mal wieder die Wand …

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Vorher – nachher: Jürgen weiß oft gar nicht mehr, was vorher war, wenn er so seine Wand anschaut. Aber so steht sie im Moment vor ihm, das genügt.

Und morgen ist ein neuer Tag!

Buchalov

Projekt ohne Namen: … die mir etwas von der Trias „Gott, Natur und Mensch“ erzählt haben, die aber beim intuitiven Bogenschießen keine Rolle spielen.

Susanne schrieb:„Natura naturata und natura naturans“ sind zwei ästhetische Begriffe, die …

Und Juergen hat mich sogleich angesprochen. Er fand das alles sehr schwer, so massiv kunsttheoretisch, und er fühlte sich inkompetent, denn von Kunsttheorie und Philosophie verstehe er nicht viel. Juergen, so hat er mit Susanne in diesem Projekt vereinbart, soll den Satz textlich und visuell vervollständigen.

Es gingen ein paar Tage ins Land und die Gedanken sackten. Juergen hat ja so eine Angewohnheit und ordnet auf seinem Tisch immer Papiere, Reststücke, Fotos, Gekritzeltes, schiebt das hin und her, sortiert, bündelt neu und und und. Diesmal half ihm der Zufall. Vier Teile lagen plötzlich nach einigem Geschiebe vor ihm  und ihm war sofort klar, dass das seine Antwort war. Das eine Bild stand für die Natur, das andere für den diffusen Begriff von Gott, und die beiden letzten hatten mit den Menschen zu tun: Gott, Natur und Mensch. Das war die Antwort. Dann noch ein wenig Nonsens hineingestreut: Fertig!

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Also lautet seine Antwort: … die mir etwas von der Trias „Gott, Natur und Mensch“ erzählt haben, die aber beim intuitiven Bogenschießen keine Rolle spielen.“

Und den unfertigen Satz, den er jetzt an Susanne weitergibt, lautet: „Mir gefällt das, …“

Buchalov

 

ausgelutscht

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„Zuerst die Mathematik“, sagte Juergen.

Acht kleine Motive, auf zwei Druckstöcken verteilt, auf 70 x 100 und auf 70 x 50, jeweils in der Auflage von fünf gedrückt. Und dann die acht Motive einzeln geschnitten, auf acht fotokopierten Papierträgern und auf acht Dekopapieren, in der Auflage von jeweils drei dann weiter gedruckt.

Ergibt in der Summe einen riesigen Stapel von Bildern. Er hat wohl nicht durchgezählt.

Und jetzt tauchen die Motive auch noch in einem kleinen selbst hergestellten „Druckskizzenbuch“ auf. Doch davon später mehr.

Er hat die acht Motive auf den ersten zwei Druckplatten, später acht, wirklich bis zum letzten „ausgelutscht“ – so nennt Juergen das dann immer.

Buchalov

 

und mal wieder die Wand …

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Also: bei Betreten des Ateliers werden als erstes eine oder mehrerer Tuschezeichnungen erstellt.

Dann gehe es erst richtig los. Oft sortiere er auf dem Tisch Dinge, schleiche durchs Atelier und suche und finde, was auch immer, arbeite an den Dingen, die er sich vorgenommen hat, gehe zu seiner Wand, nehme Dinge ab, setze Bilder hinzu, finde irgendetwas und bringe es dort unter, sitze mit einer Tasse Kaffe vor seiner Wand, lasse seine Ateliergäste darauf schauen und lasse sich erzählen, was sie sehen, was ihnen auffalle, schreite die Wand ab, überlege manchmal, ob er die Löcher zuschmieren solle, die ihn anschauen, sitze da und trinke Kaffee, schaue hin, schaue weg, finde mal wieder etwas, und und und. Aber es gehe in diesem Falle immer um die „Buchalovs Freunde Tour 2018“.


Beim Betrachten seine bestückten Wand würden  ihm immer Dinge aufgehen. Immer! Zum Beispiel die Farbgebung. Oder wie die Dinge über die Fläche verteilt seien. Ob sich einiges doppele. Oder ob es Stellen gebe, die gebrochen seien. Oder etwas hänge, was nun wirklich nicht dahingehöre.

Und dann fotografiere er sie immer wieder ab, wegen der Dokumentation der Zwischenschritte . Oder er filme sie.

Sie sei Rhizom, sagte Juergen heute morgen. Sie wachse mit der Zeit und den Fortschritten in der parallellaufenden Arbeit. Überhaupt sei ja alles Rhizom: das Thema „BFT 2018 remember“, die Vorgehensweise, die Präsentation des Ergebnisses.

Jetzt, wo er drüber nachdenke: die Wand sei ein eigenständiges Werk. Na ja!

Buchalov

Klausurwoche, Tag 3

Zuerst habe er mal wieder eine Zeichnung gesetzt. Heute im Atelier. So Juergen. Danach habe er an einigen Hintergründen fuer die „Linolschnittedition BFT“ gearbeitet. Das, was in den letzten Tagen entstanden sei, habe er nun an seine Wand gebracht. Überhaupt die Wand: sie sei in den letzten Wochen zu seinem roten Faden geworden, denn dort lasse sich schön alles das, was entstehe und bedeutsam sein anbringen und zu einem Ganzen zusammenfügen. Rhizomartig halt!

Und dann sei „Rudolf der Bildhauer“ vorbeigekommen und man habe gemeinsam eine der wichtigsten künstlerischen Aktivitäten abgewickelt: reden und Kaffee trinken.

So sei der Tag heute gewesen, sagte Juergen.

Buchalov

Klausurwoche, Tag 2

Er sei heute alleine gewesen im Atelier, die gesamte Zeit über. Aber viel Zeit habe er auch  dort heute nicht verbracht, nur den Vormittag, denn nachmittags habe ein musikalischer Termin angestanden. Dennoch, so Juergen, sei es ihm gelungen die Linolplatten für die „BFT – Edition“ zu schneiden. Den Druck habe er auf morgen oder die nächsten Tage verschoben.

Mit drei kleinen, skizzenhaften Zeichnungen habe er den Tag im Atelier heute begonnen.

Tja, so sei es heute gewesen.

Buchalov