Ganz klein und ganz fein arbeiten: das ist pingeln.
Und der, der dies tut, Weiblein oder Männlein, den nennt Juergen einen „Pingler“.
Die Energie, die sich dabei entfaltet, ist die Energie der Konzentration, der Disziplin, der Kontrolle. Man erahnt sie. Das nennt man wohl auch kreative Energie.
Juergen ist kein Pingler. Grob solle es bei ihm sein. Rauh und ungeschliffen. und möglichst voller Energie. Plötzlich. Unkontrolliert. Na ja, so hätte er es gerne.
Gestern geschah es, dass ich Juergen sah, wie er nach einer spontanen Idee in seinen Druckraum stürmte und diese Idee mit großem Elan, fast schon eruptiv, umsetzte. Es sei die Energie, die er habe mitnehmen wollen, und die einfließen sollte in sein Tun. Man sehe das den Ergebnissen an, wenn er mit Macht in sie hineingewirkt habe. Meinte er.
Und dann sei da noch das, was Gerda angesprochen habe, gestern in ihrem Blog (s. hier >>> [ … ] <<<) : die persönliche Stimmung oder Befindlichkeit bestimme auch vieles. damit sei nicht der so oft verwendete Begriff der Muse gemeint. Den Kunst machen sei Arbeit und habe auch mit Disziplin zu tun. Nur zu arbeiten,wenn die Muse einen führe, das sei Unsinn. Aber die persönliche Stimmung wahrnehmen und dann das tun, was da möglich sei, wissend um die eigene Befindlichkeit, das sei, neben dem einbringen der Energie, das, was bedeutsam sei.
Dagmar hat heute weiter an den Collagen gearbeitet und ihr Fundstück „Schneidebrett“ als Monotypie abgebildet.
Die Farbe Schwarz bekam bei Juergen besondere Bedeutung. Er behauptet immer, dass sie den Drucken die notwendige Tiefe gebe. Ohne diese Farbe wirken sie flach. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Fertiggestellt hat er heute einiges:
Juergen meinte auch zu mir, dass er es schon toll finde, mit welcher Energie, nicht explosionsartig, aber langsam abgebend, Dagmar im Prozess voranschreite. Und wieviel Energie sie über die Jahre in ihre Vernetzung eingebracht habe. Dagmar sei deshalb verdammt gut aufgestellt.
Beim Nachdenken darüber, welche Überschrift die „XYZ-Woche“ bekommen könne“, sei ihm die Wandcollage eingefallen: „die Wand“, das sei ein schöner Titel, glaube er.
Er liebe ja das Flächige, gerade beim Holzschnitt. Sagte Juergen. Er sei aber auch jedes Mal fasziniert, wie letztens auf der Grafikbörse in Borken, wenn er sehe, wie fein und klein und filigran manche arbeiten könnten. Dieses „klein klein“ mache die Bilder ungemein dicht und manchmal gebe es Ihnen die nötige Tiefe.
Aber für ihn sei das nichts unbedingt etwas. Er könne nicht pingeln. Er sei kein Pingler. So nennt er nämlich diejenigen, die über den Druckstöcken sitzen, manchmal mit Vergrösserunggläsern vor den Augen, und tausende von kleinen Einkerbungen mit unglaublicher Ausdauer vornehmen. Respekt, Respekt.
Er sei eher fürs Grobe. Fürs Schnelle. Man solle die hingefetzte Energie spüren.