kommenden Gewitter laut Wetterbericht lassen keine Radtour zu: also Hängepartie! Weiterzufahren macht keinen Sinn, da durch das Brückenwochende hier oben an der Ems und überhaupt in Friesland alles total überlaufen ist – so die Mundpropaganda und Facebook. Also lese ich, Juergen zeichnet, wir reden viel über Kunst und die eigene Position. Und wir warten auf Zeichen – welche auch immer. Jürgen neigt mehr zu den Zeichen aus seinem Inneren heraus. Ich mehr zu denen von außen.

Unsere Nachbarn von links, beide aus Cochem, sind weitergefahren. Die Gespräche mit ihnen waren speziell. Es waren andere Themen wie sonst üblich: Was bewirkt eine Luftfederung am Wohnmobil? Warum habe ich als Kind immer die abgelegten Sachen meines Bruders bekommen? Warum sind wir als Kinder nie mit den Eltern verreist? Antwort: weil Vater meinte, er sei im Krieg als Soldat schon überall gewesen. Wenn ich mich bewege, habe ich dann verloren? Was war den euer erstes Auto? Na ja, solche Themen halt.

Und die Gewitter sind dann tatsächlich gekommen, mit sattem Regen und dicken Tropfen. Dazwischen in einer Regenpausen ging es schnell zur Fischbude, wir hatten Hunger, in die protestantische Kirche, wir waren neugierig, und ein paar Kilometer mit dem Rad über den Deich zur alten Bohrinsel. Das wars.

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Buchalovs Freunde Tour 2019: Ditzum – Petkum – Emden, Emden – Petkum – Ditzum

Ist es das Meer oder ist es der Fluss? Ist es die Nordsee oder ist es die Ems? Am Dollart vermischte sich das gestern.

In der „Kunsthalle Emden“, da vermischte sich beim Anschauen von vielen Nolde- Bilder auch einiges. Die „Causa Nolde“ schwebte umher. Hier Zitate aus einer Sammlung von Karten, die Auslagen: ein Kunstwerk ist unschuldig, auch Blumen haben eine Gesinnung, Kulturschock-so sind Menschen, Nolde ist Nolde ist Nolde ist Nolde, künstlerisch ein Genie – menschlich ein Schwein. Mir fällt dazu auch noch Horst Jansen ein. Buchalov nickte.

Wir sind mit der Fähre nach Petkum rüber und dann mit dem Rad nach Emden. Und wir sahen expressionistische Malerei aus der Sammlung Nannen und Ziegler. Bei Juergen hat es „Klack“ gemacht. Er werde, so glaubt er, bei einigen der nächsten Zeichnungen darauf Bezug nehmen. Und bei Kirkeby habe es nicht nur „Klack“ gemacht, sondern „Peng“, meinte Jürgen. Da seien sie wieder hochgekommen, diese zentralen Begriffe wie „Sedimente, Mäander, Schichtung, die Rhyzomformen. Er war richtig begeistert.

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Buchalovs Freunde Tour 2019: Lemmer und der Rundkurs

Nach dem Frühstück wurde gezeichnet, dann mit den Nachbsrn ein wenig über alles mögliche gefachsimpelt und dann sind wir auf den Rädern los, zuerst am Isselmeer entlang, dann ins Inland, einen Rundkurs halt.

In Sloten war es die kleine Galerie, die unser Interesse fand, Malerei, die sich motivisch ausschließlich mit der Kombination von Obst und diversen Behältern beschäftigte.

Dann war da noch die kleine Fahrradfähre, ehrenamtlich von sechs Männern und einer Dame im Wechsel betrieben. Da war das Kompliment des Skippers, dass Juergen noch gar nicht so alt aussehe wie er angebe. Da waren die alten Männer auf den Bänken um die Wasserbruecke, die heftig und hitzig in niederländisch palaverten. Und wie aus der Zeit gefallen der Brueckenwärter, der mit einem an einem Seil befestigten Holzschuh die Maud kassierte. Die Kirchen auf dem Weg waren geschlossen. Aber zwei Friedhöfe haben wir dennoch besucht und umrundet.

Und wohin man schaut: Boote, Boote, nichts als Boote. Boote wie Sand am Meer. Und Fahrräder. Auch solche, die der Schlag getroffen hat.

Warum es hier keine Fundstücke gibt, und ohne die funktioniert das Projekt „OrtsMarken“ Ja bekanntlich nicht, ist für Jürgen klar: hier sieht alles so proper aus, hier ist alles topsauber – wo sollen da Fundstuecke herkommen?

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Buchalovs Freunde Tour 2019: kunstfreie Zone?

Warten sei das Eine: Warten auf visuelle Inspirationen, oder auf das zufällige Fundstück oder auf Menschen, die bedeutsam sein könnten oder auf plötzliche Eingebungen mit Kurzzeitwirkung oder auf das Kaffeewasser, weil ohne Kaffee kaum was geht oder warten auf schicksalhafte Hinweise, welcher Art auch immer.

Herumstrolchen sei das Andere: um das Wohnmobil herum auf der Suche nach Fundstücken, die OrtsMarken werden könnten oder herumstrolchen um neue Orte zu sehen oder um eine Galerie zu finden oder um sich Infomaterial zu besorgen oder Herumstrolchen, weil man einfach keinen Plan hat, was man machen könnte.

So sieht das aus auf dieser Tour.

Und so sieht das auch hier in Lemmer aus. Dort stehen wir nämlich seit gestern . Alle künstlerischen Recherchen haben bisher allerdings nicht viel ergeben. Alles Suchen nach Kunst war vergeblich. Vor die Füße ist Jürgen auch nichts gefallen. Lemmer, so scheint es, ist kunstfrei. Was aber nun mal nicht sein kann, denn Kunst ist ja immer und überall.

Lemmer liegt auf der östlichen Seite des Isselmmeers. Wir sind ueber den 30km langen Abschlussdeich gefahren. Ans Anhalten war nicht zu denken: es hat gestürmt, aufs heftigste geregnet, und wir sind mit maximal 80km/h über den Deich geschlichen. Die Natur hatte uns, wir nicht die Natur. So ist das ja oft: wir reden uns nur etwas anderes ein. Aber jetzt scheint die Sonne und das Treiben hier am Kanal zu beobachten macht alle vorher gewesenen Widrigkeiten vergessen.

Ursula und Klaus stehen mit uns gemeinsam auf dem Stellplatz im Jachthafen. Sie sind Freunde, aus Kleve, die wir aus Spanien kennen. Klingt eigentümlich, ist aber so. Juergen wollte sie unbedingt hier treffen, denn er wußte, das sie hier ein Wochenende verbringen.

Ursula und Buchalov

Und was war sonst noch: In der Touristikzentrale gab es keine Infos zur modernen Kunst in Lemmer. Wir haben aber mal wieder eine Wand gesehen. Trommelnde Frauen kreuzten unseren Weg. Und Juergen hat sich in der Stadt den Bart und die Haare schneiden lassen, denn man müsse schon auf sich achten, meinte er. Und dann gab es noch den ernährungstechnischen Rückfall in alte Zeiten.

Buchalov

Buchalovs Freunde Tour 2019: der dritte Tag ist der mit dem Wetter!

Es regnete. Nicht immer und ständig. Aber ab und an: schwere und dichte Tropfen, mit Wucht. So auch heute Morgen. Und dann richten wir uns im Wohnmobil ein, lesen und Jürgen zeichnet. Und wir warten auf ein Zeichen. Alles kann ein Zeichen sein. Es kommt darauf an wie wir es interpretieren.

Es ist ja so: Über das Wetter lässt sich immer reden. Wenn nichts mehr geht, das Reden über Wetter geht ja immer, Ein Allzweckthema. Na ja! Und irgendein ein Wetter wird ja immer erlebt, es ist immer da und es passt uns oder es passt uns nicht. Momentan passt es nicht. Wir könnten drüber reden.

Am Frühstückstisch hat Jürgen noch ein paar Skizzen erstellt, im Querformat, weil daraus ein Heftchen mit Zeichnungen und Collagen werden soll.

Die Fotogramme im „Hotel Maria Kapel“ sind ihm hängen geblieben. Ebenso dieses so unscheinbare Fundstueck im Jachthafen von Hoorn.

Die Nachfrage gestern im Touristiczentrum nach den Ausstellungsorten von moderner Kunst in Hoorn brachte nun wirklich kein Ergebnis. Das ist aber eigentlich klar: denn Hoorn ist ein Museumsstadt, wunderschön hergerichtet und restauriert, mit Liebe wird man in vergangene Zeiten zurückversetzt. Alles dreht sich um die Blütezeit der Stadt im 17. Jahrhundert, dem Goldenen Zeitalter, als die „Dutch East India Company“ von hier aus ihren Handel betrieb und die Menschen und die Stadt reich machte. Das sieht man noch immer. Da muss moderne Kunst erst einmal einen Platz finden.

Buchalov