Jürgen saß im Atelier, schaute zum Fenster hinaus, blätterte in Zeitschriften, staubsaugte, wartete auf die Sonne, räumte auf. Und dann war da die Idee vom Keimling. Davon, dass immer irgendwas wächst und sproßt. The rhizom is not sleeping!
Das „Zwickelbüro“ hat von heute an mal wieder geöffnet. Jürgen trifft sich die nächsten Tage zum kreativen Schaffen mit einigen Künstlerinnen in seiner Ateliergemeinschaft – wie schon oft zuvor. Aber diesmal ist etwas anders: in Europa wird seit gestern wieder Krieg geführt. Der Wahnsinn hat wieder die politische Bühne betreten. Was für ein Elend! Was wird das mit uns machen?
Wenn Jürgen von Susanne Haun einen halben Satz zugeschickt bekommt – sie schicken sich seit 2016 halbe Sätze zu, die der andere literarisch und visuell vervollständigen soll – dann schreibt Jürgen in der Regel Assoziationen in die Notizbuchfunktion seines Handys. Und diesmal war für ihn klar, dass es um etwas Ernstes gehen könnte. Denn Spaziergänge sind in Coronazeiten ja nicht mehr einfach nur Spaziergänge. Oder hatte Susanne an einem unverfänglichen Begriff gesucht für das Wort „Spaziergang“? Na ja!
Also stand dann in seinem Handy: Stehen / Schwindel /Hamsterkäfig /um den Block gehen / Patrouille fahren mit dem Fahrrad / Stillstand / sich im Kreis drehen / quer denken / Protest.
Daraus geworden ist dann dieser komplette Satz: #77 – S: „Eine Runde drehen ist wie …“J: “… im Kreis gehen, Stillstand?” Und das obige Bild hat er dann ohne groß nachzudenken im Atelier „zusammengebastelt“.
Und an Susanne geht nun folgender Halbsatz: #78 „Tri tra trulala, …“
Auf Instagram findet ihr das komplette Projekt: >>> @projektohnenamen <<<.