Wie sieht so ein erster Tag aus?

Vor einem Jahr waren wir hier das letzte mal, Juergen und ich. Hier, das ist Montroig, Miroland. Wir sind im Süden angekommen.

Und wie sah unser erster Tag gestern hier aus?

Wenn das Wohnmobil steht, geht Juergen erst einmal zum Meer. Unbedingt. Man begrüßt sich. Und von der Düne kann er mit den Augen die Umgebung abtasten bzw. erkunden. In der Regel nimmt er dann danach erstmal Kontakt mit der Nachbarschaft auf. Das ist sein Ankommen. Der Rest ist eher Routine, die Routine beim Ausrichten und Einrichten des Wohnmobils. So war es gestern auch.

Es gab danach ein Herumstreunen, zu Fuß, Juergen hat mich mitgenommen. Und gefunden haben wir alte Bekannte und kleine Fundstücke. Sie liegen jetzt in der Sonne und trocknen.

Buchalov

ausgelutscht

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„Zuerst die Mathematik“, sagte Juergen.

Acht kleine Motive, auf zwei Druckstöcken verteilt, auf 70 x 100 und auf 70 x 50, jeweils in der Auflage von fünf gedrückt. Und dann die acht Motive einzeln geschnitten, auf acht fotokopierten Papierträgern und auf acht Dekopapieren, in der Auflage von jeweils drei dann weiter gedruckt.

Ergibt in der Summe einen riesigen Stapel von Bildern. Er hat wohl nicht durchgezählt.

Und jetzt tauchen die Motive auch noch in einem kleinen selbst hergestellten „Druckskizzenbuch“ auf. Doch davon später mehr.

Er hat die acht Motive auf den ersten zwei Druckplatten, später acht, wirklich bis zum letzten „ausgelutscht“ – so nennt Juergen das dann immer.

Buchalov

 

Klausurwoche, Tag 2

Er sei heute alleine gewesen im Atelier, die gesamte Zeit über. Aber viel Zeit habe er auch  dort heute nicht verbracht, nur den Vormittag, denn nachmittags habe ein musikalischer Termin angestanden. Dennoch, so Juergen, sei es ihm gelungen die Linolplatten für die „BFT – Edition“ zu schneiden. Den Druck habe er auf morgen oder die nächsten Tage verschoben.

Mit drei kleinen, skizzenhaften Zeichnungen habe er den Tag im Atelier heute begonnen.

Tja, so sei es heute gewesen.

Buchalov

Klausurwoche, Tag 1

Die Türen aufschließen, reinkommen, den Geruch des Ateliers in der Nase spüren, den Arbeitskittel anziehen, die Musik anstellen, erste kleine Aufräumarbeiten  tätigen, den Kittel anziehen, eine kleine Zeichnung anfertigen, ein wenig in den rumliegenden Heften lesen und dann beim Drucken der „BFT – Edition“ vorankommen, so etwas halt,  … Mit der „Buchalovs Freunde Tour 2018 – Edition“, kurz „BFT 2018 – Edition“, mühe er sich jetzt schon einige Zeit, aber heute sei es gut gewesen. Fertig sei sie allerdings noch nicht. Was man hier sehe, sei ein Zwischenstadium.

Und diese Ruhe, kein Mensch da, lautes Mitsingen zur Musik auf Spotify,  einfach toll! Und dann irgendwann sei „Tobias, der Vernetzer“ vorbeigekommen und man habe bei einer oder zwei Tassen Kaffee  das besprochen, was nach so langer Zeit halt anstand. Schön sei es gewesen ihn mal wieder nach so langer Zeit zu sehen und zu sprechen.

Er habe es lange ausgehalten heute in seinen Räumen. Ein gutes Zeichen.

So sei es heute gewesen, sagte Juergen zu mir.

Buchalov

geht doch

„Geht doch!“, sagte er heute morgen. Und trotz seiner Zahnschmerzen hat Juergen den Einstieg in die Linolschnittmappe zur „Buchalovs Freunde Tour 2018“ gefunden. Beim Zahnarzt war er auch. Dort gab es Hilfe. Also, Gott sei Dank: Geht doch!

Buchalov

mühsam

Vier Stunden hat es heute gedauert bis Juergen am Punkt war. Es sei mühsam gewesen, meinte er. Es gab wohl vieles zu bedenken. Und die Erinnerung war schön.

Er hat das gesamte Material seiner „Buchalovs Freunde Tour“ vom Sommer gesichtet, gewogen, bewertet, sortiert, neun Skizzen ausgewählt, und die Wand begonnen, an der er alles zum Thema deponiert- situativ und rhizomartig. Auch dort kommt er manchmal den Dingen auf die Spur.

Und beim Verlassen des Ateliers ist das noch eine Skizze entstanden: wer weiß schon warum. Armin Rohrs Kommentar zur Zeichnung als Drahtstück auf weißem Papier als Hintergrund von gestern geisterte wohl noch durch seinen Kopf.

Buchalov