mal wieder die Wand …

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Vorher – nachher: Jürgen weiß oft gar nicht mehr, was vorher war, wenn er so seine Wand anschaut. Aber so steht sie im Moment vor ihm, das genügt.

Und morgen ist ein neuer Tag!

Buchalov

Strahlenmadonna

Mit Religion hat Jürgen ja nun wirklich nicht all zu viel am Hut. Aber im Kloster Mariengarden/Burlo bei Borken ist ihm im Januar dann wieder ein „kirchliches Highlight“ über den Weg gelaufen: die Strahlenmadonna. Wobei es weniger die Madonna war als vielmehr die Strahlen, die damit verbundene Energie und die Komposition des Motivs, die ihn so faszinierten.

Hier der Googlelink zu diversen Strahlenmadonnen: https://www.google.com/search?q=strahlenmadonna&tbm=isch

Und dort Juergens Skizze („wenn aus einer Strahlenmadonna ein Federball wird“):

Buchalov

da kam ein Netzgedicht geflogen

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Da kam aus heiterem Himmel per Mail ein Netzgedicht geflogen. Von Bess Dreyer. Inspiriert durch meinen Blogbeitrag über „Gitter und Netze“.  Und sie schrieb:

im netz des tages

 

fängt sich am piano

operettenkoloratur

der pergamonaltar die marmorgötter

in wissenden gedichten

und dort das zierlich schwarze vögelchen

in trauer liest aus dem gedicht

des verstorbenen oleg jurjews

ehe es eigenes vortragen kann

in dunklem deutsch

mit dringlich fremdem zungenschlag

für kathedralen roms

für orthodoxe bilder

ein konzentrat wie gold

aus horchen folgen wachsam bleiben

 

bess dreyer

31.01.19

 

Bess hat während meiner „Buchalovs Freunde Tour 2018“ , siehe hier: >>> [ … ] <<<,  schon einmal auf einen Beitrag von mir literarisch reagiert. So etwas freut einen natürlich, denn man weiß dann, das man mit dem gesamten „kreativen Ding“ im Netz  nicht alleine unterwegs ist, dass das Spielen mit allem Möglichen Freude bereitet, und dass man andere offensichtlich inspiriert und selbst inspiriert werden kann. Wunderbar! Vielen Dank!

Buchalov

ausgelutscht

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„Zuerst die Mathematik“, sagte Juergen.

Acht kleine Motive, auf zwei Druckstöcken verteilt, auf 70 x 100 und auf 70 x 50, jeweils in der Auflage von fünf gedrückt. Und dann die acht Motive einzeln geschnitten, auf acht fotokopierten Papierträgern und auf acht Dekopapieren, in der Auflage von jeweils drei dann weiter gedruckt.

Ergibt in der Summe einen riesigen Stapel von Bildern. Er hat wohl nicht durchgezählt.

Und jetzt tauchen die Motive auch noch in einem kleinen selbst hergestellten „Druckskizzenbuch“ auf. Doch davon später mehr.

Er hat die acht Motive auf den ersten zwei Druckplatten, später acht, wirklich bis zum letzten „ausgelutscht“ – so nennt Juergen das dann immer.

Buchalov

 

und mal wieder die Wand …

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Also: bei Betreten des Ateliers werden als erstes eine oder mehrerer Tuschezeichnungen erstellt.

Dann gehe es erst richtig los. Oft sortiere er auf dem Tisch Dinge, schleiche durchs Atelier und suche und finde, was auch immer, arbeite an den Dingen, die er sich vorgenommen hat, gehe zu seiner Wand, nehme Dinge ab, setze Bilder hinzu, finde irgendetwas und bringe es dort unter, sitze mit einer Tasse Kaffe vor seiner Wand, lasse seine Ateliergäste darauf schauen und lasse sich erzählen, was sie sehen, was ihnen auffalle, schreite die Wand ab, überlege manchmal, ob er die Löcher zuschmieren solle, die ihn anschauen, sitze da und trinke Kaffee, schaue hin, schaue weg, finde mal wieder etwas, und und und. Aber es gehe in diesem Falle immer um die „Buchalovs Freunde Tour 2018“.


Beim Betrachten seine bestückten Wand würden  ihm immer Dinge aufgehen. Immer! Zum Beispiel die Farbgebung. Oder wie die Dinge über die Fläche verteilt seien. Ob sich einiges doppele. Oder ob es Stellen gebe, die gebrochen seien. Oder etwas hänge, was nun wirklich nicht dahingehöre.

Und dann fotografiere er sie immer wieder ab, wegen der Dokumentation der Zwischenschritte . Oder er filme sie.

Sie sei Rhizom, sagte Juergen heute morgen. Sie wachse mit der Zeit und den Fortschritten in der parallellaufenden Arbeit. Überhaupt sei ja alles Rhizom: das Thema „BFT 2018 remember“, die Vorgehensweise, die Präsentation des Ergebnisses.

Jetzt, wo er drüber nachdenke: die Wand sei ein eigenständiges Werk. Na ja!

Buchalov

Klausurwoche, Tag 1

Die Türen aufschließen, reinkommen, den Geruch des Ateliers in der Nase spüren, den Arbeitskittel anziehen, die Musik anstellen, erste kleine Aufräumarbeiten  tätigen, den Kittel anziehen, eine kleine Zeichnung anfertigen, ein wenig in den rumliegenden Heften lesen und dann beim Drucken der „BFT – Edition“ vorankommen, so etwas halt,  … Mit der „Buchalovs Freunde Tour 2018 – Edition“, kurz „BFT 2018 – Edition“, mühe er sich jetzt schon einige Zeit, aber heute sei es gut gewesen. Fertig sei sie allerdings noch nicht. Was man hier sehe, sei ein Zwischenstadium.

Und diese Ruhe, kein Mensch da, lautes Mitsingen zur Musik auf Spotify,  einfach toll! Und dann irgendwann sei „Tobias, der Vernetzer“ vorbeigekommen und man habe bei einer oder zwei Tassen Kaffee  das besprochen, was nach so langer Zeit halt anstand. Schön sei es gewesen ihn mal wieder nach so langer Zeit zu sehen und zu sprechen.

Er habe es lange ausgehalten heute in seinen Räumen. Ein gutes Zeichen.

So sei es heute gewesen, sagte Juergen zu mir.

Buchalov