Buchalovs Freunde Tour 2019: Hoorn

„Wenn du fremd bist, dann musst du dich öffnen“, meinte er heute zu mir. „Und hellwach sein, denn die Kunst fällt dir vielleicht vor die Füße. Aber das ist eher die Ausnahme. Du musst hellwach sein, um die Zeichen, die Hinweise, das Zufällige zu sehen und festzuhalten. Nur so kann das funktionieren.“ Und man solle dabei bloß nicht verkrampfen. Wenn man verkrampfe sei man blockiert. Ich habe nicht geantwortet. Das war mir zu simpel, denn irgendwie ist das ja immer so.

„Und was ist Dir heute vor die Füße gefallen?“, fragte ich stattdessen. Na ja, seine Antwort war klar:

Einmal „das Hotel Maria Kapel“, eben kein Hotel, sondern eine Residence fuer Künstler. Wir durften einen Blick hineinwerfen, während die momentanen Residencegäste an ihrer Rauminstallation arbeiteten.

Und die Boterhal („Butterhalle), eine Galerie oder noch besser ein Ausstellungsraum für moderne Kunst.

Und dann sei da noch der Rundweg oder Skulpturenweg direkt am Isselmeer gewesen, den er mit dem Fahrrad abgefahren sei. Einiges hat er fotografiert.

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ein wenig Rückblick 

Juergen und ich stehen momentan mit unserem Wohnmobil im Altmühltal und fahren am Fluss entlang und kreuz und quer mit dem Rad durch die Gegend. Wunderschön ist es hier. Frankenland! Und wir halten ein wenig Rueckblick. 

Der Königssee war die letzte Station unserer Fahrt auf der „Deutschen Alpenstrasse“. Keine Frage, ohne den Tourismus  als Wirtschaftsfaktor geht hier nichts. Er ist nur möglich, weil die Landschaft so einmalig und so schön ist. Und wie schrecklich einen dieser Tourismus anspringen kann, erfährt man in Schönau auf dem Weg zum Bootsanleger des Königssees. Juergen hatte eine spezielle Meinung dazu, die er in diesem Foto wiedergegen hat.


Juergen meinte zu mir, dass er vorsichtig sei mit einer generellen „Verteufelung“ des Tourismus. Schließlich sei er ja selbst einer von ihnen,  wenn er die Fremde von Gibraltar bis Trondheim bereise. Das Problem sei halt die Zerstörung und Gefährdung der räumlichen, örtlichen Stimmung und Ästhetik vor Ort durch die Masse an Menschen und die gestalterischen Wildwüchse der Kommerzialisierung. Vielleicht wäre sanfter Tourismus ein Kompromiss.

Der Königssee selbst überwältigt einen wegen seiner Schönheit, keine Frage – trotz der vielen Menschen. 

Und 

Juergen hat auf der Tour einiges zur bayrischen Landschaft zeichnerisch festgehalten und vervollständigt  die Zeichnungen momentan hier in Treuchtlingen. Er nennt sie „Szenarien“ ( dahinter steckt die Annahme, dass die Landschaft und ihre Darstellung eine Bühne sei, mit Handlungsanweisungen und Abläufen fuer uns, die Agierenden) und wird sie in den nächsten Tagen nach und nach zeigen.

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