Schlagwort: Juergen Kuester

  • digitales Zeichnen: Erkenntnis sieben und acht

    Die verwendeten Zeichenprogramme enthalten eine große Vielfalt an verwendbaren Effekten, Stiften, Oberflächen und Hilfsmitteln. Ihr Einsatz sollte gut überlegt sein. Man ist stets in der Gefahr sich in der Vielfalt der Verwendungen zu verlieren und damit das Bild zu überfrachten. Ein wenig ist mehr. Die Künstlichkeit bzw. Retortenhaftigkeit einiger Hilfsmittel verbietet ihren Einsatz. Die Beschränkung auf ein persönliches Kerninstrumentarium, welches einem persönlich liegt – Juergen verwendet in der Regel die Hilfsmittel des traditionellen Zeichnens – ist angebracht.

    Erkenntnis sieben: Digitales Zeichnen bedeutet, sich bei de Anzahl der zu verwendeten Hilfsmittel zu begrenzen und mit einem Kerninstrumentarium, das man vorsichtig in der Benutzung ausbaut, zu arbeiten.

    Digitalen Zeichnungen sieht man schnell ihre „digitale Künstlichkeit“  auch in Form von „Leblosigkeit“ an, da die Oberflächen der Linien und Farbverläufe flach angelegt sind. Sie wirken bisweilen wie gedruckte Flächen. Ihnen fehlt das oberflächlich Materielle. Ihnen fehlen die Reste von Farbpigmenten, die Papierunebenheiten, die Materialspuren eben, welche im Licht körperlich wirken. Digitale Flächen ähneln in ihrer Erscheinung gedruckten Flächen von Druckstöcken aus Linoleum, Holz oder Gummi.

    Erkenntnis acht: Es gilt, so Juergen, digital durch die Verwendung weniger und traditionelle – orientierter Hilfsmittel so zu zeichnen, dass die „digitale Künstlichkeit“ der Flächen oder Linien durch Bearbeitung möglichst wenig in Erscheinung tritt und die Bilder oder Skizzen sich traditionell gefertigten Ergebnissen in der Wirkung annähern.

    (Fortsetzung folgt)

    Buchalov

  • digitales Zeichnen: Erkenntnis eins bis vier

    Wir reden oft darüber, Juergen und ich, und versuchen auszuloten, was es denn mit dem digitalen Zeichnen – wie wir es nennen – so auf sich hat. Ich werde in den nächsten Tagen ein wenig über Jürgens persönliche Erfahrungen  des praktischen Herantastens an dieses Thema berichten.

    Erkenntnis eins: die Liste der zeichnerischen Techniken, von der Benutzung der Zeichenkohle bis hin zur Verwendung des Filzstiftes oder auch des schwarzen Kaffees, ist  durch die Verwendung des digitalen Zeichenstifts auf dem Zeichenbrett, iPad oder iPhone mit dazugehörigen Zeichenprogrammen  erweitert worden. Die Verwendung dieser digitalen Technik ist legitim und findet immer stärkere Verbreitung, auch wenn dies den zeichnerischen Traditionalisten bisweilen nicht so recht ins Konzept passt.

    Erkenntnis zwei: wie  jede Technik besitzt auch diese ihre individuelle Eigenart und muss im Einsatz erlernt und erprobt werden, um zu verwertbaren und zeigbaren Ergebnissen zu kommen.

    Erkenntnis drei: Im Erproben werden die Spezifika dieser Technik wahrnehmbar und erfahrbar. Ihre Kenntnis ist für die Bildgestaltung mehr als bedeutsam.

    Erkenntnis vier: Man ist nicht alleine, siehe David Hockney in diesem Video auf Arte. Und der dort getätigte Satz Satz von Auge, Hand und Herz, die man zum Malen/Zeichnen benötigt, und der auch beim Einsatz digitaler Techniken seine Bedeutsamkeit hat, gefiel besonders.

    (Fortsetzung folgt)

    Buchalov

  • Kopf durchpusten

    Juergen ist wieder da, zurück aus dem Urlaub, gut erholt.

    Er hat ein paar Zeichnungen mitgebracht. Und ein paar postkartentypische Fotos von Strand, Wellen, Sand und Wolken. Das Licht sei wirklich sehr schön gewesen. Er habe sich auf mehr nicht einlassen können und wollen, da die maritime Ästhetik so dominant gewesen sei.

    Ansonsten, so sagte Juergen, sei nicht viel Kreatives gewesen. Der Nordseewind habe seinen Kopf kräftig durchpustet und einigen kreativen Müll beseitigt und das habe erst einmal genügt. Er habe auch nicht groß Rückblick gehalten – dOCUMENTA13 und so -, sondern habe sich einfach nur durch wenig Tun ordentlich zurückgefahren. Und erholt. Drei Wochen lang.

    Buchalov