Husch und husch und husch: die Zeit ist heute knapp und nichts posten will ich heute aber auch nicht. Also: ein Husch-Bild.
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov
Juergen und ich haben eine kleine morgendliche Radtour gestartet, sind aber nicht weit gekommen, bis zum Alten Wasserwerk eben und haben dort mit den Ausstellern Frau B. und Herrn L. „geplauscht“ und ein kühles Wasser getrunken.
Wir sahen die Bäume, spürten den Wind und der Himmel lag wolkenlos blau über uns. Und schon ging es um Sehnsucht, um Sicherheit, um Grenzen, um Schmerz und warum wir bestimmte Dinge tun. Es war so ein Rühren im Thementopf, ohne klare Lösungen oder Antworten. Versuche der Orientierung eben.
Juergen meinte auf dem Rückweg, dass das Kreative, wenn man es den ernst betrachtet, oder in Form bringt, einen immer zu solchen Themen führt. Zwangsläufig.
Buchalov
„Also!“, sagt Juergen. „Ich möchte einfach nicht mehr darüber reden, ob das Kunst ist oder nicht. Ich habe schon immer dieses unbehagliche Gefühl gespürt, wenn um mich herum die Kunstkolleginnen und Kollegen sagten, was Kunst sei, und noch genauer, was gute Kunst sei. Wenn sie das alles so fein in Schubladen ablegen konnten. Schublade Kunst, Schublade Nichtkunst. Unterschublade bei Kunst: Landart, Konstrutivismus, klassische Moderne usw.“
Für ihn, so sagte Juergen, habe die „dokumenta13“ da ein wenig den Ausschlag gegeben. Er habe nicht Künstler und ihre Kunst gesehen, sondern er habe Menschen und ihre Ergebnisse bei dem Versuch in dieser Welt eine Verortung vorzunehmen vorgefunden. Und diese Ergebnisse hätten sich oft erst nach vielen Nachfragen und vielem Nachlesen erschlossen. Aber diese Menschen hätten es getan, sie hätten die Fragen nach dem Leben gestellt, wie das funktioniert, ob das Sinn macht, was wichtig sei, wo man stehe, warum Dinge so und nicht anders funktionieren usw. Und ob das dann Künstler seien oder ob das Ergebnis Kunst sei – für ihn mittlerweile eine unwichtige Fragestellung. Im täglichen Leben vermische und vermixe sich ja auch alles. Und diese Schubladen seien ja eigentlich nur Versuche, in dieses Chaos eine Ordnung hineinzubringen. Vielleicht müsse man das aber gar nicht. Vielleicht sei gerade das Chaos, das Unübersichtliche der Reiz.
Juergen verwirrt mich. Da muss ich erst einmal weiter drüber nachdenken.
Buchalov