der zweite Schritt: #2 – 2019

Da steht ein Thema an: „der Zwickel“. Zusammen mit Antje. Ein ganzes verlängertes Wochenende lang. Über Karneval. Auch so eine Art von Karnevalsflucht. Sie wollen sich herantasten. Und mit dieser Skizze hat nun die konkrete Umsetzung bei Juergen begonnen.

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Strahlenmadonna

Mit Religion hat Jürgen ja nun wirklich nicht all zu viel am Hut. Aber im Kloster Mariengarden/Burlo bei Borken ist ihm im Januar dann wieder ein „kirchliches Highlight“ über den Weg gelaufen: die Strahlenmadonna. Wobei es weniger die Madonna war als vielmehr die Strahlen, die damit verbundene Energie und die Komposition des Motivs, die ihn so faszinierten.

Hier der Googlelink zu diversen Strahlenmadonnen: https://www.google.com/search?q=strahlenmadonna&tbm=isch

Und dort Juergens Skizze („wenn aus einer Strahlenmadonna ein Federball wird“):

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etwas steigt hoch

Da steigt etwas hoch, bei Juergen, ein Wort, ein Wort, das schon einmal vor Jahren im künstlerischen Beisammensein mit Peter Maschke herumgeisterte, in Juergens Geschichte von Lato (hier der Link: >>> ) vorkommt und nun bei der Beschäftigung mit Per Kirkeby wieder von unten nach oben steigt:

  • Sediment
  • Sediment
  • Sediment
  • Sediment
  • Sedime
  • Sedim
  • Sedi
  • Sed
  • S

Und dann ist da ja noch die Methode des rhizomartigen Vorgehens. Ich bin ja wirklich gespannt, wo das hinführt und ob das Wort „Sediment“ an der Oberfläche bleibt, und wächst, und ob er es zu fassen bekommt, der liebe Juergen.

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Projekt ohne Namen: „…die das Rhizom fressen wird!“

Das „Projekt ohne Namen“ läuft seit 2016. In Zusammenarbeit mit Susanne Haun vervollständigt Juergen halbe Sätze, die ihm von ihr zugeschickt wurden und visualisiert sie anschließend. Susanne macht das Gleiche. Eine Übersicht des bisher Geschaffenen sieht man hier:

2019 und das Projekt ohne Namen – Zeichnung von Susanne Haun

Susanne schrieb als Letztes: „Inhaltsverzeichnisse sind Wissensquellen, die …“

Und Juergen antwortete: „…die das Rhizom fressen wird!“ Und wie fast immer hat er drei Blätter dazu angelegt, mit einem kommt er nie aus, Mischtechnik. Erst hat er mit Holzresten gedruckt und danach mit Tusche gezeichnet.

Juergens neuer Satzanfang für Susanne lautet: „Die Weltenseele ist mir noch nicht begegnet, …“

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Klausurwoche, Tag 4

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„Tja“, so Juergen zu sich selbst. Er merke schon, dass die selbst auferlegte Klausurwoche im Atelier Wirkung zeige. Er arbeite seit Montag kontinuierlich jeden Tag und fühle sich gut. Heute hätten am Anfang des Tages wieder  zeichnerische Skizzen gestanden und danach habe er das Linolium für den nächsten Druck der Edition geschnitten. Perfekt!


Ein Gedanke allerdings sei ihm heute nicht aus dem Kopf gegangen: Kann man nicht eine solche zeichnerische Arbeit auch auf der Plattform „Instagram“ mit anderen realisieren, gemeinsam, als Projekt?

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Klausurwoche, Tag 2

Er sei heute alleine gewesen im Atelier, die gesamte Zeit über. Aber viel Zeit habe er auch  dort heute nicht verbracht, nur den Vormittag, denn nachmittags habe ein musikalischer Termin angestanden. Dennoch, so Juergen, sei es ihm gelungen die Linolplatten für die „BFT – Edition“ zu schneiden. Den Druck habe er auf morgen oder die nächsten Tage verschoben.

Mit drei kleinen, skizzenhaften Zeichnungen habe er den Tag im Atelier heute begonnen.

Tja, so sei es heute gewesen.

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zwei Dinge, vielleicht nicht ganz unwichtig

1. Die Karmareinigung

„Cambrascade“ schreibt auf ihrem Blog: „Man erzähle und schreibe die eigene Lebensgeschichte von der Geburt bis jetzt. Immer am Lebensfaden entlang – erinnern, was alles war, mit den Details, den Mustern, den Begegnungen. Die Kindheit durchwandern, die Feuer, an denen wir saßen, das Erwachsen. Alles betrachten, schauen, den eigenen Weg bezeugen, ehren, anerkennen wie es war, loslassen, was Zeit ist. Das kann dauern, bis man angekommen ist im Jetzt.
Dann wird alles nochmal erzählt, zurück in der Zeit, von jetzt bis zur Geburt. Auch das darf dauern. Beim zweiten Mal beginnt sich Manches zu verändern. Andere Schichten schieben sich nach vorne, einiges ist bereits runderzählt. Aus den Unterströmungen könnten neue Geschichtenteile an die Oberfläche kommen. Das Licht bricht sich an bestimmten Stellen anders. Einiges ist verschwunden, anderes schält sich heraus, wieder anderes verdichtet sich oder wird transparenter und manches ist ver-rückt.
Aller guten Dinge sind drei. Ein letztes Mal möge man die Lebensgeschichte erzählen, wieder zurück zum Jetzt.“ Das fasziniert Juergen, einmal wegen der strengen Methodik des Vorgehens, aber auch wegen der möglichen Ergebnisse, die einen vielleicht zu sich selbst führen.

2. Liebe – Hoffnung – Glaube

Und im Krankenhaus lag der ältere Theologe neben Juergen im Krankenzimmer und versuchte seinen Schlaganfall im Gehirn zu verarbeiten. Sie redeten, Juergen und er, und sie deuteten an wie sie mit ihrer Last und der Diagnose umgehen würden. Und bei diesem älteren Mann lag alles in der Bündelung der drei Worte „Liebe, Hoffnung, Glaube“. Und Juergen dachte, das man das Religiöse vielleicht wegnehmen müsste und dann könnte es stimmen, für ihn persönlich, für Juergen.

Das alles erzählte er mir, der liebe Juergen.

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