Schlagwort: Zeichnung

  • digitales Zeichnen

    Ich habe Rudolf mein neues  iPad in die Hand gedrückt und er hat sich die Zeichnungen darauf angesehen. Unter anderem diesen Akt. Dann legte er sogleich los, weil er mit mir über das Inhaltliche in den Skizzen reden wollte. Ich habe ihn gestoppt.

    Er war der Meinung, dass ich die Bilder heute morgen – wie so oft – auf Papier gezeichnet, dann abfotografiert und auf das iPad bertragen hätte, um sie ihm zu zeigen. Er hatte ihre digitale Form nicht sogleich erkannt.

    Das war für mich eine Aussage in Richtung Gleichwertigkeit der Zeichnungen, gleichgültig, ob auf dem Papier entstanden und dann digitalisiert oder sogleich digital erstellt.

    Boris sagte nur lakonisch, dass dies eben auch Zeichnungen seien – fertig. Ob man mit Kaffee zeichne oder mit einem digitalen Stift sei für ihn unerheblich.

    Buchalov

  • Herantasten

    Meine Frau hat mir ein „iPad“ gekauft. Das teure Teil liegt nun auf meinem Aquarelltisch im Schlafzimmer, schaut mich an und will bedient werden. Ich soll damit was anfangen, sagt sie.

    Auf dem „Ipad“ befindet sich ein Zeichenprogramm. Also wird probiert und experimentiert: ich lote die Möglichkeiten des Programmes aus, frage mich nach meinem Befinden im Prozess,  wie fühlt sich der Stift an, wie reagiert das Material in meiner Hand, bekomme ich einen haptischen Bezug zur Oberfläche, dem Stift, dem Ergebnis.

    Auch grundsätzliche Fragen stellen sich: ist das noch zeichnen? Kann jetzt jeder zeichnen? Finde ich trotz der Vorgaben durchs das Programm meinen eigenen Stil wieder? Wie gehe ich mit dem Verlust des Papieres um? Werde ich zu sehr in meiner Darstellung eingeschränkt? Wo bleibt die Individualität?

    Dennoch: Erste Skizzen entstehen. Ich muss Boris und Jürgen davon erzählen!

    Buchalov

  • suchen und finden

    Wer reist sucht. Und findet sich vielleicht in Teilen selbst. So auch bei meinem Besuch zur Biennale in Venedig.

    Und wenn man schaut, focussiert man sich zuerst auf das, worin man sich selbst wiederfindet, was zur eigenen Lebenswelt gehört. Also habe ich die Zeichnungen gesucht, die Videos und das Grafische- also die Themen, die sich mit meinem Selbst und meinem Sein beschäftigen.

    Die Sparte Zeichnungen/Skizzen habe ich so gut wie nicht gefunden. Sie kamen nicht mehr in dieser Form des Ausstellungsbetriebes auf der Biennale vor. Es gab eine Ausnahme: in der zentralen Ausstellungshalle des Arsenals fand sich eine kleinere Installation mit beamerprojezierten Zeichnungen..

    An dieser Stelle sei auch der Hinweis auf meine Zeichnungen aus Venedig erlaubt.

    Das Gleiche gilt für das Druckgrafische. Franz West zeigte zwar ein provokantes Exponat – Mann und Frau zerstören ihre Geschlechtlichkeit während des Aktes: das wars. Mehr war  nicht zu finden und ich habe intensiv geschaut.

    DasThema „Gesellschaft“ allerdings fand ich in einer mich anspringenden Form im Pavillon der Chilenen. Aber nur dort und echt und  direkt und radikal und im Mix der Stile, Schwerpunkt Video. Das hat mich berührt und bis heute gedanklich beschäftigt.