Projektohnenamen | #79 | S: „Mal unterm Digitalen gesehen….“ | ein Mix aus Collage, Gedrucktem und einer Faltung |

Wenn Jürgen von Susanne Haun einen halben Satz zugeschickt bekommt – sie schicken sich seit 2016 halbe Sätze zu, die der andere literarisch und visuell vervollständigen soll – dann schreibt Jürgen in der Regel als erstes Assoziationen in die Notizbuchfunktion seines Handys. Diesmal war er wohl überfordert und hat erst einmal abgewartet. Das war Phase 1.

Dann kam Phase 2: Die Worte “unterm Digitalen” regten an. Jetzt entanden Notizen: „da ist das Digitale das Brennglas / der digitale Blick auf die Welt / da bleiben digitale Raster/ oben und unten / da wuchert so einiges.“

Schließlich dann die Phase 3: im Atelier wurde fast schon nebenbei gedruckt und geklebt , ohne Plan, mit Resten, denn Jürgen arbeitet momentan an einem Holzschnitt. Und plötzlich passte die letzte Notiz.

Zusammen klingt das alles also nun so: „Mal unterm Digitalen gesehen: da wuchert so einiges“.

Und für Susanne hat er nun folgenden Satz: # 80: „Wo immer Du auch hingehst: …“

Verfolgen kann man das Projekt auf Instagram, hier: >>> @projektohnenamen. Oder auf der Seite von Susanne Haun.

Buchalov

on stage | künftig – bald – nach vorne | start | first pictures and thoughts | 2

Eine Holzkiste, die Soapbox, oder ein kleiner Pappkarton könnten Bühnen sein. Das war wohl Jürgens erster Gedanke. Denn er startete zu Beginn der Woche mit seinem neuen Thema „on stage“. Vorüberlegungen gab es genug, ebenso ausgedachte Fragen und Handlungsanweisungen, die auf diese Fragen vielleicht Antworten liefern könnten.

Dann öffnete parallel das Zwickelbüro am Montag und Dienstag: also lag für Jürgen wohl nahe, das Zwickelthema mit dem Bühnenprojekt zu verbinden. Gesagt, getan!

Auf die Schnelle ein Zwickel, das schien zuerst kein Problem. Aber bei konkreten Durchführung dann wohl doch: Motiv und Druckergebnisse entsprachen nicht seinen Erwartungen.

Auf die Schnelle ein paar kleine Bühnen war auch schwierig. Die Wahl des Materials, die Grösse, die Oberflächen- alles kompliziert. Alles sehr prozesshaft und verzwickt, mit vielen Vorarbeiten, mit viel Probieren.

Aber damit war der Zwickel zumindest „on stage“. Erst einmal, als Provisorium.

Und nun werden wohl als nächstes Zwickelformen und Papierobjekte auf der Bühne positioniert und abfotografiert werden. Mehr nicht. Erst einmal. Ausprobieren. Sehr unspektakulär. Einfach mal schauen. Methode Rhizom.

Buchalov

eine Zeichnung und ein Photo und ein Druck und ein Papierobjekt | the next year is looking to me | intensions |

die Natur besuchen.
Ausschau halten nach dem, was einen voranbringt und Freude bereitet.
on stage: Orte und Bühnen und Menschen besuchen.
wiederholen und spiegeln und festigen

Wir wünschen Euch das Allerbeste für 2022.

Buchalov und Jürgen

new sketches | Hoogen Dyck | part 3 | weil er momentan das Atelier nicht besucht

Der Hoogen Dyck, dieser Wirtschaftsweg den Jürgen so gerne mag, erzeugt neue Zeichnungen. Der Grund: Jürgen hat sich zuhause in sein kleines Atelier unterm Dach zurückgezogen, selbst auferlegte Kontaktbeschränkung, und weil in der Ateliergemeinschaft am Ostwall in Geldern jemand vermutlich coronainfiziert umhergeistert, und diesem Menschen will er nicht unbedingt über den Weg laufen, deshalb also bleibt er erst einmal zuhause. Und zeichnet und fotografiert. Und geht am Hoogen Dyck spazieren. Der ist weiterhin sein Thema. Vielleicht kommt das Kleben und Falten noch dazu. Oder etwas Musikalisches. Mal schauen.

Buchalov

Projektohnenamen #75 | S: „Handstandmachend schaue ich aus dem Fenster …“ |

Weil Jürgen so lange im Süden unterwegs war, hat es diesmal gedauert bis er auf Susannes Halbsatz geantwortet hat. Jürgen und Susanne schicken sich nämlich im Wechsel immer Halbsätze zu, die der andere vervollständigen soll. Literarisch und zeichnerisch. Das Vorhaben nennt sich „Projektohnenamen“.

Susanne schrieb: „Handstand machend schaue ich aus dem Fenster …“ und Jürgen vervollständigte „…… und denke, ich sei Herr Baselitz.“

Zur Verfügung stand auch Folgendes:

… und bilde mir ein ich sei der Herr Baselitz

… und sogar die Zahlen stehen Kopf

.. und man sieht den Boden vor sich

… und Ich schließe die Auge

Der Herr Baselitz ist es geworden. Es war so wohl am Einfachsten.

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Für Susanne hat Jürgen jetzt folgenden Satz: „Ein Kuckkuckskind weiß …“

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Auf Instagram kann man das Projekt verfolgen: >>> [ Projektohnenamen ] <<<<

Buchalov

im Zwickelbüro | it’s coming to an temporary end | mobile photography

Es war vorgestern der letzte Tag im Zwickelbüro. Thema: der Zwickel und seine Formen. Elke, Antje und Martina sind wieder abgereist. Einiges wurde fertiggestellt und dann wurde das Zwickelbüro für dieses Jahr geschlossen. Aber die Kollaboration wird fortgesetzt werden: Über die Karnevalstage 2022 geht es dann weiter.

I have never been in the Altes Wasserwerk before | wo ist hier die Zukunft? | +4

Vorgestern war Sonntag. Das Projekt im Alten Wasserwerk ist am Sonntag beendet worden. Ein guter Tag, denn Montags beginnt ja die Woche. Die Nachbereitung wird Jürgen wohl in den nächsten Tagen abwickeln. Alles muss gesichtet werden, geordnet werden, untersucht werden. Und dann soll es seinen Weg in ein selbstgebundenes Buch finden, eine Sammlung von Zeichnungen und Fotos, unsortiert, wild, bruchstückhaft, offen.

Sammeln, dokumentieren, zeichnen, fotografieren: das ist das eine. Eine Stichwortliste soll Jürgen bei der Klärung der Frage helfen, wie seine Beziehung zu diesem Ort nun aktuell aussieht. Die Stichworte sind: Vertrautheit, hell und dunkel, zeitlos, Spuren und Geschichten, abgenabelt, remember, hat das Gebäude eine Zukunft?, Funktionalität, genug, wohin habe ich mich verändert?, Körperlichkeit, wo sehe ich die Zukunft dieses Ortes?, überwuchern, umspannen, groß.

Er habe nun vier Tage hier den Raum belebt, in ihn hineingehört, einen Raum, der ihm bis vor zehn Jahren ungewöhnlich nahe gewesen sei. So Jürgen. Und jetzt? Wie gehe es writer? Was bringe die Zukunft? Wie sei die Beziehung? Passiere zwischen ihm und dem Ort bald mehr?

Buchalov

Neun kleine Linolschnitte: das Tor in die Zeit?

Also: im Moment geht es um die Zeit, speziell um die “Zeit ohne Zeit”. Das ist als Gegenstand natürlich nicht vom Himmel gefallen, sondern hat sich so ergeben. Jürgen war mit dem Thema „Eden3“ unterwegs, dabei spielte auch die Zeit als unendliche Zeit eine Rolle und nun ist rhizomartig da ein eigener Sproß bzw. Keimling entstanden, der vor sich hinwächst und wuchert.

Ule Rolf hat dazu folgendes Gedicht geschickt, vielen Dank dafür:

Gedanken über der Zeit

Ihr lebet in der Zeit und kennt doch keine Zeit;

so wißt, ihr Menschen, nicht von und in was ihr seid.

Diß wißt ihr, daß ihr seid in einer Zeit geboren

und daß ihr werdet auch in einer Zeit verloren.

Was aber war die Zeit, die euch in sich gebracht?

Und was wird diese sein, die euch zu nichts mehr macht?

Die Zeit ist was und nichts, der Mensch in gleichem Falle,

doch was dasselbe was und nichts sei, zweifeln alle.

Die Zeit, die stirbt in sich und zeugt sich auch aus sich.

Diß kömmt aus mir und dir, von dem du bist und ich.

Der Mensch ist in der Zeit; sie ist in ihm ingleichen,

doch aber muß der Mensch, wenn sie noch bleibet, weichen.

Die Zeit ist, was ihr seid, und ihr seid, was die Zeit,

nur daß ihr wenger noch, als was die Zeit ist, seid.

Ach daß doch jene Zeit, die ohne Zeit ist, käme

und uns aus dieser Zeit in ihre Zeiten nähme,

und aus uns selbsten uns, daß wir gleich könten sein,

wie der itzt jener Zeit, die keine Zeit geht ein!
Paul Fleming
(* 05.10.1609, † 02.04.1640)

Über die Zeit zur Nichtzeit? Über die Zeit zur Ewigkeit? Oder wie bei Jürgen über ein paar Linolschnitte zu Zeit-Eindrücken. Das scheint der Weg zu sein.

Neun Linolschnitte, wieso gerade neun, nicht fünf, nicht sieben, nicht dreizehn, nein neun liegen auf seinem Tisch und sie haben Titel: im Inneren der Utopie / Zeitschleifen / Zeitsedimente / Zeitpumpen /Zeitkapsel /Zeitloecher /Zeitmaschine.

Wenn man diese Art von Zeit luftig mit weißen Punkten überdruckt, tja, dann gibt es die Zeit vielleicht fast nicht mehr. Das war sein Gedanke. Das hat er im Experiment ausprobiert. Und ist ganz und gar nicht zufrieden. Da muss eine andere Lösung her.

Buchalov

Corona notes2: ein Druckskizzenbuch, das Erste!

Es kommt mir langsam so vor, als wenn Jürgen gar kein richtiges Papier mehr besitzt -so Papier halt, das man bei Boesner kauft, das Grammangaben aufweist, das es in verschiedenen Stärken von verschiedenen Marken gibt und das schweineteuer ist. Jürgen benutzt nämlich in letzter Zeit wie besessen Papier, das irgendwo herumliegt, das als Zeitungsbeilage ins Haus kommt, das andere in der Ateliergemeinschaft weggeworfen haben oder das er beim Aufräumen findet und eigentlich wegschmeissen wollte.

Eine Beilage aus „der Zeit“ zum Thema Digitales: in die hat er vor einiger Zeit seine Linolschnitte zu den „Corona – notes“ gedruckt, noch etwas Farbe mit Buntstiften hinzugefügt und das Ganze ein Druckskizzenbuch genannt. Denn man könnte daraus ja wirklich mal Holzschnitte erstellen. Aber dazu ist es bisher bei den anderen Drucksizzenbücher auch nicht gekommen: siehe hier: >>> [ Druckskizzen] <<<.

Also hier ein paar Seiten des neuen Druckskizzenbuches:

Buchalov