Ich habe Boris in Geldern besucht. In seinem kleinen Atelier duftet, nein riecht es immer nach Ölfarbe und Leinöl. Boris arbeitet momentan an Landschaften – seltsamen Landschaftsausschnitten mit Personen, die Dinge zu erledigen scheinen. Aber was sie machen ist unbestimmt.
Wenn er so weit sei wie jetzt, sagte Boris, sei das Schlimmste schon überstanden: der Anfang. Er habe immer Angst vor der weißen Leinwand. Wie der Torwart vorm Elfmeter.
Aber da müsse man eben durch – immer wieder!
Buchalovs
Buchalovs Blog
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der Anfang
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schweres Los?
„Selbststudium – Bildung – Niveau“: das sind Kernbegriffe, die den Autodidakten beschreiben.
Warum ich auf dieses Thema komme?
Susanne Haun hat in ihrem Blog im Rahmen der Blogparade das Thema aufgegriffen und es traf meinen Nerv.
Bei mir lag immer ein schlechtes Gewissen vor, weil ich Kunst nicht studiert habe, die Kunst aber zentraler Teil meines Lebens ist. Und bei Bewerbungen auf Ausschreibungen im künstlerischen Feld beschleicht zum Beispiel mich noch immer das Gefühl der Zweitrangigkeit, der Zweifel, den Anforderungen nicht zu genügen, weil ich die Profession nicht von der Pike auf gelernt habe. Ich weiß, dass dies Blödsinn ist. Aber dennoch.
Und ein „Freizeitkuenstler“ bin ich ja auch nicht. Dafür ist das Kreative ein zu existentieller Teil in mir und bestimmt meinen Alltag total, umfassend, immer.Den Autodidakten, so glaube ich, zeichnet aus, dass er aus eigenem Antrieb heraus ständig alles aus seinem Umfeld aufsaugt, was sich als in seinem Sinne verwertbar herausstellt. Ständig reflektiert er im Dialog mit sich und anderen, was da für ihn und seine Entwicklung bedeutsam sein könnte. Mir geht es jedenfalls so.
Genau darüber habe ich mich am Alten Wasserwerk mit den Besuchern zwischen den Bäumen unterhalten. Über das schwere Los der Autididakten. Ein wirklich schweres Los? Na ja, nicht wirklich. -
kreatives Herz
Salomon war ganz in seinem Element: an der Hauptschule in Nettetal – Kaldenkirchen hat er heute mit seinem Tanzprojekt „schwarzer schnee auf hellen gipfeln – zwischenwelt“ begonnen. Das Casting stand an, und er hat die Schüler ausgewählt, die nächste Woche an diesem Projekt teilnehmen werden. Meine Nachbarin Frau R. war auch da und hat sich als Projektbegleiterin mit eingebracht. Alle waren total stolz, sagt Frau R.: die Schüler, weil sie zeigen konnten, was sie tänzerisch „drauf hatten“ – die waren zum Teil sehr gut vorbereitet, Salomon, weil er so richtig in seinem Element war und das gesamte Umfeld als sehr positiv empfand und Frau R., weil es ihr einfach Spaß machte: sie fand sich im Ablauf der Bewegungen wieder und das Ganze berührte ihr kreatives Herz.
Juergen und Boris hatten ebenfalls Anteile am Projekt: Boris hat die Keilrahmen für das Bühnenbild bespannt und Juergen hat mit zwei Schülerinnen das Bühnenbild gemalt – eine Zwischenwelt, die von tierischen Wesen beherrscht wird. Mal sehen, ob das Motiv Auswirkungen auf die Tanzinhalte in der nächsten Woche hat.Buchalov
