Meeresgetier oder Ähnliches, Teil 2

In einer großen, leeren Joghurtdose sammelt Juergen die Strandstuecke, die man ihm bringt oder die er selbst findet. Und dann greift er hinein, fischt ein Stück heraus, der Zufall regiert, und er zeichnet.

So entsteht jeden Tag mindestens eine Zeichnung, oft mehr. Sie kreisen stets um diese kleinen Objekte, aber es gibt Abweichungen und wenn Juergen die erkennt, ergeben sich zeichnerische Seitenarme, die irgendwo hinführen. Einiges verfolgt er dann weiter. So die Türme oder Gesichter.

Aber zu den OrtsMarken und diesem „Getier“ kehrt er immer wieder zurueck.

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Meeresgetier oder Ähnliches

Sie bringen ihm wieder Stücke, wie im letzten Jahr: Steine. Muscheln. Plastikteile. Und daraus wird momentan gezeichnetes Meeresgetier, oder Ähnliches. Ab und an ist auch eine OrtsMarke dabei.

Sie, das sind einige von den Frauen, die Juergen beim Spülen trifft, beim Plausch auf dem Weg oder am Strand oder die sehen, dass er unentwegt in sein Skizzenbuch zeichnet. Und die wissen, weil man sich das erzählt, und weil sie es sehen, dass er so etwas sucht und sammelt.

Und weil hier am Strand viel herumspaziert wird, rauf und runter, bringen Sie die Fundstücke zu ihm. Juergen freut sich jedes Mal.

Die Männer scheint das alles nicht zu interessieren.

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Ort: Montroig Bahia

Das Meer liegt uns hier in Montroig/Bahia zu Füßen. Und die Wellen werfen sich in den Sand. Ihr rhythmisches Rauschen beruhige ihn, meinte Juergen.

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Ort: Cambrils/Spanien

Diesmal war uns nach Landstraße, nach tingeln, an der Küste entlangschleichen. Von Palavas le Flot ging es am Etang entlang, aber es war so diesig. Wir könnten das Meer nicht sehen. Daher ging es bei Beziers auf die Autobahn und Hups waren wir über die Berge, La Joncera, und ab nach Barcelona. Abfahrt 37 war dann Cambrils. Und jetzt stehen wir direkt am Meer.

„Die Unterlegscheiben der Heiligen Susanna“ hat Juergen hier gezeichnet. Unterwegs hat er ein Verkehrsschild gesehen auf dem „Santa Susanna“ stand.

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Ort, Platz, Stelle

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Juergen kritzelt ja immer auf irgendwelchem herumliegenden Papier herum und nun hat er mir ein abgerissenes Blatt zugesteckt. Es geht wohl ums Thema „Orte“ im Zusammenhang mit seinen OrtsMarken. Und darauf steht:

Der Ort, der Platz, die Stelle, sie haben stets ein individuelles Aussehen.

Und im Laufe des Tages ändert sich diese Physiognomie des Ortes, des Platzes, der Stelle.

Und sie erzählen Geschichten, diese Orte – wenn man sie lesen kann, denn sie haben jeder für sich eine individuelle Geschichte.

Zu den Orten, Stellen, Plätzen, die man besucht und sieht, entwickelt man eine Beziehung, mal mehr oder weniger intensiv und fortdauernd oder eben auch nicht.

Ein Ort mit seiner Bestückung, den OrtsMarken, verankert uns.

Wir gehen von Ort zu Ort, von Geschichte zu Geschichte, von A nach B. Wir gehen in der Zeit.

Der Name des Ortes ist wie ein Schlüssel: er öffnet die Kiste der Erinnerungen. Und diese Erinnerungen sind Marken.

Gibt es einen Ort ohne Bilder im Kopf?

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Buchalovs Freunde Tour, Tag 15

Was hält mich hier? Warum bleibe ich noch? Das fragte Juergen mich heute so gegen Mittag. Es geht um unseren momentanen Standort Neumagen-Drohn auf der „Buchalovs Freunde Tour“.

Ich habe damit geantwortet, dass ich ihm noch ein Glas Moselwein eingeschänkt habe, seine Buntstifte anspitzte und den Vorderreifen des Fahrrads aufpumpte. Dass ich sein Gesicht mit Sonnencreme eincremte, ist ohne Belang.

Buchalovs Freunde Tour, 23-06-2018, Neumagen-Drohn

Buchalovs Freunde Tour, Tag 14

Nenne mir den Ort, an dem man nicht über Kunst, sakrale Kunst, moderne Kunst oder Kreatives in der ganzen Bandbreite stolpert! Den gibt es nicht.

Heute hat Juergen Manfred Tomaschewski in seinem Atelier und Verkaufsraum in Neumagen-Drohn kennengelernt. Sie haben lange geplaudert und einiges abgetastet.

Zeichnungen sind auch entstanden. Juergen hat am Moselufer die Erinnerungen von gestern gedanklich herausgeholt und zu fassen versucht: Räume, Projekte, Magie und so was alles.

Buchalovs Freunde Tour, 22-06-2018, Neumagen-Drohn, an der Mosel, dort, wo die rumänische Platzwartin mit Juergen über das Kochen ohne Strom oder Gas mit dem Kohleofen und über Ceausescu geredet hat.