Beelden op de kaart

Wie schrieben Anja und Ria sinngemäß auf Facebook: „zweite Corona Welle, also zweites kollektives Kunstprojekt“. Eine Kollaboration mit über 30 Teilnehmern, initiiert durch die Beiden aus Millingen/Rhein, mit dem Titel: >>> Beelden op de kaart.

Es geht um Bilder oder Skulpturen, die aus der Beschäftigung mit Orten in den Niederlanden entstehen. Von und mit diesen Orten. OrtsNummern und ein filmisches Wahlverfahren sorgen dafür das jeder Künstlerin, jeder Künstler, per Zufallsprinzip ein Ort zugeordnet wird. Und los geht es.

Jürgen wird daran teilnehmen, allerdings hat er nicht spontan zugesagt. Es galt vorher einiges zu überlegen:

Ist das ein Projekt, in welchem ich mich wiederfinde, thematisch und inhaltlich? Ja!

Habe ich den nötigen Freiraum für meine besondere Art der Darstellung! Ja!

Muss man sich da in der Gruppe besonders positionieren? Eher nicht!

Gibt es einen Zugewinn? Wird mir das Freude bereiten? Ja!

Lerne ich neue Leute kennen? Ja!

Passt ein solches Projekt in meine Terminplanung? Ja!

Wird es dialogische Möglichkeiten geben, oder bringt man sich nur additiv ein? Ja und nein und vielleicht – schwierig!

Ist die Sprachbarriere eine Hindernis? Nein!

Ist die Präsentation der Ergebnisse eine Internetpräsenz? Ja!

Juergen bekam den Ortsteil Hoeven im Ort Uden in Nord-Brabant zugeteilt.

Buchalov

das Zwickelbüro am Sonntag

Taram, Taram, Tam Tam, Tam Tam: Heute ist Montag und gestern abend hat das Zwickelbüro für dieses Jahr seine Pforten geschlossen. Im Februar wird es allerdings wieder geöffnet werden.

Das Zwickelbüro ist ein kreatives Kleinraumbüro.

Das Zwickelbüro ist eine Gedankenbüro.

Das Zwickelbüro ist ein Experimentierfeld.

Das Zwickelbüro ist ein Rückzugsraum.

Und das Zwickelbüro ist nach Meinung von Jürgen so etwas ähnliches wie Dada. In einem Kommentar an Eva schrieb Jürgen dazu: “Und was Dada anbelangt: ist Dada als weit gefasster Begriff nicht auch die Auflegung gegen Widerstände, gegen Herkömmliches in der Kunst, gegen Reales, gegen das Ernste? Dada ist doch spielen, experimentieren, frei sein, surreal sein, oder? In diesem Sinne ist das Zwickelbüro auch Dada.”

Antje meinte zu Jürgen gestern, dass ihre Ergebnisse mit dem Gehirnzwickel zu tun hätten. Da gebe es ja im Stammhirn einen Bereich, den man Zwickel nenne. Der wurde schon im letzten Zwickelbüro untersucht. Gestern gab es die Fortsetzung. Antje hat sich von Jürgen eine alte Druckplatte aus seinem Bestand geschnappt, auf ihren Hintergründen gedruckt – Antje ist Spezialistin für vorgefertigte Hintergründe auf Rentenpapier – und hat das Ergebnis malerisch bearbeitet -so erreicht sie Tiefe und Plastizität. Sie mischt das Drucktechnische mit dem Malerischen.

Und Juergen hat gestern seine riesige Linolschnittplatte weiter bearbeitet, mit der Musik im Hintergrund gesummt, gepflötet und gesungen und war weiterhin auf der Suche nach einer Form des Zwickels, die er noch nicht bearbeitet hatte. Die Platte hat er in verschiedenen Variationen gedruckt.

Buchalov

Das Zwickelbüro am heutigen Freitag

Heute ist Freitag und das Zwickelbüro hat heute nachmittag geöffnet. Antje war da. Sie und Juergen arbeiten gerne im „Zwickelbüro“: das Thema kann der Zwickel sein, wobei der Zwickel ja so vieles sein kann.

Das gilt nun auch für den kommenden Samstag und Sonntag. Dass das Zwickelbüro geöffnet hat, ist auch der Versuch, neben dem gemeinsamen kreativen Experimentieren im Atelier, in den schweren Zeiten so etwas wie die Normalität herzustellen, die es vor Corona gab. Aber Jürgen weiss: diese Normalität wird es so nicht mehr geben. Aber er will nach vorne schauen. So wie in seinem Projekt „künftig/bald/nach vorne“.

Jürgens Thema heute: die Verarbeitung von zwei Zwickelansichten aus einem „Art-Sonderheft“, das sich mit Mode und Kunst beschäftigte.

Antjes Thema: Weiterarbeit an einigen Drucken zum Zwickel.

Buchalov

Projekt ohne Namen: “Irgendwann wird der Mensch müde, …”

Im „Projekt ohne Namen“ senden sich Susanne Haun und Jürgen im Wechsel halbe Sätze zu und der andere muss sie vervollständigen und ein Werk der Visualisierungen dazu erschaffen. Seit 2016 machen sie das schon so.

Diesmal hat Jürgen folgenden Satz bekommen: „Irgendwann wird der Mensch müde“. Also, so interpretiert er das: einmal geht es um die Pandemie und was diese mit uns anstellt. Dann geht es wohl auch darum, dass wir der Beschäftigung mit diesem Problem überdrüssig werden und vielleicht in unseren Anstrengungen geschützt mit dem Virus umzugehen nachlassen.

Das Spielerische, das er ansonsten im Projekt auslebt, hat Jürgen diesmal nicht zu packen bekommen. Der Satz hat ihn gehemmt. Diesmal, so sagte er mir, sei es für ihn echt schwer gewesen. Wenn er den Halbsatz von Susanne zugeschickt bekommt, dann bildet er sogleich und unverzüglich weitere Halbsätze, spontan und ungefiltert. So auch diesmal. Folgende Satzfortsetzungen standen alle auf seiner Liste, und das sind nur die, die nach einer Woche übrig blieben, das „ernste Zeug“ hat er aussortiert:

Irgendwann wird der Mensch müde,

… und nimmt sein Doppelherz B12 Vita Energie.

… brüht sich einen Salbeitee und weiter gehts.

… gönnt sich eine kalte Dusche und schaut mal.

… und wirft sich einen Aufheller ein.

… und geht zum Arzt.

… und weint sich beim Zähneputzen aus.

… weint kurz und tritt sich dann selbst in den Hintern.

Geworden ist es nun folgende Konstellation:

Susanne: Irgendwann wird der Mensch müde, …

Jürgen: …hört nur noch auf seinen Bauch und schon steht Satans Thron im Pergamonmuseum.

Für Susanne hat Jürgen nun folgenden Halbsatz als Aufgabe

Für ein Manifest genügt ein Wort: …

Buchalov

Künftig/bald/nach vorne: Transformation – Finale

Juergen stand heute morgen im Raum, im Atelier, drehte sich um seine eigene Achse und sagte: “Es ist schon erstaunlich welchen Weg ich in der letzten Woche gegangen bin” Er meinte die Transformation, dieses Thema, das ihn nach vorne bringen sollte und wohl auch nach vorne gebracht hat. Und nicht nur ihn. Viele haben sich anstecken und inspirieren lassen und Dinge ins Projekthema in ihren Blogs eingebracht, die nicht ohne Wirkung blieben. Man ist zudem näher aneinandergerückt. Dafür bedankt sich Jürgen bei allen von Herzen. Ohne diese Hilfe, wäre das Thema sicher nicht so umsetzbar gewesen – eine gelungene Kollaboration, findet er. Und ein kleiner Ersatz für die fehlenden realen sozialen Kontakte in Zeiten des zweiten Lockdowns.

Aber nun zu der Frage, was er denn heute noch so erledigt hat. Da war zum einen der Linolschnitt, der weiter geschnitten wurde und von dem ein weiterer Abdruck gefertigt wurde. Jetzt fehlt nur noch das Anthrazit.

Aber: Transformation heute, am Montag, das bedeutet: Finale!

Und da war die Wand, vor der Jürgen noch einmal gesessen hat. Er fragte sich wohl, welche Sprossungen und Keimungen zu sehen seien und welche er weiter verfolgt hätte, wenn es nun weitergehen würde. Bei seiner rhizomartigen Arbeitsmethode ist ja ein Ende nicht absehbar. Es geht immer weiter, die Dinge entwickeln sich, sie wachsen, ein Thema ist nie zu Ende. Auch wenn es im Moment so scheint.

Buchalov

die Transformation und die Zwickelwoche

Der Transformator schweigt und lächelt. Der Transformator ruht in sich und arbeitet. Der Transformator wandelt um. Der Transformator ist Teil der Transformation. Jeder von uns ist ein Transformator.

Transformation, das ist Jürgens Thema. Er wird sich nachdem das Zwickelbüros nun nicht stattfindet mit diesem Thema eine Woche lang beschäftigen. Das steht fest, das hat er so beschlossen. Wer mitmachen will ist herzlich zur Teilnahme eingeladen und kann im Dialog auf Facebook, wordpress oder Instagram seine Ergebnisse zeigen und sich mit uns hier verlinken. Wir würden uns Beide darüberschreiben freuen.

Dieses Thema hat eine Vorgeschichte und wenn ihr Zeit habt erzähle ich sie hier kurz.

Jürgen sagt, ihm sei schon sehr schnell zu Beginn der Coronakrise deutlich gewesen, dass es mit dem Zeigen der Kunst, mit der Erarbeitung der Themen, die einen beschäftigen vorbei sei. Er habe sich daher einen gedanklichen Baukasten verschiedener Themen zugelegt, den schriftlich fixiert und darin zu genau diesen verschiedenen Themen Handlungsaufträge niedergeschrieben, die bei ihrer Umsetzung Ergebnisse kreieren, die Klarheiten zum Thema schaffen können. Die möglichen Handlungsaufträge orientieren sich an sehr zentralen Fragen. Man kann das Ganze wie einen Baukasten verwenden.

Eines der Themen ist dabei die „Transformation“. Die hat ihn wohl schon immer beschäftigt. In seinem Baukasten sind jetzt folgende Punkte niedergeschrieben, die er zum Teil in der Woche abarbeiten will. Und wer daran teilnehmen möchte ist wie gesagt herzlich dazu eingeladen. Vielleicht wird ja eine Woche lang daraus etwas Größeres.

die Transformation/ questions to the transformation

Können Worte und Sätze die Realität  verändern? Wie transformiert sich die Realität?-  Deshalb bitte ich Dich, einen Satz laut auszusprechen, mit der Absicht, die Realität um Dich herum zu verändern. 

Was geschieht eigentlich beim Vorgang der Transformation? – Das ist ein Sachverhalt, den kann uns nur ein Transformator selbst erläutern. Wenn wir uns umschauen, werden wir einen solchen finden, können ihn untersuchen und sollten ihn und sein Innenleben vorstellen.

Woher kommt die Energie für Transformationen? – Energie kann sich bündeln, in Energiefeldern. Finde bitte ein Kraftwerk, ein Energiefeld oder ein energetisches Etwas und lass uns teilhaben an seiner Form und Funktion.

Wie verändert sich die Form eines Gegenstandes in der Transformation? Natürliche Gegenstände aus dem Mülleimer oder Kompost gibt es in der Regel genügend im persönlichen Umfeld. Wähle bitte einen aus und bilde ihn ab in seinem Jetztzustand. Und seinem vermuteten Urzustand. Dazwischen könnte seine Transformation liegen.

Was geschieht mit dem Kern einer Sache bei verschiedenen Materialzuständen? – Wer Im Wald oder Garten mit besonderem Blick unterwegs ist, findet Natürliches, das sich aktuell oder ständig transformiert. Und einen Blick auf seinen Kern freigibt. 

Ist Transformation eine Wanderung? – Überall um uns herum gibt es Geschichten und ihre Akteure, die die Geschichten vorantreiben. Begleite eine solche Person auf ihrer Wanderung durch das Geschehen und lasse auch uns daran teilhaben.

Ist nicht alles Transformation und Umwandlung? – Es gilt, einen Gegenstand  im Atelier nach dem Zufallsprinzip auszuwählen und die Spuren der Zeit an ihm und in ihm aufzugreifen.

Verändert die Transformation die Materialzustände? – Wärme, Hitze, Feuer sind Quellen der Energie. Ihnen sind Gegenstände und Dinge ausgesetzt. Sie verändern diese. Du könntest genau dies tun und uns zeigen, was geschieht.

Hat Transformation für uns eine Bedeutung? – Unser eigener Körper ist die Transformationsstelle, die uns selbst sehr nahe ist. Wenn es Dir nichts ausmacht: beobachte Dich und zeige die Stellen, wo in und an Dir Transformationen stattfinden.

Ist Sterben ein Teil der Transformation? – Dinge ohne scheinbares Leben existieren zuhauf um uns herum und können in den Blick genommen werden. Sie zeigen immer noch Spuren des Lebens. Um diese geht es. 

Wiederholen sich Transformationszustände? – Kern der Künstlerischen Arbeit ist im weitesten Sinne das Abbilden. Daher: erzeuge bitte immer wieder und immer wieder das Bild einer natürlichen Form und zeige ihre Abbildungen.

Ist die Transformation ewig? – Wer die Augen verschließt, verzichtet nicht auf seine Sinne. Die restlichen sind um so aktiver. Ich möchte Dich bitten,  mit Deinen Sinnen auf Reisen zu gehen.

Wie geschieht Transformation in der Zeit? – Die Zeit ist in allem. Sie ist daher auch Teil der Transformation und es scheint sinnvoll, sie zu beobachten und ihre Veränderungen festzuhalten. Und weiter: ja, die Zeit: sie durchdringt alles. Alles bewegt sich in der Zeit und wandelt sich. Auf einer Zeitschiene kann so etwas sicherlich exemplarisch dargestellt werden.

Kann Kunst unser Bewusstsein transformieren? – Bewusstseinsänderung und Veränderungen der realen Bedingungen hängen sicherlich zusammen. Wenn das also auch für die Transformation gelten soll, zeige Variationen eines Kunstwerkes, das Dich bewegt hat.

Kann natürliches Material zu geistigem werden? – Dieses Mal ermutige ich Dich, das Material des Gartens zu verwenden / es sich anzueignen / sich von ihm inspirieren zu lassen, seine Form zu ändern und es in eine Partitur umzuwandeln, die durch Sprache und Deine Stimme ausgedrückt wird.

Buchalov

keine Zwickelwoche

Morgen sollte es losgehen, eigentlich, so war es abgesprochen: Antje und Jürgen wollten wie geplant das “Zwickelbüro” in Geldern in Jürgens Atelier eröffnen. Wie schon so oft. Und Jürgen freute sich auf Antje. Und das ist nicht nur so hingeschrieben. Das “Zwickelbüro” ist nämlich ein Collaborationsprojekt mit ihr, der Malerin. Beide eröffnen jährlich dieses Büro und sie kümmern sich im weitesten Sinne um das Thema “Zwickel”. Und im engeren Sinne bringt jeder etwas mit, Gedanken, Kataloge zum Zerschneiden und Bemalen, Ideen, Zwickelstoffe, diverses Material, etwas zum Essen, Zwickelphantasien und eine Ahnung davon, was gehen könnte. Zwickel, das sei so etwas wie Dada behauptet Jürgen immer. Er glaubt auch, dass sie damit ein Alleinstellungsmerkmal besitzen.

Und genau das wird es im Atelier von Jürgen diesmal nicht geben. Die Pandemie ist jetzt und die Kontakreduzierung steht im Vordergrund. Eine Alternative müsste her, aber welche? Juergen denkt wohl viel darüber nach. Wie kriegt man eine Collaboration in diesen pandemischen Zeiten hin? Na ja!

Ergebnisse der letzten Jahre kann man hier sehen: >> [ https://juergenkuester.net/?s=Zwickel&submit=Suchen%5D <<

Buchalov

für Myriades Impulswerkstatt

Da gibt es dieses Bild einer Schlange. Im Blog von Myriade. Gekoppelt mit der Aufforderung sich literarisch in einer Impulswerkstatt einzubringen. Das finden Jürgen und ich gut. Hier der Link: https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2020/10/05/frau-flumsel-und-myriade-praesentieren/

Jürgen weiß aber, dass er mit seinen literarischen Fähigkeiten keinen Blumentopf gewinnen kann. Das Bild jedoch, die Schlange, das kennt er. Zeichnerisch hat er schon mal Ähnliches hingekriegt, im letzten Jahr bei „den Akkrum – notes“. Und bei „Latos Schnüren“. Dabei gilt: Die Schlange ist die Linie, die Schnüre sind die Linie und erst recht die Seile in Akkrum.

Und daher wäre das obige Bild dann diesmal sein Beitrag zur Impulswerkstatt. Mit der Bitte: liebe Literaten ehrt mir die Linie, setzt ihr ein Denkmal! Denn die Linie ist Basic, ist Ur, ist Anfang und Ende, ist der Kern!

Buchalov

künftig/bald/nach vorne: Wasser und Photos

Wasser eingrenzen

Wenn Juergen umherschleicht, im Thema, oder unterwegs an Orten, dann fotografiert er. Oder er verwendet alte Photos, die er mit Hilfe der Colorama-App auf dem iPhone verfremdet.

Ein wichtiger Hinweis, so Juergen, dürfe heute nicht fehlen: Es geht um die Wasserbilder von Ule Rolff. Ule hat auf ihre Art Jürgens Projekt begleitet, ohne feste Absprache, sie haben sich ein wenig ausgetauscht und angenähert. Jürgen dankt sehr dafür. Die Wasserbilder von Ule kann man hier sehen: https://ulerolff.net/

Buchalov

Projekt ohne Namen #57: “Mein Lebenslauf ist bunt …”

“… and the circle turns around and around and around.”

Als Ergebnis nur ein einziges Bild: das funktioniert nicht mehr. Es entstehen mittlerweile immer viele Varianten eines Motivs, und Juergen kann sich nicht mehr sogleich entscheiden, was er auswählen soll. Wovon rede ich?

Im „Projekt ohne Namen“ senden sich Susanne und Jürgen im Wechsel halbe Sätze zu und der andere muss sie vervollständigen und ein Werk der Visualisierungen dazu erschaffen. Seit 2016 machen sie das schon so. Und dass dabei nur ein Werk entsteht, genau das funktioniert bei Jürgen momentan nicht mehr. Also werde ich Euch hier einige Variationen zeigen.

Und nun zu dem Halbsatz, den Jürgen bekommen hat. Susannes Leben scheint ein bewegtes und vielfältiges und facettenreiches zu sein, oder gewesen zu sein. Wer kann das schon sagen. Gratulation! Ihr Satz für Jürgen lautete daher : “Mein Lebenslauf ist bunt …”

Jürgen hat sich mit mir besprochen wie er damit umgehen soll. Er werde dieses Jahr siebzig Jahre alt, und da stelle sich die Frage nach einem Leben und ob es bunt gewesen sei anders, als wie bei Susanne, die ja einen Lebenslauf geschrieben habe. Für ihn klinge der Satz eher wie eine Aufforderung zur Bilanzierung. Er wisse im Moment gar nicht genau, ob sein Leben bunt gewesen sei. Da müsse er wohl mal länger drüber nachdenken. Denn bunt, das sei so ein Begriff, der sich ihm nur schwer erschließe. Er wisse nicht genau, was das bezogen auf ein Leben bedeutet. Aber ein langes Leben habe er jetzt schon auf dem Buckel, und er hoffe, dass es noch nicht so bald vorbei sei. Ein paar Jahre dürfen es ruhig noch sein. Es gäbe noch einiges zu tun. „The circle can go around and around“, wenn es noch ihm gehe. Er weiß, dass er diesen halben Satz schon einmal verwendet hat: doppelt hält eben besser. Und im Hintergrund lief auch noch der alte Byrdssong “Full circle”. Damit war die Motivlage für sein Werk klar.

Und so setzen sich die zwei Teile nun zusammen: “Mein Lebenslauf ist bunt and the circle turns around and around and around.”

Und Susanne bekommt von ihm jetzt folgenden Halbsatz: “Mit diesen in den Raum gesprochenen Worten werde ich die Realität gewaltig verändern: …“

Buchalov