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  • Projekt ohne Namen #52: „Endlich werden wir EINZELNE aufgefordert, …”

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    S: „Endlich werden wir EINZELNE aufgefordert …

    Ich vermute, dass Susanne diesen Halbsatz geschrieben hat, weil sie die Erwartung hatte, dass Juergen ihr vielleicht bei der Auflösung einer schwierigen Situation behilflich sein könnte. Denn scheinbar setzen ihr die momentanen gesellschaftlichen Prozesse und Geschehnissen sehr zu und beunruhigen. Jürgen geht es ebenso. 

    Aber Juergen kann diese Erwartung nicht erfüllen. Der „arme“ Juergen hat nur den eigenen Humor und die Methode des Nonsens um das uns Bedrückende zu ertragen, um damit umzugehen. Und das Anhören der lauten Musik, zu der er immer und überall mitsingt – das hilft ihm.

    Für die neuen Leser: Susanne und Juergen senden sich immer halbe Sätze zu, die der andere dann vervollständigen muss, und die er visuelle umsetzt. Dieses gemeinsame Projekt läuft nun schon seit Jahren und beglückt beide. 

    Juergen hat diesmal zwei Ergänzungen erstellt:

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    … in die Gartenlaube zu gehen und den Transformator anzuwerfen.

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    … nackt auf einem Bein zu stehen und uns frei zu fühlen.

    Und im Zusammenhang klingt das dann so:

    Variante 1: „Endlich werden wir EINZELNE aufgefordert, in die Gartenlaube zu gehen und den Transformator anzuwerfen.“

    Variante 2: „Endlich werden wir EINZELNE aufgefordert, nackt auf einem Bein zu stehen und uns frei zu fühlen.“

    Tatim tati tata, Tatim tati tata, Tatim tati tata!

    Juergen schickt Susanne jetzt zwei Halbsätze zu: “Ich glaube an Dich, mein Engel…“

    „Wenn ich über das Wasser der Förde sah, konnte ich dich zwar nicht sehen, …“

    Juergen hat mir gesagt, dass er nun sehr gespannt sei, ob Susanne nur einen Halbsatz aufgreife und beantwortet, oder ob beide Sätze etwas in Gang setzen können.

    Buchalov

  • der Schatten von Buchalov

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    Rita hat irgendwann einmal in einem Kommentar zu „der Schatten ist der Zwilling“ gefragt, ob Jürgen der Schatten von Buchalov sei. Oder umgekehrt. Ein toller Gedanke, der uns Beiden bisher noch gar nicht gekommen war. Damit war der Schritt getan in Richtung Zwilling oder Verdoppelung von Köpfen. Ein paar „Versuche“ hat Jürgen schon mal in seinem Skizzenbuch verewigt. Es ist ja bei ihm oft so, dass er erst im Zeichnen selbst die Richtung entwickelt, in die es gehen soll. Oder dass sich der Sinn dessen, was er da tut, erst im Tun selbst erschließt bzw. entwickelt. In dieser Phase ist er jetzt.

    Und ich als Buchalov ergebe mich in mein Schicksal als Zeichenobjekt, denn ich kann nicht zeichnen, bin kein Künstler, sondern nur der, der dokumentiert und präsentiert. Ich habe überlegt und entschieden: Jürgen darf über mich zeichnerisch verfügen.

    Buchalov

  • Buchalovs Tour 2020: zweimal Vetter

    Wer den Teil der Sieg fährt, der auf Siegen zuführt, der bewegt sich in altem Erzbergbaugebiet und in der Region der Eisenverarbeitung. Diese Art des Wirtschaftens, eingebettet in bäuerliche Strukturen, hat alles hier geprägt: die Kultur, die Menschen, das Denken. Die Religion, und hier ist tatsächlich viel Religion in allen möglichen Varianten, war der Kitt, der es zusammenhielt. Eine Binsenweisheit. Dazu kommen die in grauem Schiffer gedeckten oder verkleideten Häuser, oder der so leicht verschmutzende weiß-bunte Rohputz und das in Kombination von Altem und Neuem: so entstehe an vielen Orten dieser seltsame städtebauliche Mix, der schon wieder etwas Besonderes habe und an viel Wildwuchs denken lasse.

    Fahren war heute angesagt. Besser: so vor sich hin dümpeln. Und schauen. Und die Gedanken schweifen lassen. In den Seitentälern der Sieg. Die Orte, die wir angefahren haben, hießen (und sagen dem Ortfremden sicher nichts): Schönstein, Niederhövels, Betzdorf, Niederdreisbach, Weitefeld, Elkenroth, Gebhardshain, Hachenburg, Bad Marienberg. Aber für Jürgen haben sie eine Bedeutung: hier wohnt die Verwandtschaft, hier kommen die Ahnen her.

    Zwei Vettern hat er getroffen, zwei mit bewegten Biographien. Den Einen hoch oben am Dreisberg von Niederdreisbach, in der Einsamkeit seines großen Hauses auf seinem Trecker, beim Wenden des Heus, und den anderen in seinem kleinen Altersitz in Gebhardshain. Der Eine ist Prediger, der andere war beruflich Bauingenieur und kann auch im Alter das Bauen nicht lassen. Es gäbe viel Privates zu erzählen.

    Von gestern wirke bei Ihm noch nach, so Jürgen, dass sich schon die Frage gestellt habe, in wem von seinen alten Schulfreunden noch die Sehnsucht wühle oder ob man sich auf ein Einrichten im Hier und jetzt begnüge. Und zwischen Sehnsucht und Wünschen gebe es ja auch noch einen Unterschied. Auch das Thema des schwindende Einflusses der Alten in Sachfragen, zu denen er sich ja auch zähle, komme ihm jetzt hoch – weil gestern angesprochen.

    Buchalov