Dies und das zu “dem Schatten und dem Zwilling”

„Dies und das“ bedeutet, dass ich Juergen dabei beobachtet habe, wie er bei seinem momentan täglichen Zeichnen und Skizzieren dem Stift freien Lauf läßt. Es geht aber offensichtlich immer um sein Thema „der Schatten ist der Zwilling“. Wobei: Verdoppelungsmotive finden sich ja überall. Und Gelb in Kombination mit Schwarz und Grau geht ja auch immer und tut keinem weh. Vielleicht sind das alles auch nur Fingerübungen.

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OrtsMarken – neue Skizzen

Juergen und ich sind wieder unterwegs, schon seit einigen Tagen, mit dem Wohnmobil. Dann ist das Posten im Blog von unterwegs nicht ganz so einfach, aus technischen Gründen. Eine Blogpause möchte ich aber auch nicht machen.

Aber da Juergen unterwegs zeichnet, nicht so kontinuierlich, aber immerhin, zeige ich jetzt einige der OrtsMarken, die in den letzten Tagen den Weg ins Skizzenbuch fanden. Diese Zeichnungen entstehen eigentlich immer auf der Basis von Fundstücken, die er an den Orten, wo er steht, aufnimmt und verarbeitet.

Warum, wieso, weshalb und dann in dieser Form , das ist sicherlich einen gesonderten Beitrag wert. Die Beschäftigung mit einer Theorie des Ortes könnte das sein.

Einen Versuch hat er schon mal unternommen. Hier der Link: https://juergenkuester.net/2019/08/26/ort-platz-stelle-ein-paar-gedanken/

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Satzbilder/Zinbeelden 3

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„Zinbeelden“ bedeutet das übersetzt „Satzbilder“? Oder besser „Redensart“? Oder @Wortbilder?“ Sein Niederländisch sei nicht so gut, dass er dies entscheiden könne, meinte Juergen zu mir. Sein Mittun im Projekt, das man hier auf der Kunstseite in Millingen einsehen kann >>> http://kunstinmillingen.nl/zinbeelden/<<<  schmälert das nicht. Auch nicht die große Anzahl an Künstlern, die mittlerweile daran beteiligt sind. Ja, man gehe da schon ein wenig unter, aber das Verfahren und die Ergebnisse seien gut. Es bereite ihm richtig Freude da mitzuwirken.

„Daarom ziet ze de slang, die zijn eigen weg gaat, in de richtung van de wetering, flonkerend.“ Den Satz hat er letzte Woche nach einem Würfel – und Nummernverfahren bekommen. Die Übersetzung: „Deshalb sieht sie die Schlange, die ihren eigenen Weg geht, in der Richtung des Wassers/ der Entwässerung, funkelnd.“

Schlangen sind nicht Jürgens Ding. Er sagte mir, dass er Angst vor diesen Tieren habe. Insbesondere die Würgeschlangen möge er gar nicht. Im Atelier lag noch eine Skizze von einem Baumwürger, vor längerer Zeit gezeichnet. Der wurde nun zum Motiv für seinen Linolschnitt.

Und so sehen die einzelnen Ergebnisse aus:

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Bilder

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Narratives, Symbole, Symbole überhaupt, oder Bilder für das, was geschieht, oder Einzelmotive, die weiter tragen: das wollen wir momentan in dieser schwierigen Zeit. Meinte Juergen. Warum, das wäre noch zu klären.

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Juergen erinnerte sich und meinte:

Da stehe der alte Papst alleine auf dem Petersplatz vor leeren Rängen im strömenden Regen und spreche den weltweiten Segen. Was für ein Bild.

Da liegen die am Beatmungsgerät hängenden Menschen auf dem Bauch in ihren Betten, eng an eng, das Gesicht in die Laken gedrückt: was für ein Bild.

Da zieht eine wilde Ziegenherde durch ein menschenleeres Dorf in Wales.

Da schaut dich jemand an, den Mundschutz bis unter die Augen gezogen, das Gesicht ist zur Stofffläche geworden, nichts persönliches ist mehr erkennbar. 

Da werden Tote auf einem Gabelstapler in Gefriercontainer verfrachtet. Was für ein Bild.

Jürgen weiß um die Macht der Bilder, um ihre beabsichtigten oder unbeabsichtigten Wirkungen. Und er habe nur die Motive vom „Titanen Atlas“, diesen seltsamen Behältern, den Königs-Kronen und ein paar Booten.

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Hintergrund

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Es ist ein Kreuz mit den Hintergründen. Mal ergeben sie sich für Juergen bei seinen Bildern fast automatisch, weil sie sich aus der Komplexitatät des Motiv wie von selbst erzeugen, mal konstruiert er sich da was zusammen, was ihn nicht ganz glücklich macht. Zur Theorie des Hintergrundes hat er noch nichts gelesen.

Was ihm denn wichtig sei, habe ich ihn gefragt? Lebendigkeit und Tiefe, das sei es, in der Regel. Klar, es gebe auch Motive, die ohne Hintergrund auskommen sollten. Aber ansonsten: Das Energetische des Hintergrundes soll auf das Motiv belebend wirken. Manchmal sogar beleben. Erzeugung von Tiefe. Das zentrale Motiv halten, fixieren.

Er weiß, dass die Hintergründe, sogar die Beschaffenheit des Papiers, ein gestalterisches Mittel sind. Und weil er es weiss, möchte er es bewusst einsetzen und versucht Klarheit zu bekommen.

Und während ich schreibe ruft er mir zu: „Hintergründe sind das Gegenteil von Leere“. Und dann: „Ohne Vordergrund kein Hintergrund und umgekehrt.“ Und schließlich: „Ein Hintergrund kann alles sein.“

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