Einfach gut, das Ganze!

Mittwoch, Kunstakademie Düsseldorf und Donnerstag, Kunstakademie Münster: Atelierrundgänge.

Juergen und ich haben uns ins Auto gesetzt, sind hingefahren, und haben wirken lassen. Wie waren richtig angetan, von dem was wir gesehen haben – der Energie, dem Mut zum Experiment und den Menschen. Juergen hat, und das will was heißen, sogar einiges an Büchern rund um die Rundgänge gekauft. Ein dicker Pack, da kann er in „Zelle k5“ schön lange schauen und untersuchen. Nur hat er leider kaum Fotos geschossen – in Düsseldorf gar keine und in Münster, na ja! Er sei so gefesselt gewesen, sagte er.

Für ihn seien die Rundgänge immer ausgesprochen inspirierend, erklärte er. Auch wenn die Malerei nicht im Zentrum seines Interesses stehe, so seien es die Videos, die Rauminstallationen, die unterschiedlichen Präsentationsformen, die Performances, das Skulpturale auf das er immer neugierig sei. Ab und an finde man sogar noch grafische Arbeiten und ganz ganz selten auch  Holzschnitte. So auch diesmal. Einfach gut, das Ganze, meint er.

 

 

Buchalov

Atelierrundgang

Boris rief mich an und schlug vor, zur Kunstakademie nach Düsseldorf zu fahren. Dort ist die ganze Woche über der jährliche Atelierrundgang. Vor Ort haben wir uns dann aber getrennt.

Man schaut bei einer solchen Überfülle von Kunst in den einzelnen Ateliers immer subjetiv und selektiv. Das ist ganz natürlich.

Die Malerei ist in diesem Jahr dominant und die Studenten spiegeln stilistisch ihre Lehrer wieder. Wenn man die Liste der Professoren liest, kann man vor Bewunderung erblassen: Cragg, Trockel, Anzinger, Gursky, Doig, Schütz, Grünbein, Tal R und und und. Nur selten sind stilistisch ganz eigenständige Werke zu sehen.

Die Gegenständlichkeit dominiert, doch die Abstraktion gewinnt an Boden, meist Konzeptkunst. Malerei wird bisweilen mit Video gemischt. Druckgrafisches kommt nicht mehr vor. Diese Richtung ist wie vom Erdboden verschluckt. Die Bühnenbildner faszinieren mit tollen Modellen und einer großen Lebendigkeit. Dies gilt ebenso für die Baukunst.

Zeichnungen als eigenständige Form fehlen, als Skizzen lockern sie die Ausstellungskonzepte auf.

Seitdem Cragg Rektor ist, nimmt die Bildhauerei immer mehr Platz ein. Die „Baumarktästhetik“ mit Dachlatten und Regips wird weniger. Als Material wird zunehmend alles, was verwendbar ist, auch verwendet.

Buchalov