ABC-Projekt: H wie Himmel und Hundertmorgenweg

Wenn man auf die Karte Deutschlands schaut, dann sind wohl der Breisgau und der Niederrhein in Deutschland vom Klima her bevorzugte Gegenden. Dennoch: die Luftfeuchtigkeit macht uns schon zu schaffen und bisweilen braut sich richtig was zusammen.

Auch auf seinen Radtouren übers flache Land ist der Himmel immer nahe und mit ihm der Hundertmorgenweg, der über die Felder von Wachtendonk nach Kerken führt – solche Namen tragen hier am Niederrhein die Dörfer.

Buchalov

https://wortman.wordpress.com/2021/04/18/projekt-abc-h-wie-hilferuf/

Myriades Impulswerkstatt: zwei Kritzeleien am Frühstückstisch auf Tageszeitung

Zuerst habe er gedacht, so sagte Jürgen zu mir, dass diesmal von Myriades Photos in der Impulswerkstatt kein Impuls für ihn ausgehe. Beim ersten Überfliegen habe ihn nichts von dem, was Myriade als Bild eingestellt habe, angesprungen. Hier der Link: >>> Myriades Impulswerkstatt >>> Aber das habe sich verdammt schnell geändert.

Da sei dieses Photo von der Baumrinde gewesen, das ihn zu zwei Kritzeleien am Frühstückstisch auf der Tageszeitung verleitet habe. Dann das Ganze durch das Photogramm auf dem iPhone gejagt und das Ergebnis habe zwar visuell nicht mehr viel mit der Baumrinde zu tun, und sei vom Ergebnis her gewöhnungsbedürftig, aber immerhin. Aber es gehe ja schließlich um den Impuls. (Fortsetzung folgt)

Buchalov

künftig/bald/nach vorne: Faltungen – einige Fragen. Wenn ihr mögt: bedient Euch!

Faltungen ist das Thema: Hier gehören heute und jetzt die Fragen hin, die Jürgen beschäftigen. Er geht immer von solchen Fragen aus, sucht Handlungsanweisungen, die etwas klären könnten und steigt dann in sein Thema ein. Ich lasse Euch gerne teilhaben.

Ihr dürft Euch gerne bedienen- er bittet ausdrücklich darum, denn ein gemeinsames Vorgehen bereitet einfach mehr Freude und fördert den Austausch.

Hier die Fragen und Anweisungen – vielleicht hat jemand Interesse daran ebenfalls einzusteigen, wie gesagt: bedient Euch, setzt um, was Euch anspricht, er würde sich freuen:

Was erhoffe ich mir in der Beschäftigung mit diesem Thema?
Streife durch Deine Atelierräume und sammle alle Papiere zusammen, an denen du Faltungen vorgenommen hast und versuche dich zu erinnern, warum du dies getan hast. Zeichne dazu ein Gedankenprotokoll.
Zudem kannst Du mit Deiner Kamera eine Reise durch die Räume vollziehen, die du bewohnst, Faltungen suchen und sie fotografisch dokumentieren. Eine Weiterverarbeitung ist sicherlich in Form eines Journals scheint sinnvoll.

Woher kommt die Faszination für Faltungen?
Es scheint unabdingbar, dass eine Reise in die Vergangenheit notwendig wird. Es gilt den Prägungen zum Thema auf die Spur zu kommen, indem man alphabetisch fortschreitend nach Erinnerungen im Zusammenhang von Faltung und Papier sucht und sie als Zeichen-Stichwort notiert.

Welche Faltungen kenne ich aus meiner Kinderzeit?

Mache eine Gedankenreise und falte mit Restepapier, an was Du Dich erinnerst. Als zweite Möglichkeit könnte man Papierflieger, Drachen, die Hexentreppe, Himmel und Hölle, die Ziehharmonika und Schachteln falten und in einer eingerichteten Fotoecke fotografieren.

Gibt es Grundtechniken der Faltung?
Im Atelier liegt ein Buch zum Thema „Basteln mit Papier“ und eine Internetrechersche zum Thema Origami oder Faltungen in der Architektur gibt vielleicht auch Hinweise. Sammle die Informationen in einer Datei und wende das Gelesene experimentell an.

Welche Auswirkungen haben Faltungen auf ein Motiv?
Erstelle eine Versuchsanordnung. Wähle dazu zwei Motive aus, ein flächiges und eines mit vielen Linien, kopiere sie und nimm Faltungen vor. Beginne einfach. Fasse die Ergebnis in einem Journal zusammen, in welchem die Ergebnisse eingeklebt werden.

Welche Faltungen kenne ich?
Gehe durch deine Räume und schaue Dir Werke an, die durch Falten entstanden sind oder an denen Faltungen vorgenommen wurden. Schneide spontan die Faltlinien als Netze in Holzplatten und drucke sie.

Was bewirkt ein Knick, oder auch mehrere, auf einem Stück Papier?
Nimm verschiedene Blätter -, dünne, große, kleine, blanko, bedruckt, beschriftet, bezeichnet – und vollziehe einen Knick oder mehrere. Arbeite möglichst frei. Fotografiere das Ergebnis oder klebe ein Papierobjekt oder einen Fries. Oder setze einzelne der Ergebnisse in offene Pappschachteln.

Was soll die Faltung nicht bewirken? Wenn du am Ende des Projektes angelangt bist, dann sortiere die Werke aus, die Deinem Anspruch absolut nicht entsprechen. Begründe! Gib ihnen eine andere Wertigkeit, indem Du sie fotografisch in einem Heftchen bündelst.

Wie verändert eine Faltung das zweidimensionale Blatt und die Motive darauf? Dies ist eine Vorher- Nachher Situation. Falte Papier und finde jemanden, der den Prozess und das Ergebnis mit seinen Mitteln beschreibt.

Wie wirken Faltungen und Licht aufeinander? Wie verändert sich die Zweidimensionalität? Baue Dir eine Fotoecke aus weisem Papier mit einer oder mehreren Lichtquellen und fotografiere Faltungen vor weißem Papier. Schicke die Ergebnisse Deiner bildhauerischen Arbeit einer bildhauerischen interessierten Person zur Stellungnahme oder Weiterverarbeitung. Es gibt viele mögliche Formen der Stellungnahme. Es geht um den Dialog.

Was verbindet Faltungen und Netze? Im praktischen Tun gibt es vielleicht Antworten: Falte, gezielt oder zufällig, entfalte und dokumentieren die vorliegenden Netze zeichnerisch, fotografisch und druckgrafisch. Klebe zudem die entfalteten Papiere zusammen.

Wie bringe ich Faltungen und Restepapier zusammen?
Fische mit geschlossenen Augen fünf der größten Blatter aus dem Stapel an Restepapier und falte eine Hexentreppe, eine Schachtel, ein Dach, ein Kanu, eine Ziehharmonika, einen Zylinder und eine freie Figur und vereine sie zu einem Ganzen.

Wie bringt man dass zusammen: Holzschnitt und Faltung?
Es wäre zu klären, welche Schnittstellen diese beiden Begriffspaare haben. Ziel, Inhalt, Methode, Organisationsform sind Oberbegriffe, die etwas strukturieren können – sie haben dir im Leben bei Vorträgen oder Zusammenfassungen stets geholfen. Nutze sie jetzt und arbeite theoretisch daran, anschließend praktisch.

Buchalov

ABC – Projekt: G wie Gnadenmadonna und Gnadenkapelle

Die Gnadenmadonna gehört nach Kevelaer und ist als kleines Bildchen in der Gnadenkapelle dort untergebracht. Neben Altötting in Bayern ist Kevelaer nach Jürgens Wissen der bedeutendste Wallfahrtsort in Deutschland und alles in dieser Stadt hier am Niederrhein ist geprägt von den Menschen, die schon seit ewigen Zeiten zu diesem Bildchen pilgern. Hier herrscht eine eigene Stimmung in der Stadt. Jürgen fährt da ab und an schon mal hin, sonntags, läßt wirken und damit ist es dann auch gut.

Gnadenkapelle

Hier der Link zum Projekt: >>>Wortmann<<<

Buchalov

Altglasfotografie: da hat ihn wohl jemand angesteckt!

Jürgens Gitarre, Sony NEX 5, Objektiv mamiya sekor sx, f=55mm/1,8

Da hat ihn wohl jemand angesteckt. Der Amateurfotograf, Link hier: >>> amateurphotograph <<<, hat von seiner Leidenschaft der “Altglasfotografie“ berichtet. Das bedeutet nicht, das man einen Altglascontainer oder Altglasflaschen fotografiert, sondern das man mit alten Objektiven fotografiert, liebevoll Altglas genannt. Jürgen kamen seine alten Objektive und seine alte Spiegelreflexkamera wieder in den Sinn. Das ist die Kamera, die er sich als Student vom Munde abgespart hat, und die er wie einen Schatz hütet bzw. liebt. Mit der allerdings in Zeiten des Verschwindens von analogem Filmmaterial kein Fotografieren mehr möglich scheint.

Dann wenigstens der Einsatz der Objektive hat sich Jürgen wohl gesagt und eine gebrauchte Systemkamera Sony NEX5 für 59 Euro gekauft, einen Adapter für die Objektive, eine Speicherkarte besaß er noch, und dann legte er los.

Seine erstes Bild mit dem alten Objektiv und der neuen Kamera habe ich oben gezeigt. Warum tut er das jetzt? Er liebt seine alte Spiegelreflexkamera, die aus der Zeit gefallen ist, für die es kaum noch Filme gibt und die so herrlich unhandlich in der Handhabung ist: Motiv suchen, Bildausschnitt bestimmen, scharf stellen, Blende auswählen, Tiefenschärfe beachten und all diese Dinge: Langsames Fotografieren. Und dabei geht einiges schief. Das genau aber ist es: Bilder mit Fehlern, darin besteht der Reiz.

Das hier sind ausgewählte Aufnahmen der ersten zwei Tage :

Jürgen hat mir sehr breit erzählt wie er sich die Zukunft mit dieser Kamera vorstellt: Fotoskizzen für Zeichnungen erstellen, Fotos zum Thema Zwickel und Stoffe, Fotos unperfekt und mit zufälligen Fehlern, kleine Fotoprojekte, Fotoexpertimente mit Filtern oder billigen Vorsätzen, Fotos vom Basismaterial für die OrtsMarken, Fotoskizzen, die die Druckskizzenbücher ergänzen, Schwarzweiß – Fotografie, Fotobücher und und und. Mein Gott, meinte er, da gebe es so vieles, was man fotografisch machen könne und was die Holzschnitte und Zeichnungen ergänze, ihnen vielleicht sogar zuarbeite.

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ABC Projekt: F wie Feld mit Fits

Ein Feld, davor eine Fits: das ist der Niederrhein hier an der holländischen Grenze. Die Felder gehen oft bis zum Horizont und die Fits, das ist ein Fahrrad – so nennen die Niederländer dieses Gerät und wir hier auch. Die Sprache hält sich nicht an die Grenze. Und in der Freizeit macht man eben eine kleine Fahrradtour oder Fitstour durch die Felder. Und in Coronazeiten erst recht.

Hier der Link zum Projektaufruf: >>> Wortmann <<<.

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künftig/bald/nach vorne -Eden 3: für die Zeit Bilder finden

Tja, die Zeit. Sie läßt Juergen nicht los, obwohl sein „Edenprojektschon beendet ist. „Zeit ohne Zeit“ – dieser Überschrift will Jürgen jetzt noch ein wenig folgen.

“Zeit” darzustellen findet er nicht einfach. Und “Zeit ohne Zeit” in Bilder zu fassen erst recht. Er weiß gar nicht so recht, was “Zeit ohne Zeit” eigentlich bedeutet. Die Zeitschleifen vor dem Hintergrund von Rudimenten von Schrift waren der erste Versuch. Um aber in der Bildfindung zu Ergebnissen zu kommen, hat er sich wieder ein paar Fragen überlegt, Handlungsanweisungen dazu entwickelt und versucht sie nun abzuarbeiten.

Fragen an “ Zeit ohne Zeit“/ mögliche Handlungsanweisungen:

Wie kann man Zeit darstellen? Im Atelier liegt als Fundstück ein verrostetes Uhrengehäuse und eine Minisanduhr. Skizziere sie. Oder entwerfe eine Maschine, die die Zeit unentwegt pumpt – eine Zeit- Pumpe, einen Blasebalg, denn Zeit schreitet stets voran und arbeitet und wühlt und pumpt und drückt.

Wer bist Du Zeit? Hier könnte Wikipedia helfen und der Versuch, das Leseerebnis in drei hingehuschten Skizzen zusammenzufassen.

Was bedeutet “Zeit ohne Zeit”? Konstruiere das Gegenteil dieses Begriffspaares und bilde Synonyme, die dann wiederum ins Gegenteil verkehrt werden sollten. Vielleicht wird dann einiges klarer.

Wo sieht man keine Spuren der Zeit? Gehe durchs Atelier und fotografiere scheinbar zeitlose Zustände.

Wo sieht man die Zeit? Wandere durchs Atelier und fotografiere Gegenstände mit Zeitspuren.

Gibt es Situationen oder Orte an denen ein Zustand der „Zeit ohne Zeit“ herrscht? Durchforste dein Archiv und durchsuche Dein Material nach solchen Orten oder Situationen. Vielleicht findet sich dort etwas zum Thema.

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