XYZ – Woche: der siebte Tag ist der, an dem Juergen über Energie nachgedacht hat!

 

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Gestern geschah es, dass ich Juergen sah, wie er nach einer spontanen Idee in seinen Druckraum stürmte und diese Idee mit großem Elan, fast schon  eruptiv, umsetzte. Es sei die Energie, die er habe mitnehmen wollen, und die einfließen sollte in sein Tun. Man sehe das den Ergebnissen an, wenn er mit Macht in sie hineingewirkt habe. Meinte er.

Und dann sei da noch das, was Gerda angesprochen habe, gestern in ihrem Blog (s. hier >>> [ … ] <<<) : die persönliche Stimmung oder Befindlichkeit bestimme auch vieles. damit sei nicht der so oft verwendete Begriff der Muse gemeint. Den Kunst machen sei Arbeit und habe auch mit Disziplin zu tun. Nur zu arbeiten,wenn die Muse einen führe, das sei Unsinn. Aber die persönliche Stimmung wahrnehmen und dann das tun, was da möglich sei, wissend um die eigene Befindlichkeit, das sei, neben dem einbringen der Energie, das, was bedeutsam sei.

Dagmar hat heute weiter an den Collagen gearbeitet und ihr Fundstück „Schneidebrett“ als Monotypie abgebildet.

Die Farbe Schwarz bekam bei Juergen besondere Bedeutung. Er behauptet immer, dass sie den Drucken die notwendige Tiefe gebe. Ohne diese Farbe wirken sie flach. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Fertiggestellt hat er heute einiges:

Juergen meinte auch zu mir, dass er es schon toll finde, mit welcher Energie, nicht explosionsartig, aber langsam abgebend, Dagmar im Prozess voranschreite. Und wieviel Energie sie über die Jahre in ihre Vernetzung eingebracht habe. Dagmar sei deshalb verdammt gut aufgestellt.

Beim Nachdenken darüber, welche Überschrift die „XYZ-Woche“ bekommen könne“, sei ihm die Wandcollage eingefallen: „die Wand“, das sei ein schöner Titel, glaube er.

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Buchalov

im Zwickelbüro: erster Tag

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Das Zwickelbüro hat heute eröffnet!

Der Zwickel ruft. Oder: der Zwickel, unser heimlicher Begleiter. Oder: der Zwickel, die Spielwiese.

Heute jedenfalls war der erste Tag im Zwickelbüro von Antje und Juergen in seinem Atelier in Geldern. Es war nicht so, als wenn beide mal so einfach heute ins Thema reingesprungen wären. Nein, sie haben schon in den letzten Tagen einiges vorbereitet. Das geht ja auch nicht anders, denn sie haben nur drei Tage im Büro zur Verfügung.

Antje arbeitete an großformatigen Blättern und versuchte die Wucht und Unordnung und Freiheit, die für sie symbolhaft im Zwickel steckt, irgendwie zu fassen. Sie liebt momentan den Punk. Er motiviert sie. Punk ist überall, sagt sie.

Und Juergen hat seine Skizzen zum Zwickel mittlerweile in Holzschnitte umgesetzt, es sind sieben, die ersten Druckeschritte absolviert und schneidet sich durchs Thema. Sein Schwerpunkt liegt in der Form des Zwickels. Der Zwickel als Fläche. Der Zwickel im Schnittmuster. Wie fast immer arbeitet er nach dem Prinzip der verlorenen Platte. Daneben fuchst er sich in Monotypien ein, die ja gar nicht so einfach zu realisieren sind, da sie oft sehr schnell in die große Schmiererei abgleiten. Na ja!

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OrtsMarken Römö und Montroig-Bahia

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Auf einer der vielen Fahrradrundfahrten auf Römö im Juli letzten Jahres sei er bei einer kleinen Picknickpause über diese Marke gestolpert, so Jürgen. Er könne sich auch immer noch gut an die vielen Trödelstände auf der Insel erinnern. Für ihn seien das echte Höhepunkte gewesen. Überhaupt: was für ein Strand auf dieser Insel!

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Und das hier sei ihm am Strand von „Montroig- Bahia“ in Spanien vor die Füße gefallen, da wo Miro von der „Mas Miro“ aus immer an den Strand gegangen sei. Miro habe dort im Meer gebadet, seine Gymnastik gemacht und Fundstücke vom Strand in sein Atelier mitgenommen, so sagt man.

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einmal Harlesiel und einmal Montroig

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Zwei Tuscheskizzen waren der Anfang, vor Ort in Harlesiel  und Montroig/Spanien entstanden. Und jetzt sind es zwei Holzschnitte geworden: so sieht’s eben aus, wenn Juergen Zeit und Ruhe hat.

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Buchalov

der erste Zwickel

Es falle ja nichts vom Himmel. Einfach so. Man müsse sich schon mit den Dingen beschäftigen, erst gedanklich, dann zeichnerisch. Und schließlich auch irgendwie abschließend. Oder Versuche anstellen, bevor man wirklich loslege.

So sei es auch mit dem Thema „Zwickel“, meinte Juergen. Und hat den ersten Prototyp gestartet. Ein zartes Herantasten an eine Idee im Kopf sei das.

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Was habe ich denn da gemacht?

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Spontan sagte Juergen: „Was habe ich denn da gemacht?“

Wenn er so seine Holzschnitte druckt, dann gibt es den Andruck und es gibt den, so nennt er es, „Abdruck“. Der Andruck ist das erste Blatt, bei dem der Farbauftrag noch nicht die gewünschte Sättigung auf der Platte erreicht hat und wo noch einmal geprüft wird, ob Komposition und Farbwahl stimmen. Denn Juergen arbeitet immer mit dem Prinzip „der verlorenen Platte“.

Der Abdruck ist das letzte Blatt, das er druckt, damit der Druckstock schon mal vorab von der Restfarbe ein wenig gereinigt wird. Er weiss, dass dies kein Fachbegriff ist. Aber so gefällt es ihm.

Und dazu verwendet er immer Papiere aus seiner Papiersammlung, irgendein Blatt, oft eine Fotokopie, das er willkürlich greift und verwendet. Und das war auch diesmal so. Herausgekommen sei etwas, dass ihn überrascht habe, positiv, und das er dann mit Buntstift nachbearbeitet habe.

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Und das sei, so Jürgen, das Zentrum des Geschehens. Es gehe um den Faktor Zufall – zulassen, nicht zulassen, erkennen, nutzen, gezielt herbeiführen. Es gehe um das Situative – Wahrnehmung von Dingen im Prozess, die abweichen, sie nutzen, offen sein, die neuen Wendungen akzeptieren, mit dem Spannungsfeld von Plan und tatsächlichem Ergebnis leben. Es gehe um das Aushalten solcher Dynamiken, um die Umleitung von vermeintlichen Fehlern in Konstruktives. Und es gehe um die Zeit, sich Zeit nehmen, nachdenken, versuchen, den Prozess unterbrechen, später wieder aufnehmen, eigene Zeitsetzungen sausen lassen.

Solche Sachen halt.

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