Projekt ohne Namen: # 71 | „Spontan gesagt: Puff, Paff, zwei sind genug!“ |

Was soll man da schon für eine Satzergänzung suchen, wenn einem solch ein schwieriger Halbsatz entgegengeflogen kommt: „Spontan gesagt…“. Das meinte Jürgen zu mir. Susanne und Jürgen schicken sich immer Halbsätze zu, die der andere ergänzen soll, literarisch und bildlich. Diesmal hat Jürgen nicht erst den spontanen Text gesucht, sondern, spontan, eine Collage erstellt und diese dann betitelt: Puff, Paff, das wars. Jetzt haben wir also als Ganzes: „Spontan gesagt: Puff, Paff, zwei sind genug!

Und an Susanne schickt er jetzt folgenden Halbsatz: „Oh, the time is coming: …“

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P.S.: auf Instagram kann man das gesamte Projekt verfolgen: >>> [projektohnenamen…] <<<

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I have never been in the Altes Wasserwerk before | wo ist hier die Zukunft? | +4

Vorgestern war Sonntag. Das Projekt im Alten Wasserwerk ist am Sonntag beendet worden. Ein guter Tag, denn Montags beginnt ja die Woche. Die Nachbereitung wird Jürgen wohl in den nächsten Tagen abwickeln. Alles muss gesichtet werden, geordnet werden, untersucht werden. Und dann soll es seinen Weg in ein selbstgebundenes Buch finden, eine Sammlung von Zeichnungen und Fotos, unsortiert, wild, bruchstückhaft, offen.

Sammeln, dokumentieren, zeichnen, fotografieren: das ist das eine. Eine Stichwortliste soll Jürgen bei der Klärung der Frage helfen, wie seine Beziehung zu diesem Ort nun aktuell aussieht. Die Stichworte sind: Vertrautheit, hell und dunkel, zeitlos, Spuren und Geschichten, abgenabelt, remember, hat das Gebäude eine Zukunft?, Funktionalität, genug, wohin habe ich mich verändert?, Körperlichkeit, wo sehe ich die Zukunft dieses Ortes?, überwuchern, umspannen, groß.

Er habe nun vier Tage hier den Raum belebt, in ihn hineingehört, einen Raum, der ihm bis vor zehn Jahren ungewöhnlich nahe gewesen sei. So Jürgen. Und jetzt? Wie gehe es writer? Was bringe die Zukunft? Wie sei die Beziehung? Passiere zwischen ihm und dem Ort bald mehr?

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I have never been in „the Altes Wasserwerk“ before | vier Tage Projekt

Das ist natürlich Quatsch. Jürgen war mehr als oft im Alten Wasserwerk von Wachtendonk und hat dort sogar schon genächtigt. Denn Juergen zählt zu denen, die das Alte Wasserwerk vor dem Abriss gerettet haben. Und mit künstlerischem Leben in Form von Ausstellungen bzw. als Studio mit vielen Menschen füllte. Lang, lang ist es her.

Und jetzt sind Juergen und ich wieder an an diesem Ort : die Künstlergruppe „MachArt“ ist eine Woche im Gebäude zugange und Juergen darf dabei sein. Er realisiert ein Foto- und Zeichenprojekt. Und genau dieser Titel da oben gefiel ihm. Es sollen Bilder aus dem Alten Wasserwerk werden, nach zehn Jahren der Abwesenheit. Mal schauen, was sich an Altem neu finden läßt und ob die Inspiration des Ortes noch wirkt.

Zuerst gibt es diese Photos hier – kurz bevor alle den Raum belegt haben:

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Projekt ohne Name #69: „die Wahrheit liegt zwischen den Faltungen, weil …“

„Die Wahrheit liegt zwischen den Faltungen, weil …“

Das war der Halbsatz, den Susanne geschickt hatte, und der sich auf Jürgens aktuelles Projekt der Faltungen bezog, aber auch auf die Frage, was denn eigentlich die Wahrheit sei. Eine ernste Angelegenheit. Ein philosophisches Unterfangen.

Jürgen und Susanne schicken sich schon seit Jahren gegenseitig Halbsätze, die der andere vervollständigen muss, inklusive eines kleinen Werkes. Und das zeigen sie dann hier auf Jürgens oder Susannes Blog. Und auf Instagram: projektohnenamen.

Am Frühstückstisch gab es dann, wie fast immer, ein kurzes Brainstorming mit mir und das ergab dann folgende Halbsätze:

… sie sich gerne versteckt.

… sie Schutz sucht.

… sie ein scheuer Zeitgenosse ist.

… der Gral der Wahrheit nicht so einfach zu finden ist.

… die Wahrheit ein scheues Reh ist.

… es so viele Wahrheiten gibt.

Und geworden ist es dann: … die Wahrheit ein scheues Reh ist.

Jetzt haben wir also folgenden ganzen Satz: „Die Wahrheit liegt zwischen den Faltungen, weil … … die Wahrheit ein scheues Reh ist.

Und vom philosophischen Teil hat Jürgen nur noch erwähnt, dass es ja immer viele Wahrheiten der einen Sache gebe, und dass das Bezugssystem von Bedeutung sei, um zu wissen, was wahr sei. Das Bezugsystem müsse man kennen oder erforschen, eine mühsame Angelegenheit, der sich heute in der Schnelle der Zeit und der Schnelle der sozialen Medien nicht alle unterwerfen möchten. Und gepaart mit den narzistischen Anwandlungen der Einzelnen werde ja oft die abweichende Meinung gar nicht mehr zugelassen. Die abweichende Wahrheit habe dann eben keine Chance. Im Mainstream sind die einfachen Wahrheiten ja auch einfacher zu vertreten, die Differenzierung hat es da schwer.

An Susanne schickt Jürgen nun folgenden Halbsatz: „Eine alte Dachdeckerweisheit lautet: …“

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Projektohnenamen #67: …“ da und da und da!“

„Dadaismus ist …“ „Mein Gott“ hat Jürgen gedacht als er das las. Susanne hatte ihm wieder einen Halbsatz zugeschickt, den er vervollständigen sollte. Sein Gedanke: Jetzt wird es kunsthistorisch. Jetzt wird es gewichtig. Susanne hatte ihm da einen Halbsatz zur Vervollständigung geschickt, der hatte es wirklich in sich. Man kann ja schließlich hier im Block keine Abhandlung darüber schreiben, was Dadaismus ist. Aber die Wortbedeutung könnten man mal nachschlagen, hat er sich wohl gedacht. Und fand da neben vielem anderen die Erklärung, dass der Dadaismus seinen Namensursprung in der Bezeichnung eines französischen Spielzeugs haben soll. Französische Kinder nannten wohl ihr Steckenpferd Dada. Ob das wohl stimmte?

Egal: Der Dadaismus ist groß, gewaltig und eine Kunstströmung, die nicht mehr wegzudenken ist und – für Juergen ganz wichtig – das Konventionelle ablehnt, nach neuen Wegen suchte und Nichtkonformistisch daherkam. Oder kommt, denn den Neodadaismus gibt es ja auch schon. Für den Rest nehme man das Internet.

Nach einigem Zögern hat Jürgen dann eine Notiz geschrieben. Die hatte Bestand, auch nach Tagen noch, und Jürgen hat also vervollständigt mit „…da und da und da!“ Der ganze Satz geht jetzt also so:

Dadaismus ist da und da und da!

Und Susanne bekommt von Jürgen jetzt folgenden Satzfetzen zugeschickt: „Wenn ich einen rostigen Nagel fotografiere …“

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ABC-Projekt: H wie Himmel und Hundertmorgenweg

Wenn man auf die Karte Deutschlands schaut, dann sind wohl der Breisgau und der Niederrhein in Deutschland vom Klima her bevorzugte Gegenden. Dennoch: die Luftfeuchtigkeit macht uns schon zu schaffen und bisweilen braut sich richtig was zusammen.

Auch auf seinen Radtouren übers flache Land ist der Himmel immer nahe und mit ihm der Hundertmorgenweg, der über die Felder von Wachtendonk nach Kerken führt – solche Namen tragen hier am Niederrhein die Dörfer.

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https://wortman.wordpress.com/2021/04/18/projekt-abc-h-wie-hilferuf/

künftig/bald/nach vorne: Faltungen – einige Fragen. Wenn ihr mögt: bedient Euch!

Faltungen ist das Thema: Hier gehören heute und jetzt die Fragen hin, die Jürgen beschäftigen. Er geht immer von solchen Fragen aus, sucht Handlungsanweisungen, die etwas klären könnten und steigt dann in sein Thema ein. Ich lasse Euch gerne teilhaben.

Ihr dürft Euch gerne bedienen- er bittet ausdrücklich darum, denn ein gemeinsames Vorgehen bereitet einfach mehr Freude und fördert den Austausch.

Hier die Fragen und Anweisungen – vielleicht hat jemand Interesse daran ebenfalls einzusteigen, wie gesagt: bedient Euch, setzt um, was Euch anspricht, er würde sich freuen:

Was erhoffe ich mir in der Beschäftigung mit diesem Thema?
Streife durch Deine Atelierräume und sammle alle Papiere zusammen, an denen du Faltungen vorgenommen hast und versuche dich zu erinnern, warum du dies getan hast. Zeichne dazu ein Gedankenprotokoll.
Zudem kannst Du mit Deiner Kamera eine Reise durch die Räume vollziehen, die du bewohnst, Faltungen suchen und sie fotografisch dokumentieren. Eine Weiterverarbeitung ist sicherlich in Form eines Journals scheint sinnvoll.

Woher kommt die Faszination für Faltungen?
Es scheint unabdingbar, dass eine Reise in die Vergangenheit notwendig wird. Es gilt den Prägungen zum Thema auf die Spur zu kommen, indem man alphabetisch fortschreitend nach Erinnerungen im Zusammenhang von Faltung und Papier sucht und sie als Zeichen-Stichwort notiert.

Welche Faltungen kenne ich aus meiner Kinderzeit?

Mache eine Gedankenreise und falte mit Restepapier, an was Du Dich erinnerst. Als zweite Möglichkeit könnte man Papierflieger, Drachen, die Hexentreppe, Himmel und Hölle, die Ziehharmonika und Schachteln falten und in einer eingerichteten Fotoecke fotografieren.

Gibt es Grundtechniken der Faltung?
Im Atelier liegt ein Buch zum Thema „Basteln mit Papier“ und eine Internetrechersche zum Thema Origami oder Faltungen in der Architektur gibt vielleicht auch Hinweise. Sammle die Informationen in einer Datei und wende das Gelesene experimentell an.

Welche Auswirkungen haben Faltungen auf ein Motiv?
Erstelle eine Versuchsanordnung. Wähle dazu zwei Motive aus, ein flächiges und eines mit vielen Linien, kopiere sie und nimm Faltungen vor. Beginne einfach. Fasse die Ergebnis in einem Journal zusammen, in welchem die Ergebnisse eingeklebt werden.

Welche Faltungen kenne ich?
Gehe durch deine Räume und schaue Dir Werke an, die durch Falten entstanden sind oder an denen Faltungen vorgenommen wurden. Schneide spontan die Faltlinien als Netze in Holzplatten und drucke sie.

Was bewirkt ein Knick, oder auch mehrere, auf einem Stück Papier?
Nimm verschiedene Blätter -, dünne, große, kleine, blanko, bedruckt, beschriftet, bezeichnet – und vollziehe einen Knick oder mehrere. Arbeite möglichst frei. Fotografiere das Ergebnis oder klebe ein Papierobjekt oder einen Fries. Oder setze einzelne der Ergebnisse in offene Pappschachteln.

Was soll die Faltung nicht bewirken? Wenn du am Ende des Projektes angelangt bist, dann sortiere die Werke aus, die Deinem Anspruch absolut nicht entsprechen. Begründe! Gib ihnen eine andere Wertigkeit, indem Du sie fotografisch in einem Heftchen bündelst.

Wie verändert eine Faltung das zweidimensionale Blatt und die Motive darauf? Dies ist eine Vorher- Nachher Situation. Falte Papier und finde jemanden, der den Prozess und das Ergebnis mit seinen Mitteln beschreibt.

Wie wirken Faltungen und Licht aufeinander? Wie verändert sich die Zweidimensionalität? Baue Dir eine Fotoecke aus weisem Papier mit einer oder mehreren Lichtquellen und fotografiere Faltungen vor weißem Papier. Schicke die Ergebnisse Deiner bildhauerischen Arbeit einer bildhauerischen interessierten Person zur Stellungnahme oder Weiterverarbeitung. Es gibt viele mögliche Formen der Stellungnahme. Es geht um den Dialog.

Was verbindet Faltungen und Netze? Im praktischen Tun gibt es vielleicht Antworten: Falte, gezielt oder zufällig, entfalte und dokumentieren die vorliegenden Netze zeichnerisch, fotografisch und druckgrafisch. Klebe zudem die entfalteten Papiere zusammen.

Wie bringe ich Faltungen und Restepapier zusammen?
Fische mit geschlossenen Augen fünf der größten Blatter aus dem Stapel an Restepapier und falte eine Hexentreppe, eine Schachtel, ein Dach, ein Kanu, eine Ziehharmonika, einen Zylinder und eine freie Figur und vereine sie zu einem Ganzen.

Wie bringt man dass zusammen: Holzschnitt und Faltung?
Es wäre zu klären, welche Schnittstellen diese beiden Begriffspaare haben. Ziel, Inhalt, Methode, Organisationsform sind Oberbegriffe, die etwas strukturieren können – sie haben dir im Leben bei Vorträgen oder Zusammenfassungen stets geholfen. Nutze sie jetzt und arbeite theoretisch daran, anschließend praktisch.

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ABC Projekt: F wie Feld mit Fits

Ein Feld, davor eine Fits: das ist der Niederrhein hier an der holländischen Grenze. Die Felder gehen oft bis zum Horizont und die Fits, das ist ein Fahrrad – so nennen die Niederländer dieses Gerät und wir hier auch. Die Sprache hält sich nicht an die Grenze. Und in der Freizeit macht man eben eine kleine Fahrradtour oder Fitstour durch die Felder. Und in Coronazeiten erst recht.

Hier der Link zum Projektaufruf: >>> Wortmann <<<.

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Projekt ohne Namen #65: … „because I’am nacked, and you will come in“

Als „Dinks song“ ihm letztens über den Weg gelaufen ist, in seinem Mix der Woche auf Spotify, da hat Juergen zuerst gedacht, dass es ein Song von Bob Dylan sei. Und jetzt schickt Susanne Haun eine Textzeile aus diesem Song, „Now my apron’s up to my chin, because…“, und Jürgen erfährt, dass dies ein Filmsong ist und bei Wikipedia liest er dann, dass der Song eine Geschichte hat, so eine richtig lange, mit unzähligen Interpreten, mit diversen Textversionen, und Jürgen hat sich hingesetzt, die Chords und Lyrics rausgesucht und das Lied gespielt. Ich fand das richtig gut und habe mit Interesse zugeschaut und zugehört. Und dabei ist ihm dann auch der zweite Teil des Satzes eingefallen: … because I‘am nacked and you will come in“

Im Ganzen klingt das jetzt so:

S: „Now my apron’s up to my chin, because…“ J: … I’am nacked und you will com in“

Das Projekt “Projektohnenamen” geht also weiter. Dabei schicken sich Susanne Haun und Juergen gegenseitig Halbsätze zu, die der andere vervollständigen soll und zusätzlich visualisiert: alles ist dabei möglich. Jürgen benutzt dazu Dekobögen, altes Restepapier und kleine Druckstöcke aus seiner Kiste für Kleines. Er zeichnet, klebt und druckt. Den Antwortsatz hat er grob im Kopf, der Restergibt sich während des Arbeitens. Das Material diktiert das so manches.

Auf Instagram kann man das Projekt verfolgen: >>> https://www.instagram.com/projektohnenamen/<<<

Jürgen schickt Susanne jetzt folgenden Halbsatz: „Sie sollten sich klarer ausdrücken …

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Projekt ohne Namen: “ … wie die Linien das Blatt durchsägen.“

“Es ist immer wieder aufregend…” Dieser Halbsatz ist Jürgen über Susanne Hauns Blog zugeflattert: Hier der Link: >>> [ …] <<< Darauf muss er antworten. So die Vereinbarung. Das machen sie schon seit Jahren so ohne das ihnen langweilig wird.

Diesmal hat Jürgen sich im Atelier umgeschaut, einiges auf den Tisch gelegt, sich hingesetzt und einfach mal geklebt und gedruckt. Erst tun, dann denken! Und danach dann hat er seinem Bild einen Titel gegeben: “ … wie die Linien das Blatt durchsägen.“ Normalerweise funktioniert das bei ihm umgekehrt: erst die Ergänzung des Satzes, dann das Bild.

Also heißt der ganze Satz jetzt so: “Es ist immer wieder aufregend wie die Linien das Blatt durchsägen.”

An Susanne schickt er jetzt einen Satz, den er am Donnerstag auf dem Wochenmarkt beim Fischkauf hörte: Verbringen sie ihre Tage im Dreck oder …?

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