Learning by visiting

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Am Wochenende konfrontierte mich Juergen mit dem Satz, dass Lernen nicht eine Anhäufung von Wissen sei und man auf den Stufen der Erkenntnis nach oben klettere. Nein, so sei es genau nicht. Es sei eher ein Wandern in Netzstrukturen. Von Knoten zu Knoten. Oder indem man neue Knotenpunkte schaffe. Nur so könne er jedenfalls momentan Kunst machen.

Und sein Netz werde immer dichter. Die Knotenpunkte, an denen sich Erkenntnisse „knubbeln“ würden, nähmen zu. Er lasse sich so richtig treiben, kein Lehrgangswissen mehr. Learning by doing und learning by visiting. Lehrgangswissen habe momentan keine Chance bei ihm.

Buchalov

zentrale Knoten

Es gibt Tage und Momente, da bündeln sich die Ereignisse. Da werden Handlungen und Dinge, die sich vorher über einen längeren Zeitraum angebahnt haben,  zu zentralen Knoten und entscheiden sich oder werden zu fertigen Ergebnissen.

„Solch eine Phase habe ich jetzt Ende November“, sagte Juergen heute zu mir. Er war alleine im Atelier. Ich hatte ihn mit Elisabeth, unserer gemeinsamen Freundin, besucht. Er sagte das, weil er seine „InEcken“, die digitalen Zeichnungen,  immer noch im Entstehen sind, diese aber den Umfang von 100 Exemplaren erreicht haben. Und weil er mit seinem Atelier umzieht, in die „Zelle k5“ und das „rosa Zimmer“. Ein Türschild hat er heute angebracht. Auch seine Drucke, die großen, zu den „InEcken“, finden ihr Ende. Noch zwei Arbeitsschritte, dann ist er damit fertig und wird sie uns sicherlich vorstellen. An der Serie wird er aber zukünftig weiterarbeiten. Juergen hat also reichlich zu tun.

Eine kleine Auswahl, eine beliebige, der „InEcken“ hat er jetzt auf einer seiner Seiten „Zelle k5“ eingestellt.

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For my english readers:

There are days and times, when events are bundled. Acts and things, which have previously been initiated over a longer period, are now coming to the central node and were chosen or come to a finishing result.

„Such a phase is now going on for me in late November,“ Juergen said to me today. He was alone in the studio. I had visited him with Elizabeth, our mutual friend. He said this, because he is still working with his „InEcken“ and they have reached the amount of 100 copies. And he is changing his studio, and works in the room „Zelle k5“ and „rosa Zimmer“.

Knoten, Schnüre, Kabel …

Knoten, Strings, Seile, Schnüre, Kabel: die, so sagt Juergen, finden immer sein Interesse. Und damit stehe er ja nicht alleine. Sie seien  für ihn  Durchflussleitungen. Oder Einengungen. Oder Wirrwarr. Oder Bindungen. Oder Transfer. Oder Hohlräume. Und einiges mehr. Er sammle auch Bilder von ihnen.

Dem Grund für diese Affinität sei er allerdings noch auf der Spur.

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diese Strippen

Neben den Maschinen, die ich ja aufs innigste liebe, habe ich es mit Kabeln und Schnürren. An meinem Aquarelltisch im Schlafzimmer stapeln sich kleine Skizzen und immer tauchen diese Strippen auf: sie verbinden Dinge, sie leiten Daten, Informationen und Energie weiter, sie umschließen Gegenstände, sie bilden Knoten.

Gestern habe ich mir auch ein Billigbuch über Knoten gekauft: vom Palstek über den Slipstek bis hin zum Kreuzknoten. Kann man immer gebrauchen – habe ich gedacht.

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