Atelier und Winter und Arbeit und abarbeiten

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Also: im Sommer werde gefahren, mit dem Wohnmobil, und gezeichnet und fotografiert und geklebt und sich um Orte  gekümmert und geschaut, was diese auszeichnet und was das mit einem selbst macht – Stichwort OrtsMarken (s. hier) oder Parzelle 268 (s. hier)

Und im Winter gehe es ins Atelier, fast täglich, zur Arbeit eben. Es werde abgearbeitet, was sich so auf den Fahrten angesammelt habe. Diesmal seien es im Schwerpunkt die Themen „Ortsmarken und die Buchalovs Freunde Tour.“

Ich weiß gar nicht, warum Juergen mir das erzählt.

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aus dem geschlossenen Zwickelbüro

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Auch wenn das Zwickelbüro schon seit einer Woche geschlossen hat: es entsteht bei Juergen immer noch etwas. Die Tage vom Anfang November wirken offenbar nach. Momentan spielt er fotografisch und collagetechnisch noch so ein wenig herum.

Und während er so fotografiere sei ihm zur Funktion des Zwickels klar geworden, das dieser ja nicht nur schütze, sondern auch verdecke oder verstecke. Das lasse ja mal wieder einiges zu.

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im Zwickelbüro: Tag 3

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Natürlich sei das ein Experiment, meinte Juergen am Tag 3 im „Zwickelbüro“. Einmal, weil man im „Zwickelbüro“ mit Formen und Techniken herumspiele und nicht wisse, ob man sich dem Thema wirklich annähere.  Zum anderen sei man im Ergebnis vollkommen offen und alles sei möglich – auch das Scheitern. Aber man könne ja drüber reden, schließlich seien sie zu viert bei diesem Projekt.

Und während Juergen an seiner Linoliumplatte herumschnitt und Antje Hintergründe montierte, tauchte zwischen ihnen im Gespräch das Thema vom Zufall und vom geplanten Zufall auf. Für Juergen ist das ein wichtiges Thema, denn er geht gerne auf zufällige Impulse im Arbeitsprozess ein – wenn er sie den wahrnimmt. Obwohl: sensibilisiert ist er dafür schon. Überhaupt die Hintergründe: immer wieder sind sie ein Thema zwischen den Beiden und haben gerade im malerischen Prozess von Antje eine große Bedeutung.

Hier ein paar Ergebnisse von Juergen und Antje:

Rita, die Dritte im Bunde, saß mitten im großen Raum, an einem kleinen Arbeitstisch und zeichnete spielerisch an einem oder mehreren Gehirnen und rollt die Gehirnwindungen zeichnerisch ab. Der Zwickel als keilförmiger Teil des menschlichen Gehirns läßt sie nicht los.

Und Tobias ist wohl noch am weitesten vom Thema „Zwickel“ entfernt, denn er schnitt pflanzliche Formen aus und übertrug sie auf Holz oder er experimentierte mit verschiedenen Transferpasten, die Fotokopien auf Holz abbilden können oder sollen. Wenn mehr Zeit zur Verfügung stehen würde, ja dann ….

An dieser Stelle sage ich nun „Tschüss“ aus dem Zwickelbüro. Im nächsten Jahr geht es zum Thema der weiter, im Februar 2020.

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Im Zwickelbüro: Tag 2

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Ein Teil der Zeichnungen und ein Collageversuch von Jürgen gestern bedurften gewisser Entscheidungen, denn dem zweiten Blick einen Tag später hielten sie nicht stand. Im Mülleimer sollten sie aber auch nicht landen. Jürgen hat sie für eine kleine und wilde Papierskulptur genutzt. Er hatte mächtig Gefallen am Ergebnis.

Antje als Ideengeberin des Projektes „Zwickelbüro“ brachte eine Vielzahl von Skizzen zu Zwickelformen mit – eine nächtliche  Fleißarbeit, wie sie sagte, und eine notwendige. Und Sie Beide, Antje und Juergen, haben sich dann auf das Material „gestürzt“ und es als Basis für die Klärung der Frage genutzt, was denn nun ein Zwickel sei. Hier ein paar von Antjes Ergebnissen:

Ich habe mit Rita, der Dritten im Bunde, kurz geredet  und erfahren, dass für sie der im menschlichen Gehirn „Cuneus“ genannte keilförmige Teil der Ausgangspunkt für zeichnerische Versuche mit der Form des Gehirn und einer Walnuss waren. Und daran will sie weiterarbeiten, Schichten aufeinanderfügen.

Was ein Stift kann, das leistet Tobias mit dem Cuttermesser. Scharfe Linien werden gezogen, Flächen freigeschnitten und mit Farbe versehen. Er experimentiere, sagte er.

Die Frage nach einer möglichen Methode oder der Methode überhaupt, damit Ergebnisse in einem solchen offenen kreativen Prozess auf der Basis dieser Verfahrensvorgaben erzeugt werden können, war gestern schon ein Thema und heute wieder. „Abwickeln“ oder „abrollen“ sei so etwas, meinte Jürgen. Natürlich könne man einen kreativen Prozess offen gestalten und auf die Eingebung, den „Kuss der Muse“, die Routine oder den Zufall vertrauen. Juergen hält aber viel von kreativen Prozessen in denen Transparenz über die vorher festgelegte Vorgehensweise erzeugt wird. Und Dinge im abgewickelten Zustand oder als Ergebnis deiner Abrollung von Ihnen festzuhalten, sei so eine Methode.

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Im Zwickelbüro: erster Tag

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Wenn sich vier Personen treffen und an einem gemeinsamen Thema arbeiten, dann müssen sie sich erst einmal wirklich treffen. Und reden. Und sich beschnuppern. Und etwas zeigen. Oder wild umherdenken. Oder wirken lassen. Und gemeinsam essen. So war es heute. Das Zwickelbüro nahm seine Arbeit auf: heute wurde es geöffnet.

Juergen hat gezeichnet. Wenn er sich einer Sache annähert, dann oft zeichnerisch und fotografisch. Oder klebetechnisch. So auch heute. Morgen will er einige zeichnerische Versuche mit denen er heute unzufrieden war, als Monotypie versuchen.

 

Antje ging forsch zu Werke: Ratz Fatz hing einiges an der Wand, wurde teilweise übermalt und das war der Einstieg. Der Rest waren Versuche auf Papier mit Farbe und Papier um die Zwickelform zu fassen. Sie war sich mit Jürgen einig, dass das Repertoire an Zwickelformen unbedingt erweitert werden muss: Zwickelformen müssen her.

 

Rita hatte vorrecherchiert und brachte Erkenntnisse zum Zwickel im Gehirn mit – was für einige ein gänzlich neuer Aspekt war. Ansonsten ließ sie sich treiben und versuchte einen Weg zum Thema zu finden.

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Und Tobias zog seine Kreise. Er näherte sich den Dingen, indem er sie leise umkreiste, fotokopierte, oder kopierte oder ausschnitt. Er experimentiere, so sein Kommentar.

 

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