Schlagwort: Namen

  • Projekt ohne Namen #85 | „Sätze müssen gelesen und gezeigt werden …“

    Aha, dachte Jürgen: literarisch soll es werden. Das war sein erster Gedanke als er den von Susanne zugeschickten Halbsatz las: „Sätze müssen gelesen und gezeigt werden …“ Susanne und er schicken sich immer gegenseitig halbe Sätze zu, die der Andere vervollständigen und illustrieren soll. Das machen sie schon seit 2016. Auf Instagram kann man das hier sehen: >>> projektohnenamen.

    Aber was nun? Man ist ja ein Gewohnheitstier, also ist Jürgen ins Atelier gegangen, hat sich etwas Farbe genommen, den Berg der Restepapiere durchsucht, nach richtig starkem farbigen Stoff gesucht und danach eine Drehung um sich selbst gemacht, die kleine Kiste mit den Druckbuchstaben gesehen und zugegriffen. Denken fand immer noch nicht statt. Es waren eher Automatismen, die ihn trieben. Einen Tag später hat er sich das Ergebnis noch einmal angeschaut, war zufrieden, und hat eine Tasse Kaffee getrunken. Dabei blätterte er in einer Kunstzeitung, sah Bilder über den Regenwald und der Rest war das, was es immer ist: spielen. Dann setzte das Denken ein.

    Und so klingt nun der gesamte Satz, Variante 1, #85: „Sätze müssen gelesen und gezeigt werden …sonst fühlen sie sich vernachlässigt und landen im wilden Wald“.

    Und die Variante 2: „Sätze müssen gelesen und gezeigt werden … sonst lösen sie sich auf und dekorieren die Büsche.“

    Und an Susanne schickt Jürgen nun folgenden halben Satz #86: “ Seit Jahren verfolgen mich Bob Dylans Sternschnuppen …“

    Buchalov

  • Projektohnenamen #75 | S: „Handstandmachend schaue ich aus dem Fenster …“ |

    Weil Jürgen so lange im Süden unterwegs war, hat es diesmal gedauert bis er auf Susannes Halbsatz geantwortet hat. Jürgen und Susanne schicken sich nämlich im Wechsel immer Halbsätze zu, die der andere vervollständigen soll. Literarisch und zeichnerisch. Das Vorhaben nennt sich „Projektohnenamen“.

    Susanne schrieb: „Handstand machend schaue ich aus dem Fenster …“ und Jürgen vervollständigte „…… und denke, ich sei Herr Baselitz.“

    Zur Verfügung stand auch Folgendes:

    … und bilde mir ein ich sei der Herr Baselitz

    … und sogar die Zahlen stehen Kopf

    .. und man sieht den Boden vor sich

    … und Ich schließe die Auge

    Der Herr Baselitz ist es geworden. Es war so wohl am Einfachsten.

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    Für Susanne hat Jürgen jetzt folgenden Satz: „Ein Kuckkuckskind weiß …“

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    Auf Instagram kann man das Projekt verfolgen: >>> [ Projektohnenamen ] <<<<

    Buchalov

  • Projekt ohne Namen #72 | „Rucke di gu, rucke di gu, Blut ist im Schuh …“

    Als leicht eklig und befremdlich empfand Jürgen diesen halben Satz den Susanne ihm zugeschickt hatte. Was sie schrieb, war irritierend. Wer will schon gerne Blut im Schuh haben. Diesen Lebensssaft. Und woher kommt das Blut? Und Blutflecken bekommt man ja nicht mehr so leicht aus den Sachen raus.

    Die Recherche ergab natürlich eine Quelle als Ausgangspunkt für diesen halben Satz, die immer schon durch gruselige und blutrünstige Aussagen bekannt war: die deutschen Märchen der Brüder Grimm, Aschenputtel.

    Susanne und Jürgen schicken sich immer gegenseitig halbe Sätze zu, die der Andere vervollständigen und illustrieren soll. Das machen sie seit 2016. Auf Instagram kann man das hier sehen: >>> projektohnenamen.

    Parallel zum Märchen von Aschenputtel las Juergen in der Apotheken- Zeitschrift etwas über die Plasmatherapie und die Möglichkeiten einen diabetischen, offenen Fuß mit dieser Methode zu heilen. Das war dann die thematische Brücke für ihn. Und es bedient sein momentanes Lieblingsthema: wie leben wir wohl in der nahen Zukunft.

    Und so laut ist der ganze Satz nun:

    #72: S: „Rucke di gu, rucke di gu, Blut ist im Schuh … und von irgendwoher muss es ja kommen: diabetischer Fuß vielleicht?“

    Und an Susanne schickt Jürgen nun folgenden Satz: „Mir fehlt meine Morgengymnastik ….“

    Buchalov