Er habe es immer gesagt: die Welt sei voller positiver Menschen. Und einer davon sei Bernhard, der Amateurphotograph. So Juergen.
Warum er das sagt? Bernhard hat ihm ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk geschickt, ein auf M42 adaptiertes Projektionsobjektiv. Einfach so. Juergen war platt und freute sich riesig als es ankam. Und das hier oben sind die ersten beiden Photos mit diesem Teil, das wohl mal in einen Diaprojektor gehörte.
Ein Objektiv für 12,50 Euro. Altglas. Kein Knallerobjektiv, ein altes Arbeitstier halt, für die Portraitfotografie vielleicht ganz gut geeignet, oder für Bilder, die als Zeichenvorlagen dienen könnten, sein Name: Domiplan.
Jürgen versucht es kennenzulernen und experimentiert mit dem Licht, kleiner Blende und langen Belichtungszeiten. Und mit der Schärfe – Unschärfe!
Jürgen denkt nach. Soll ja nicht schaden. Es geht um die Bedeutung der Fotografie in seinem Arbeiten. Bisher hat die Fotografie zugearbeitet, Skizzen geliefert, Anregungen gegeben, dokumentiert und die Bilder für den Blog, Instagram und Facebook geliefert. Sie war untergeordnet. Jetzt entwickelt sich da offenbar wieder etwas Eigenständiges, indem Jürgen die alten Objektive auf der gebraucht gekauften Systemkamera verwendet.
Offenbar werden der Inhalt und der Gehalt des Bildes wieder wichtigerer. Gut, das Technische ist ja beim Fotografieren nicht unbedeutend und einige der Fotografen fokussieren sich sehr stark darauf. Die Bilder sind Beiwerk, die Technik ist das Zentrum. Bei Jürgen ist das genau umgekehrt. Wenn da ein Thema existiert und die Fotografie ist das geeignete Mittel, um die wichtigen Anliegen in eine Form zu bringen, dann wird sie eben verwendet. Das nimmt offenbar zur Zeit an Bedeutung zu.
Sein zentrales Thema sind momentan die Faltungen. Und das ist auch ein eigenständiges Thema für das Fotografieren. Damit wurde nun ein Thema von ihm gefunden, bei dessen Umsetzung er die neue Kamera und ihre Handhabung mit den Altgläsern erlernen wird. Er werde sich vertraut machen. Sagt er.
Es geht bei diesem Kennenlernen offenbar um Folgendes: Ausloten der technischen Möglichkeiten, das Spiel von Blende und Tiefenschärfe, das Scharfstellen insgesamt, das Spiel von Schärfe und Unschärfe, das Slow – Fotografieren, die Handhabung von zwei Objektiven und Zwischenringen, das Unscharfe als gestalterisches Mittel, die Nachbearbeitung in Fotoprogrammen.
In dieser Kennenlernphase steckt er jetzt mittendrin.