Buchalovs Blog

  • roter Mohn

    Das ist ein Blumenbild. Ist das ein Blumenbild? Gefunden in einer Ausstellung im Kursaal von Wangerooge. Sommer 2011. Jürgen hat es während seines Urlaubs im Vorbeigehen gesehen und aus der Hüfte ein Foto geschossen.

    Und sogleich entstehen Fragen:

    Was ist das? Ist das Kunst?

    Ist das nicht genau die Darstellung von Blumen, die bisher davon abgehalten hat, dieses Thema anzugehen?

    Und warum wird mit zwei Worten erklärt, was man sehen soll? Traut die Malerin nicht der Aussagekraft ihres Bildes? Oder ist das Dargestellte kein „roter Mohn“, der aber zu solchem deklariert wird? Oder ist das ein Trick?

    Buchalov

  • herantasten

    Juergen hat die ersten Ergebnisse, seine Entwürfe und die zaghaften Versuche seiner Beschäftigung mit dem Floralen auf seiner Seite eingestellt: >>[…].

    Er taste sich heran und ist auf der Suche nach einem eigenständigen Ansatz – Scheitern inbegriffen. So sagt er.

    Buchalov

  • im dritten Blick

    Diesmal war es der dritte Blick: dreimal habe ich mir die Arbeiten von Elaine Vis und Heidi Sincuba im Wasserturm Geldern angeschaut. Sie waren die Turmstipendiatinnen 2011.

    Der erste Blick war der nach der Eröffnung, ein oberflächlicher. Er hinterließ viele Fragen und erste Affinitäten für die Arbeit auf Etage 2 von Elaine.

    Der zweite Blick war der mit Heiner und Peter zusammen, meinen Kompagnons von KGB. Das Thema der Gewalt, der unterschiedlichen Kulturen und was wir als Künstler mitnehmen können aus dem Gezeigten stand hier im Mittelpunkt.

    Den dritten Blick hatte ich heute, nachdem ich im Turm alleine noch einmal geschaut habe.

    Und jetzt weiß ich, was mich bewegte:

    Ich habe verschiedene Formen der Kunst in ihrer Funktion erlebt. Einmal die Kunst, die auf den Kopf zielt und das Bewusstsein verändern will. Aber auch die Kunst, die in ihrer Leichtigkeit unser Leben erträglicher machen möchte.

    Befremdlich war für mich die Darstellung der direkten Gewalt durch penetrierte und gefesselte Körper. Nicht die Bilder waren es, sondern die Konfrontation mit dem moralischen Anspruch der dahinter stand und sich auf die Ausbeutung der Dritten Welt durch die Erste Welt bezog. Das erzeugte Unbehagen. Die Darstellung war mir zu sehr auf den Effekt durch direkte Gewaltdarstellung ausgelegt.Sehr gut Hineinversetzen konnte ich mich allerdings in die Rauminstallation der zweiten Ebene, weil in der Leichtigkeit des Objektes das Prozesshafte der Entstehung noch immer spürbar war. Elaine hatte in ihrer kurzen, aber emphatischen und von Herzen kommenden Rede schon darauf hingewiesen.

    Für meine eigene Kunst habe ich mitgenommen, dass dieses rohe Material Pappe oder Papier seinen eigenen, mir nahe stehenden Reiz hat und der rote Faden zur Herstellung eines Werkes sicher notwendig ist, aber das prozesshafte Vorgehen in der Herstellung ohne Plan die Lebendigkeit, die Seele in das kreative Ergebnis  hineinbringt – so wie im Werk von Elaine.

    Jürgen