Ich wollte Juergen im Atelier besuchen, aber er war nicht da. Zuhause habe ich ihn angetroffen und er war mit seinem Thema „Perfektion und das Fehler“ beschäftigt. Gedankliche Arbeit, meinte er. Nur sitzen und denken und Kaffee trinken und Notizen machen. Man konnte kein vernünftiges Wort mit ihm reden. Aber er zeigte mir eine Wortliste. Die sei sein Ausgangsmaterial.
Zuordnungsfehler
Nullpunktfehler
Deckungsfehler
Fehlfarbe
mittlere Fehlerabweichung
Fehlerschranke
404 Error
Alphafehler
Betafehler
Übertragungsfehler
basic error
Fehlersuche
Schichtfehler
perfect binding
formvollendet
fehlerfrei
mustergültig
perfect copy
future perfect
past perfect
perfect fool
perfect nonsense
Da scheint sich etwas zu entwickeln.
Buchalov
For my english readers:
I wanted to visit Juergen in his studio, but he was not there. At home I met him and he was busy with his new topic „perfection and error“. Mental work, he said. Just sit and think and drink coffee and take notes. Nobody could speak a word of sense to him. But he showed me a word list. That was his source material, he said.
Juergen stand mit „Rudolf, dem Bildhauer“ im „rosa Zimmer“, gegenüber „Zelle k5“. Sie sahen sich die Ergebnisse von Juergens letzten Drucken an und philosophierten über Sinn und Unsinn von Fehlern.
Juergen erzählte, dass er, wenn Fehler im geplanten Druckprozess aufträten oder aus welchen Gründen auch immer Abweichungen von Druck zu Druck vorlägen, dass er sich angewöhnt habe, das als etwas Positives wahrzunehmen. Das öffne die Sache. Manchmal verfolge er so etwas auch weiter und merke, dass das Ergebnis besser sei als das, was er sich vorgenommen habe. Er sei mit der Zeit auch sensibler geworden für diese Abweichungen, die dann aber zum Zentrum würden. Das mache ihm Spaß. Und er zeigte einen Computerausdruck, der im Drucker hängengeblieben war.
Rudolf sagte, dass er sich das nicht leisten könne. Er wolle die Perfektion und wenn das bildnerische Ergebnis nicht so sei wie er es geplant und entworfen habe, dann sei er unzufrieden, mehr als unzufrieden. Das sei schließlich sein Markenzeichen, diese perfekten, makellosen Oberflächen, die hundertprozentige technische Qualität seiner Skulpturen. Deshalb könne er auch mit den „hingeschmissenen“ bildhauerischen Ergebnissen nichts anfangen. „Baumarktbildhauerei“ nannte er das. Er nannte keine Namen. Aber wir wussten, wen und was er meinte.
Buchalov
For my english readers:
Juergen stood in the „rosa Zimmer“, with „Rudolf, dem Bildhauer“. They looked at the results of Juergens last prints and philosophized about sense and nonsense of errors.
Juergen said, that if there are errors in the planed process or if there are any deviations from print to print, that he was in the habit of doing it as something positive.