








Buchalov
to bring and to find: einige Gedanken
1 Haferflocken, Mehl, Backpulver
Milch, Butter,
zwei Knethaken
180 grad OU
Diabetikerplaetzchen
2 Sonnenschutzfaktor fünfzig
wischi wischi wasch
zuerst das Gesicht und die Kopfhaut
dann die Arme, die Beine, den Bauch
den Sonnenhut nicht vergessen
Mutter war rothaarig
3 Wasser sucht sich seinen Weg
wo versteckst Du Dich ?
das Holz ist gequollen
die Sonne
wird es richten
der Termin steht: Werkstattbesuch
4 der Wind fällt
von den Bergen
zwischen die Palmen
und auf den Strand
wuchtig, knallhart, Schlag auf Schlag
die Palmwedel verbiegen sich
bis an ihre Grenze.
5 im Nichts über dem Wasser
verteilt sich die Asche
die Hokzkohlestuecke aber
kleben am Boden
Sand nimmt ihnen das Leben
6 Stücke, Andeutungen
da und dort Plastik, Schlauch
keine Frage: Sie sind da
man kann sie sehen, erahnen
unter der Erde, im Gebüsch, da
sieh dort!
Buchalov
Liste1:
to bring: Haut / Diabetis / Wasserschaden
to find: Palmwedel / Holzkohle / Schlauch
Liste2:
Wasserschaden: Unheil Unglück Defekt Störung
Diabetis: Krankheit Bürde Disziplin
Haut: Schutz Folie Membran Atmung Schäden
Palmenwedel: Wind Wachstum Bewegung
Holzkohle: Transformation grau in grau Wärme
Plastikschlauch: Transport Schutz Fremdkörper Verbindung
Zu Jürgens Projekten gehören mittlerweile inhaltlich stets auch diverse Listen, die den Gehalt der Dinge einkreisen.
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„to bring /to find“: Jürgen hat wohl Klarheit in seinem Kopf geschaffen und ein grobes Konzept für sein Projekt, das unter dem Arbeitstitel „Parzelle T12-2923“ läuft, gefunden. Was vorher so Technisch klang heißt jetzt „to bring/to find“.
Die Basis des Projektes sind Begriffe, die von außen aus seinem Atelier in Geldern eingebracht, mitgebracht wurden, und es sind die Begriffe, die sich vor Ort aus Fundstücken und Ortsmarken entwickelt haben:
Haut / Diabetes / Wasserschaden und Palmwedel / Holzkohle / Schlauch
Den Begriffen im Einzelnen und in Kombination gilt nun sein Interesse. Zeichnungen, Fotos, Texte und Papierobjekte sollen wild wuchernd entstehen, hier auf Parzelle T12 in Montroig/Sp, in seinem Wohnmobil,
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beginning: alles das, was Jürgen am ersten Tag hier in Montroig an dem Ort, auf dem die Parzelle T12 liegt, im Umkreis fotografiert hat, soll die Basis des neuen Projektes sein. Und die drei digitalen Zeichnungen, die er vom Niederrhein mitgebracht hat ebenfalls. Vielleicht ergibt sich rhyzomartig ein Zusammenspiel zwischen den Teilen. So die Idee.
Ein Gedicht:
„29-3-23
Ich spüre den Duft
von Meer und Palmen.
Die Sonne wärmt mein Gesicht und
die Wellen rauschen in meinen Ohren. Windstill.
Ankunft in Montroig,
nicht alles war gut in der Zeit,
im Wechsel zwischen zwei Welten.
Erwartungen: ja, ja! Klar!
Mal wieder am alten Ort und
meine Hand
wischt die Luft.
Sie greift nach den Dingen.
Ich weiß nicht genau, was mich erwartet,
doch ich bin bereit.
Es riecht anders hier,
anders als dort, wo ich herkomme.
Auch das Licht.
Der Wind trägt
einiges hin und her,
während die Gedanken leicht flattern.
Die Zukunft ist ein unbeschriebenes Blatt,
doch ich halte den Stift
in der Hand.
Ich werde schreiben und zeichnen und fotografieren und
das Zeitfenster: weg damit!“
Buchalov | Altglasfotografie | Canon lens 50/1,8 adaptiert auf Sony A7
Die „Parzelle 268“, auf der Juergen im Wohnmobil lebte und deren Untersuchung war sein letztes Projekt.
Die Frage lautet: Welche auffälligen Kennzeichen/Marken gibt es auf der Parzelle und der Umgebung?
Daraus leitet sich folgender Arbeitsauftrag ab: Sammle Fundstücke und zeichne daraus Ortsmarken.
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