Marokko: unterwegs

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Wenn Juergen und ich unterwegs sind und reisen, dann prasselt ja so einiges auf einen ein. So auch in den vergangenen Tagen in Marokko. Fotografisches hält man dann so manches fest, vieles geht einem auch durch die Lappen. Man redet, man beredet. Juergen ist so ein Typ, der immer versucht, irgendwie rote Fäden, Strukturen, Linien, Verbindungen zu entdecken. Das gibt ihm halt. Dann fühlt sich in der Fremde nicht verloren.

Manchmal knuffe ich Juergen mit dem Ellbogen an, wenn er in den Gesprächen mit Mitreisenden, zu penetrant ist und redet und redet und fragt und fragt. Aber Juergen meint, das gehöre auch dazu, dieses sich mit anderen austauschen darüber, was gerade mit einem geschehe.

Auf der letzten Fahrt hatte er eine Gesprächspartnerin in diesem Sinne, ebenfalls weitgereist, und noch immerzu auf der Suche nach dem, was uns ausmacht. Ich soll von hier aus Claudia herzliche Grüße senden.

Buchalov

Projekt ohne Namen: „Ein Neuanfang bedeutet… „

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Susanne schrieb: „Ein Neuanfang bedeutet …“

Und Juergen hat vervollständigt mit: „… Reset, und die alten Einstellungen werden in der Maschine gespeichert“

Als Juergen, so sagte er, das Wort „Neuanfang“ las, wußte er sogleich den Rest des Satzes. Nur das Bild dazu fehlte ihm. Das hat er dann gestern gefunden, beim Aufräumen des Schrankes, in dem die alten Druckstöcke lagern.

Das mit dem Neuanfang sei, so glaubt er, eine schöne Hilfskonstruktion, um bei den Dingen, die sich einer Lösung verschließen, voranzukommen.. Aber einen wirklichen Neuanfang könne es ja nicht geben, denn das was war, löse sich ja nicht auf. Es ist noch da. Das Neue ist wahrscheinlich ein veränderter Blick auf das Alte, mehr eben nicht.

 

Susanne und er schicken sich seit November 2016 halb fertige Sätze zu, vervollständigen sie literarisch und zeichnerisch. Juergen benutzt dazu immer Reste von alten Druckstöcken, mit denen er auf billigem Dekopapier drückt und die er zeichnerisch ergänzt.

Hier ein kleiner Einblick in bisher Entstandenes: >>> [ … ] <<<

Sein Satzanfang für Susanne lautet nun: „Wenn ich mit dem Finger schnipse …“

Buchalov

Projekt ohne Namen

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Susanne Haun schrieb: Wie Schneeflocken werden die Pappelsamen durch die Luft getragen und …

Jürgen antwortet nun: … sind wie Worte, die die Erde lockern werden. (aus Enzensberger, Windgriff, 1964)

Und so geht es halt weiter beim „Projekt ohne Namen“: einer schickt einen angefangenen Satz, der andere vollendet ihn – literarisch und zeichnerisch. Die Beiden betreiben dieses Spiel, das mittlerweile aber mehr als das geworden ist, schon geraume Zeit. Und Juergen hat immer noch unglaublich viel Freude an diesem Dialog.

Juergen bat mich nun Susanne folgenden Satzteil zu senden:

„Ich konnte zuerst den Weg nicht finden, …“

Was bisher geschah hat Susann hier zusammengefasst: >>> Projekt ohne Namen <<<

Buchalov

wenn der Faden reißt

Jürgen musste seine „Buchalovs Freunde Tour 2017“, zumindest den ersten Teil, abrechen. Und nun sitzt er zuhause und, tja was eigentlich?

Der Faden ist erst einmal gerissen, denn ich habe ihn auf der Fahrt so erlebt, dass die Dinge aus dem Rhythmus der Tour heraus einfach so flossen. Das tägliche Zeichnen, das Schreiben, das Fotografieren, die Gespräche mit den Menschen, die ihm über den Weg liefen, alles das war so wunderbar im Fluss. Und er hatte auch die Ruhe, die Dinge kommen zu lassen. Denn sie kamen zu ihm, ohne dass er gross initiativ sein musste.

Und jetzt: Pustekuchen.


Juergen versucht wieder in den Rhythmus zu kommen, indem in sein extra für die Fahrt angelegtes Skizzenbuch weiterhin morgens beim Frühstück Zeichnungen einfügt, die irgendwie mit der Fahrt zu tun hatten. Ich unterstütze ihn dabei.


Buchalov

Projekt ohne Namen #3

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„ohne #3“– Was soll das denn für  eine Blogartikelüberschrift sein?“, meinte Juergen zu mir. „Ihr konntet Euch ja in Eurem Projekt“ – gemeint ist das Vorhaben zwischen Susanne Haun und Juergen, bei dem der Eine dem Anderen einen unfertigen Satz vorgibt und der fehlende Teil des Satzes zeichnerisch vom Gegenüber ergänzt werden soll  – “ nicht auf einen Projektnamen einigen. Euer Projekt ist daher „ohne“„, habe ich ihm geantwortet.

Juergen hat den zweiten Satz von Susanne, den sie ihm vor Tagen schon mitgeteilt hatte,  mit obigem Bild ergänzt. Susannes Satzteil lautete:

„Es ist schwer vorstellbar, dass der hoch in den Himmel aufragende Turm …!“

Jürgen antwortete:

... tatsächlich ein Raumschiff darstellt.“

Es gab auch noch folgende Alternative, die Juergen aber wohl verworfen hat:  „… auf der Turmspitze steht.“

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Buchalov

was einen vor Ort „anspringt“

52.3. Nullkralle Kuester 2016

Das, was einen vor Ort „anspringt“, findet in den Zeichnungen zur „Null“ seinen Niederschlag. Das meinen sowohl Susanne Haun als auch Juergen, wenn sie sich in ihrem zeichnerischen Zwiegespräch gegenseitig ihre Ergebnisse zusenden.

So sagte man mir.

Susanne war bis vor ein paar Tagen in England. Juergen war zur gleichen Zeit in Spanien.

Buchalov

Berliner Blätter Teil 2, #6

Galerie

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