aus dem geschlossenen Zwickelbüro

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Auch wenn das Zwickelbüro schon seit einer Woche geschlossen hat: es entsteht bei Juergen immer noch etwas. Die Tage vom Anfang November wirken offenbar nach. Momentan spielt er fotografisch und collagetechnisch noch so ein wenig herum.

Und während er so fotografiere sei ihm zur Funktion des Zwickels klar geworden, das dieser ja nicht nur schütze, sondern auch verdecke oder verstecke. Das lasse ja mal wieder einiges zu.

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OrtsMarken

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Die OrtsMarken sind momentan sein zentrales Thema, keine Frage. Und hier in Montroig findet sich immer etwas, das er vom Boden aufheben kann, das einen zeichnerischen Reiz hat und das später im Atelier durchgearbeitet werden wird.

Obwohl es schwieriger geworden ist, Passende zu finden. Juergen nimmt ja nicht jedes Fundstück in sein Repertoire auf, sondern es muss schon bewußten und unbewußten Kriterien genügen. Doch dazu später mehr. Viele Teile hat er noch nicht gefunden, obwohl er täglich ans Meer geht oder über irgendwelche Geländeteile streicht. Man müsse halt die Ruhe bewahren, meinte er zu mir.

Als er die Zeichnungen fotografiert hat, fand er es sehr anregend, dass die Reflexionen eines Plastikglases, das zufällig auf dem Tisch stand, mit aufs Bild kamen.

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Wo kommen Sie denn nun her?

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Jürgen saß mir gegenüber und versuchte sich zu erinnern. Wie war das denn nun mit den Netzen und Gittern? Wieso tauchen die in seinem OrtsMarken-Zyklus nun plötzlich auf?

Die Antwort ist einfach. Auf der Suche nach „OrtsMarken“ in Montroig hatte sein Freund Mig mitbekommen, wie Juergen mit gesenktem Kopf übers Gelände schlich und Fundstücke suchte. Und er hatte ihm das gebracht, was ihm vor die Füße gefallen war: ein kleines Plastiknetz und einen Plastikknopf. Und die fanden Eingang in einige Skizzen von „OrtsMarken“. Das Netz sei also auch eine OrtsMarke.

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Und nun begänne dieses Motiv ein Eigenleben zu entwickeln. Das ist eine schöne Erklärung, fand ich.

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Papiersteine

Auch Steine sind OrtMarken. Selbstverständlich. Und Papiersteine erst recht. Sie entstehen momentan in Juergens Atelier – work in progress halt. Und er habe verdammt viel „rumgefummelt“, auch wenn man es nicht sehe, sagte er mir. Das Material: Papierreste, Kleber, Binder, Ponal und etwas Acrylfarbe. Jetzt liegen sie auf dem Boden, oder hängen an der Wand, aber fertig, das spüre er, seien sie noch nicht.

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Zwischenschritte

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Juergen bat mich heute, drei Bilder von den Zwischenschritten seiner aktuellen Arbeit zu zeigen. Das sei manchmal ja auch ganz interessant. Tue ich von daher gerne.

Morgen, so meinte er, mache er weiter mit seinen „Horchgeräten“ und dem Druck der Holzschnitte.

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stellvertretend

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Juergen meinte, dass dieses Bild für ganz schön viele Dinge stellvertretend stehe:

für eine Ortsmarke

für eine Zeichnung mit seinem neuen Tuschefüller, weil Susanne Haun immer von ihren Füllern schwärme

für die Ankündigung einiger Blog-Artikel in der nächsten Woche zur abgelaufenen „Buchalovs Freunde Tour“ in die Schweiz, die zu sofasophia“ und „irgendlink“ führte

und für den Hinweis, dass nächste Woche seine Rhizomwoche bei Barbara in Busch8 starte.

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ein Plan, eine Methode

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Juergen ist da so hineingeschlittert. Und merkt nun, dass es ihm einiges abverlangt.

Wovon ich rede?
Susanne Haun und Heike Schnittker haben als er noch in Süddeutschland unterwegs war ein zeichnerisches oder malerisches Projekt angestoßen, bei dem es darum geht, erstellte Selbstportraits durch den anderen übermalen zu lassen. Und sie haben Juergen einbezogen. Das freut ihn sehr, es sei ein Zeichen von Wertschätzung sagte er, und er mache da gerne mit. Ich soll danke sagen.

Ich kenne Juergen ja ganz gut, und ich habe mir schon gedacht, dass er sich der großen Anforderung, davon hat er nämlich geredet, stellen wird, indem er sich einen Plan macht. Oder eine Methode festlegt. Um das Ganze zu meistern. Hat er auch getan.

Juergen hat nun einen Rapport begonnen, neben der Arbeit an den Bildern, in dem er alles das, was ihn zu dem Vorhaben bewegt, niederschreibt. Er kreist also das Ganze gedanklich und literarisch ein. Er versucht sich Halt zu geben. Und hat parallel dazu mit der praktischen Arbeit begonnen.

Im Atelier ist er daher auch schon gewesen und hat die Selbstportraits gemalt, die er an Heike und Susanne weitersenden soll, damit diese sie übermalen.

Dem Projekt fehle auch noch ein Arbeitstitel, meinte er zu mir. Bei Juergen müssen die Dinge nämlich immer einen Namen haben. Den „klebt“ er dann auf die Projekt – Schublade.

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