Wir sind wieder da! Teil 2

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Vorupör war der nächste Ort auf unserer Reise im dänischen Norden, gelegen im südlichen Teil der Jammerbucht, mitten im Naturschutzgebiet, wie ein kleiner Brueckenkopf mit Fischkauf direkt am Kutter. Die Fischerei ist hier eigentlich ausgestorben und nur die nebenberuflichen Fischer halten hier noch am Leben, was einst der den Lebendunterhalt bestimmte. Heute ist es der Tourismus, Tourismus total mit dem Versuch des schonenden Umgangs im Naturraum. Schwierig! Und über allem stets und immer und wohl ewig der mächtige Wind von See.

Manchem muss man sich stellen: dem Wind, der Weite, dem Rauen, der Sonne. Sie berühren und lassen vergessen.

Und dann kam Römö. Schon die Fahrt über den Damm machte deutlich, dass man sich einer spannenden und besonderen Welt näherte: der einzigartige Sandstrand vor unserer Nase mit den Sandseglern und auf der anderen Seite im Tidenwechsel das scheinbar endlose Wattenmeer. Ein wirklich weiter Sandstrand. Kreuz und quer sind wir mit dem Rad über die Insel gefahren, aber eigentlich im Kreis, haben keine Kirche ausgelassen, jede Fischbude besucht und OrtsMarken gesucht. Bolilmark, Tvismark, Kongsmark heißen hier Orte und die Nähe zu den Ortsmarken über diese Namen sprang Juergen an. Sylt lag vor der Nase. Und dann die vielen Verkaufsstände von Troedel , wie schon so oft in Dänemark: sie fallen einem immer wieder vor die Füsse. Auch hier.

Während im Kreis über die Insel gefahren wird, schließen sich die Dinge kreisförmig. Sollen wir länger bleiben?

Fedderwardersiel : was fuer ein besonderer Name, unsere nächste Station, jetzt schon wieder in Deutschland, auf der Wesermarsch. Es gab eine Wiese vorm Deich als Stellplatz mit Sicht auf die weit entfernten gigantischen Kräne von Bremerhaven, in der Ferne, und vor Ort ein kleiner Kutterhafen, und wieder die ewige Fischbude und das Watt. Hier waren wir nur kurz, aber nicht das letzte mal. Das steht fest. Und dann Harlesiel mit diesem schrecklich betonierten Stellplatz und dem gescheiterten Versuch mit der Fähre nach Wangerooge zu kommen. Pustekuchen: Hauptsaison, überbuchte Fähren, Massen an Touristen, kein Platz fuer uns und alles so gleich, alles so betoniert. Schrecklich!

Während die Sonne auf einen einbrennt, entferne ich man sich von diesem so unruhigen Ort und frage mich: „Was wollte ich eigentlich hier?“

Und zum Abschluss Ditzum und Emden, da wo die Ems zum Meer wird und uns die kleine Personenfähre von Ditzum nach Petkum übergesetzt hat. Man sagt, dass in Ditzum die Welt zu Ende sei. Kann durchaus sein, und wenn, dann ist es ein schönes Ende. Emden ist der Kontrapunkt, laut, lebendig, hektisch, dicht, wobei die Kunsthalle wie eine Rückzugsinsel auf uns wirkte und Balkenhols Bildhauerei einen wieder auf das wesentliche fokussierte: den Menschen. Und zurück in Ditzum wieder der Fisch zum Abendbrot, und beim Spaziergang die kleine Kirche, deren Kirchturm als Leuchtturm den Ort überragt. Und hinterm Deich die Schafe, die blökend grasen, aber für Juergen ähnelt ihr Geblöke eher einem Rufen. So sagte er.  Wir wollten eigentlich nicht weiterfahren, nach Hause. Hier war es gut. Die Ems war so riesig und so glatt und so beruhigend: alles passte! Und wie gesagt: die Schafe blökten.

In der Natur mit dem Wohnmobil stehen, abgeschieden, ruhig, hinterm Deich, vor dem Schilf mit den Gänsen: dafür gehen andere ins Kloster.

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Buchalov