Sloten

Es soll, so Wikipedia, die kleinste Stadt in den Niederlanden sein: Sloten. Das ist auch so eine Behauptung, na ja. Aber klein ist diese Stadt schon.

Es gibt den Kanal, links und rechts die mehr als alten Häuser, die Windmühle, die Kanonen, das grobe Kopsteinpflaster, das Abendläuten, die schnatternden Gänse und das Gefühl von stehengebliebener Zeit. Wenn da nicht die Touristen wären: Fahrradtouristen, Wohnmobilisten, sehr viele Menschen von den angelandeten Booten, Autotouristen, Jugendgruppen und und und.

Dennoch: das Städtebauliche gibt einem das Gefühl einer Wanderung im 16. Jahrhundert – bis hin zum Pranger. Ich fragte mich sogleich, als ich ihn sah und berührte, ob ich brav gewesen sei. Der Pranger als Zeichen wirkte also noch immer. Juergen lachte.

Buchalov

OrtsMarken

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Die OrtsMarken sind momentan sein zentrales Thema, keine Frage. Und hier in Montroig findet sich immer etwas, das er vom Boden aufheben kann, das einen zeichnerischen Reiz hat und das später im Atelier durchgearbeitet werden wird.

Obwohl es schwieriger geworden ist, Passende zu finden. Juergen nimmt ja nicht jedes Fundstück in sein Repertoire auf, sondern es muss schon bewußten und unbewußten Kriterien genügen. Doch dazu später mehr. Viele Teile hat er noch nicht gefunden, obwohl er täglich ans Meer geht oder über irgendwelche Geländeteile streicht. Man müsse halt die Ruhe bewahren, meinte er zu mir.

Als er die Zeichnungen fotografiert hat, fand er es sehr anregend, dass die Reflexionen eines Plastikglases, das zufällig auf dem Tisch stand, mit aufs Bild kamen.

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morgens um Acht

Morgens um Acht oder 8:30 Uhr, so ungefähr jedenfalls, nach der Morgengymnastik,  geht Juergen immer zum Meer und schaut und schaut und schaut und fotografiert. Der Verlauf des Wassers im Sand, dann, dieses Spiel, wenn die Wellen heranrauschen oder sich zurückziehen, das findet er spannend. Und unter grafischen Aspekten fasziniert ihn das erst recht.

Die Fotos sind Vorstudien für Zeichnungen, die später einmal Radierungen oder Scherenschnitte werden sollen, und die zu der Serie „als Lato das Meer sah“ gehören werden.

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Gesichter

Ein Gesicht. Und noch ein Gesicht. Und noch eines.

Beim Durchblättern von Juergens Skizzenbuch blieb ich daran hängen. Sie fielen mir auf. Sie schauten mich an und schwiegen. Gesichter: hat Juergen sich etwa selbst angeschaut?

Aber es bleibt dabei: was wissen wir schon. Und man kann den Menschen nur vor den Kopf schauen. Oder ins Gesicht. Daher kann es nach meiner Auffassung nur zwei Wege der Annäherung geben, wenn wir auf die Anderen treffen: den Weg des Vertrauens oder den des Misstrauens. Meine Entscheidung und auch die von Juergen ist klar.

Und an Heike musste ich denken und daran, was sie über das Selbst geschrieben hat. Und wie wenig ich über die Theorie des Selbst weiß. Juergen und ich werden uns da mal ein wenig einlesen.

„Was weiß ich schon von ..“ Daran sollte Juergen vielleicht in diesem Zusammenhang auch mal wieder weiterarbeiten.

Und das alles wegen der Gesichter im Skizzenbuch, erstaunlich!

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Buchalovs Freunde Tour, Tag 11

Nichts! So meint man. Keine Kunst! Art is gone! Stimmt nicht, stimmt einfach nicht. Weinreben und Kirschen im Überfluss! Das auch. Und überall die Spuren von sakraler Kunst, von Kunst in historischen Bezügen, von Art und Tourismus. Bis hin zur Gestaltung der Weinetiketten.

Heute sind wir mit dem Rad gefahren, nach Breisach und zurueck. Von A nach B, und B nach A über C und D. Am Kaiserstuhl entlang. Juergen wollte das so und ich bin ihm gefolgt.

Unterwegs war dann unser zentrales Thema wie die Landschaft den Menschen prägt und umgekehrt. Und das auch die Orte diese Symbiose widerspiegeln. Und der Wein und seine Kultur.

Buchalovs Freunde Tour, 19-06-2018, Königsschaffhausen am Kaiserstuhl