… und warten und verwelken.

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Die Dinge vergehen, mit ihrer eigenen Ästhetik. Ein gutes Beispiel dafür sind die Blumen in Juergens Atelier, die schon seit geraumer Zeit dort am Rande auf einem Regal stehen und warten und verwelken.

Sie erhalten kein frisches Wasser, keine Streicheleinheiten, keine Aufmerksamkeit. Sie sind einfach nur da, stehen dort und warten. Dennoch geschehen Dinge: Moos hat sich angesetzt, das Wasser ist eingetrübt, die Farbe ist blass geworden, das Körperliche wirkt eingefallen. Blass sind sie im Laufe der Zeit geworden.Und reizvoll.

Und dazu passt:

bei diesem Anblick

an den Tod denken:

eher nicht.

Bei diesem Zustand

das Ewige sehen:

das schon eher.

Der nächste Schritt wäre dann logischerweise, so mein Rat an Juergen, diese welkenden Blumen abzubilden, fotografisch oder zeichnerisch. Irgendwie. Ich bin gespannt.

Buchalov

aus dem Häuschen

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Juergen war mit seiner Tochter und mir eine gute Woche am Lago Maggiore. Jürgen behauptete schon vor Ort, das ihn alles total positiv anspringe. Er war vollkommen  aus dem Häuschen über das, was er dort sah: der See in seiner Überschaubarkeit und Ruhe, die Vegetation in ihrer Pracht und Exotik, das Licht – mal mediterran, mal grau, trüb, mal leicht, mal bedrohlich, die Berge in ihrer Unerschütterlichkeit und gleichzeitiger Weichheit, das italienische Lebensgefühl, die Enge der Wege und Strassen, das Gefühl, dass Zeit ein Alter hat, dass in der Zeit die Dinge wachsen, die Architektur, der Atem des Geldes überall,  und und und.

Harmonie und Schönheit und Landschaft waren mal wieder zwischen uns ein Gesprächsthema.

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einiges angesehen

thumb_IMG_1515_1024Man könne momentan an jedem Wochenende eine riesige Anzahl von Ausstellungen, Rundgängen oder Vernissagen besuchen. Damit eröffnete Juergen heute morgen unserer gemeinsames Frühstück in „Zelle k5“. Das sei wie eine riesige Flut an Kunst, in die man eintauchen könne. Wenn man wolle.

Er habe sich in den letzten zwei Wochenenden so einiges angesehen – wegen der Neugierde auf die Kunstwerke und wegen der Kontakte. Schließlich sei er lange nicht vor Ort gewesen. Jetzt frage er sich, was wirklich von dem, was er gesehen habe, Bedeutsamkeit besessen habe. Viel sei es nicht gewesen, wenn er ehrlich sei. Und er sei immer ehrlich.

Aber ein paar Dinge möchte er schon erwähnen, weil sie ihm positive aufgefallen seien:

35Blumen in Krefeld, wegen der Kunst von Lynn Beldner, die es zu sehen gab, klein, fein, spielerisch, und der positiven kommunikativen Stimmung der dort Anwesenden.

Und die Boote-Aktion von Nanni Wagner und Jörg Möller, in der sich die Liebe zum Fremden gezeigt habe und die einen so ungeheure großen Zulauf gehabt habe.

Und Barbara Schmitz Becker in ihrem großen Atelier „Busch8“ in Nettetal, wo es im Rahmen „Nettetaler Kulturszene“  die „Wahlverwandtschaften“, so eine leichte, spielerische und naturbezogene Kunst zu sehen gab, eine Kunst die schleichend nachwirke.

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Der Blick auf die Dinge

 
Jürgens Rechner hat seinen Geist aufgegeben – schon seit Tagen. Und nun ist er notgedrungen im Atelier in seine Skizzenbücher und den gesamten analogen Kram eingetaucht – bis der alte Rechner repariert ist oder ein neuer auf dem Tisch steht. Und er genießt es, scheint mir. Denn er freut sich, was er da so alles an Zeichnungen, Drucken, Texten und Schnipseln entdeckt, diese er gar nicht mehr im Bewusstsein hatte und das ihm offensichtlich Freude bereitet.

Einiges scheint mit der Zeit der Ruhe auch in seiner Bewertung besser geworden zu sein. Oder sein Blick auf die Dinge habe  sich verändert, meinte er. Ich vermute letzteres.

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