Giftig grün und auf Blankopapier gedruckt. „Der Schatten ist der Zwilling“ im dritten Durchgang. Für Jürgen die Arbeiten, die bisher in diesem Zyklus die größte Wirkung entfaltet haben. Mehr gibt es nicht zu sagen.
Jürgen hat Restepapier gefunden im aufgelösten Atelier nebenan, Bleistiftportraits aus einem Zeichenkurs der Kollegin, und er hat Skizzen von Eva Hesse in irgendeinem Kunstbändchen im Atelier herumfliegen sehen. Auf Beidem wurde nun gedruckt. Jürgen sucht wohl nach Wirkungen, Überraschungen, nach schrägen Blicken.
Die Portraits strahlen schon etwas Bedrohliches aus. Na ja, da muss er nun durch. Die Drucke auf die Bleistiftzeichnungen von Hesse sind ihm da näher. Ihm ist wohl momentan nach Harmonie. Keine Brüche bitte! Auch gut.
Das waren die nächsten Schritte, und sie fallen unter den methodischen Versuch des Spielens. Ja, Jürgen hat rumgespielt.
Er sagte zu mir, dass sich nun die Frage nach der Sprossung stelle: wo und wohin soll es als nächstes in diesem Themenbereich gehen.? Na ja, Jürgen sah wie sie da so hingen, die einzelnen Drucke, da kam ihm wieder das Serielle in den Sinn, diese Reihung von Motiven. Dabei entstehen Muster, die an Stoffe erinnern. Und ein Gespräch mit Martina über Rapporte und Stoffe und Muster.
Aber auch Rita kreist in seinem Kopf, die die Frage stellte, wer denn von uns Beiden der Zwilling sei, Buchalov oder Jürgen, oder der Schatten. Das deutet in Richtung verdoppelter Portraits. Mal schauen, wo er landen wird.
Gestern geschah es, dass ich Juergen sah, wie er nach einer spontanen Idee in seinen Druckraum stürmte und diese Idee mit großem Elan, fast schon eruptiv, umsetzte. Es sei die Energie, die er habe mitnehmen wollen, und die einfließen sollte in sein Tun. Man sehe das den Ergebnissen an, wenn er mit Macht in sie hineingewirkt habe. Meinte er.
Und dann sei da noch das, was Gerda angesprochen habe, gestern in ihrem Blog (s. hier >>> [ … ] <<<) : die persönliche Stimmung oder Befindlichkeit bestimme auch vieles. damit sei nicht der so oft verwendete Begriff der Muse gemeint. Den Kunst machen sei Arbeit und habe auch mit Disziplin zu tun. Nur zu arbeiten,wenn die Muse einen führe, das sei Unsinn. Aber die persönliche Stimmung wahrnehmen und dann das tun, was da möglich sei, wissend um die eigene Befindlichkeit, das sei, neben dem einbringen der Energie, das, was bedeutsam sei.
Dagmar hat heute weiter an den Collagen gearbeitet und ihr Fundstück „Schneidebrett“ als Monotypie abgebildet.
Die Farbe Schwarz bekam bei Juergen besondere Bedeutung. Er behauptet immer, dass sie den Drucken die notwendige Tiefe gebe. Ohne diese Farbe wirken sie flach. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Fertiggestellt hat er heute einiges:
Juergen meinte auch zu mir, dass er es schon toll finde, mit welcher Energie, nicht explosionsartig, aber langsam abgebend, Dagmar im Prozess voranschreite. Und wieviel Energie sie über die Jahre in ihre Vernetzung eingebracht habe. Dagmar sei deshalb verdammt gut aufgestellt.
Beim Nachdenken darüber, welche Überschrift die „XYZ-Woche“ bekommen könne“, sei ihm die Wandcollage eingefallen: „die Wand“, das sei ein schöner Titel, glaube er.