Bademantelkommentar #1

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Ich habe noch nie davon erzählt und nichts dazu geschrieben. Aber manchmal, wenn ich Juergen zuhause abhole, um ihn ins Atelier zu bringen, Juergen läßt sich gerne fahren, dann begrüßt er mich im Bademantel. Er ist dann noch nicht reisefertig. Und wir trinken dann noch einen Morgenkaffee zusammen und Juergen sondert dann seine Kommentare ab.

Heute: „ich erkläre hiermit „Inszenierung“ zum Wort der Woche. Weil Verpackung mittlerweile scheinbar mehr zählt als Inhalt!“

Buchalov

Wie kommt die Kunst in meine eigenen vier Wände?

IMG_5488Juergen hat  ein wenig die Diskussion von Frank Koebsch im Rahmen der „Kunst-Blogparade“ verfolgt. Er sprach mich darauf heute an und meinte, es wäre doch mal interessant zu fragen, wie die Teilnehmer im Blog selbst an die Kunst kommen, die sie in ihren eigenen vier Wänden hängen haben. Es würde ja viel kommentiert über das Verhältnis von Kunst und Kommerz, aber die Teilnehmer seien ja nicht nur in der Rolle des Künstlers, sondern auch in der des Konsumenten. Darüber höre man aber im Blog eigentlich nichts.

Ich habe daraufhin versprochen, eine Umfrage zu starten. Ich weiß, ich weiß: es kann kein repräsentatives Ergebnis geben, vielleicht sind die möglichen Antworten auch „doof“, aber vielleicht ist es eine Gelegenheit zum Nachdenken über das eigene „Kunstwerke – Kaufverhalten“ und einen oder mehrere Klicks wert.

Buchalov

For my english readers:

Juergen has  followed the discussion in the context of Frank Koebschs question in the „Kunst – Blogparade“ – a little bit. Today he spoke to me about this and said, that it would be some interesting to ask the participants itself in which way the art, they were hanging in their own rooms, is coming to them. The participants were not only in the role of artists, they were also in that of a consumer.

Kunst und Kommerz

„It’s raining dogs“, würde Juergen sagen. Wenn Hunde vom Himmel fallen, sollte man sich ruhig halten, zum Fenster hinaus schauen und nachdenken. Und in Kunstzeitungen blättern, lesen oder sich Notizen machen. Was ich heute alles getan habe.

Und eindringlich darauf hinweisen, dass die Kunstblogparade weiterläuft. Sie geht heute in die letzte Woche. Frank Koebsch hat die Frage gestellt: Passen Kunst und Kommerz zusammen? Wie in den Wochen vorher sind alle herzlich zur Teilnahme eingeladen und wir freuen uns auf Eure Beiträge. Wie die Kunstblogparade abläuft kann man hier sehen: >>[…] Blogparade

Buchalov

„It’s raining dogs“ Juergen would say. If dogs are falling from the sky, you should be keep quiet, look out of the window and think about whatever you want. And take a look in art papers, and read, or make any notes. What I have did today.

And yet I do a big point to the art blog carnival, it continues. Frank Koebsch asked the question: Does  art and art-commerce fit together?

Wirkung

Juergen meinte heute morgen im Atelier – ich kam spontan vorbei – dass ich wohl die „Kunst – Blogparade“ ein wenig aus dem Blick verloren hätte. Nein, sagte ich, nichts sei vergessen. Heute würde ich schreiben. Gerne sogar. Was ich jetzt auch tue.

Also: Wie beeinflusst das Internet die kunstschaffenden und die kunsterlebenden Menschen? So lautet Oliver Kohls Frage. Und zur Teilnahme sind alle herzlich aufgerufen!

Für mich sei Tagebuchschreiben immer, schon seit meiner Jugendzeit, so sagte ich zu Juergen und dachte dabei los, wichtig gewesen. Oder besser: Notizen schreiben. Zur Vergegenwärtigung oder zur Klarstellung oder zur Verdeutlichung oder zur Problemlösung oder um Klarheit zu gewinnen oder um sich die Situationen noch einmal vors Auge zu holen oder um durch Wiederholen zu lernen: zu jeder Gelegenheit habe ich notiert und schriftlich festgehalten. Immer. Juergen hörte gespannt zu. Skizzenbücher, Moleskinbände, Rückseiten von Briefumschlägen, Papierreste im Atelier, Kladden, und und und. Auf allem habe ich gekritzelt. Es irgendwie gesammelt. Und jetzt hat der Blog bei wordpress diese Aufgabe übernommen. Die Notizen werden mit „evernote“ geschrieben, Fotos mit dem smartphone helfen bei der Dokumentation. Das Gekritzele finde immer noch statt, habe ich gesagt, aber nicht mehr so intensiv und wird ebenfalls dokumentiert. Ich sei etwas geordneter geworden.

Juergen sagte dann, dass bei ihm durch das Internet eins besonders anders geworden sei: er sei nicht mehr so wild auf Ausstellungen, da er jetzt den Blog, seine Homepages und  Facebook als „Schaufenster“ benutze. Er habe den Eindruck, dass jetzt mehr Menschen seine Sachen sehen würden. Und viel direkter. Den Aufwand dafür von seiner Seite könne er noch nicht so genau abschätzen. Tägliche Arbeit sei es schon. Es mache ihm aber auch Spaß, viel Spaß, u.a. weil alles so direkt sei.

Und dann meinte er noch, dass ihm ja der Dialog, das Gespräch mit anderen immer so wichtig sei. Und dass habe er jetzt im Internet ebenfalls. Wenn er ehrlich sei, sei das sogar intensiver als im „realen Alltag“. Vom Inhaltlichen her. Und menscheln würde es auch ganz schön. Gott sei Dank. Aber im Ernst: er lerne schon viel über sich und das Kunst machen. Das bringe ihn voran. Er fühle sich gut aufgehoben. Er habe unheimlich viele nette Leute kennengelernt.

Der Schutz des Privaten, dass sei allerdings ein Thema. Das sei ein steter Kampf und sein Heumstöbern im Internet habe da sein Problembewusstsein schon sehr geschärft. Das halte auch an. Deshalb habe er auch so lange mit seiner Beteiligung bei Facebook gewartet. In der Ateliergemeinschaft sei dies ein ständiges Thema. Boris der Maler und Rudolf der Bildhauer seien nämlich bei diesem Thema massive Skeptiker und ein gutes Korrektiv.

Buchalov

For my english readers:

How does the internet influence creative and artistic people? That is Oliver Kohl’s question this week in the „Kunst – Blogparade“. And all are invited to participate!

For me journal writing has been important since I was young, I said to Juergen. Or better: to do notes. To make things present or to clarify or to solve problems or to see the situations again or to learn by repeating:  I have noted and recorded at every opportunity. Always. Juergen listened intently. Sketchbooks, Moleskinbooks, backs of envelopes, scraps of paper in the studio, notebooks, and so on. In particular, I have scribbled. And collected. And now the blog has taken on this task. The notes are written with „evernote“, photos are taken with the smartphone, to help to do a documentation. The „Gekritzele“ would take place still, I said, but not so intense and it was recorded too. I had become a little more orderly.

aufgeregt

Juergen wirkte aufgeregt. Er hatte im Internet die „Kunst – Blogparade“ besucht und die Frage von Conny Niehoff gelesen: Wird Bildende Kunst überbewertet? Und drängen wir uns zu sehr auf? Und wen interessiert unser geistiges Gedöns?

Er habe auch die bisherigen Kommentare überflogen und jetzt drei Tage gewartet. Juergen setzte sich dann zu mir und legte, wirklich aufgeregt, los. Was das denn  für eine Frage sei? Oder besser drei Fragen? Wie solle man denn darauf antworten? Er erinnere sich an Armin Rohr, der ja dazu schon einiges gesagt habe? Und auch ich hätte dazu ja schon im Blog Postion bezogen. Wer lasse sich als Künstler denn auf Bewertung von außen ein?, fragte er, wie im Selbstgespräch. Gut, man würde bei Wettbewerben schon mal Sachen einreichen, aber da wüßte man doch, dass die Auswahl subjektiv getroffen werde.  Wenn es Bewertung gäbe, dann doch – wie bei ihm selbst-  im Gespräch mit seinen Kunstkolleginnen und Kollegen, denen nämlich, denen er vertraue, und das gehe dann in Richtung Eigenbewertung, Selbstkritik, um die Qualität der Arbeit auszuloten, um zu schauen wie man weiter vorgehen könne, um sich der eigenen Postion zu vergewissern. Und wer soll denn Kunst überbewerten? Wer ist das denn überhaupt?

Und ob wir uns zu sehr aufdrängen, könne doch nur gefragt werden, wenn man etwas von jemandem wolle. Und dieser Jemand will dann vielleicht genau das nicht. Aber das käme doch eigentlich nur beim Verkauf von Kunst vor. Oder bei der Eigenpräsentation, bei der Herstellung von Öffentlichkeit mit der eigenen Kunst, wo auch immer, zum Beispiel auch bei Facebook.  Das könne man dort natürlich schon ganz schnell als Aufdrängen interpretieren.

Und geistiges Gedöns! Was das überhaupt für eine Formulierung sei? Das klinge für ihn abwertend, denn gerade das Gegenteil sei es doch, was Kunst trage: Erkenntnisgewinn, der alte Sokrates, der Dialog, die Betrachtungen der Welt, das Verstehen, sich verorten, das erzählen an Tischen – wie Susanne Haun gestern geschrieben hat. Als wenn das alles keine Bedeutung habe.

Ich habe versucht, ihn zu beruhigen und gemeint, dass hinter dem allen vielleicht das Wackeln über das eigene Handeln als Künstler oder die Frage nach der eigenen Rolle stehe. Dass könne er doch wohl verstehen, da er sich mit diesem Thema ja auch oft beschäftigte. Vielleicht seinen das Vergewisserungen der eigenen Postion. Das mache er doch auch.

Das hat ihn dann versöhnlicher und wieder nachdenklich gestimmt.

Aber dann sagte er noch: „Wieso, weshalb warum: wer nicht fragt bleibt dumm.“ Das sei seine Position. Und: man müsse sich halt entscheiden. Gelte nun “ Man lernt nie aus.“ Oder gelte „Man lernt nie. Aus!“

Buchalov

For my english readers:

Juergen seemed excited. He had visited the internet, the „art – blogparade“  and read the question of Conny Niehoff: Is visual arts be overvalued? And  are we urging us to much? And who cares about our spiritual fuss? Juergen then sat down and  was really going on with wondering in an excitedly way. What does this question mean? Or rather three questions? How should one respond to this?

es endet und beginnt

Meine Blogwoche endete gestern. Die von Conny Niehoff wird morgen beginnen.

Ich möchte denen von Herzen danken, die in der vergangenen Woche auf meine Frage „Bedeutet künstlerisches bzw. kreatives Schaffen Flucht aus der Realität? Oder ist es Aufarbeitung der uns umgebenden Wirklichkeit?“ geantwortet haben und gemeinsam mit mir versuchten, den Dingen auf die Spur zu kommen. Es war eine Herausforderung und Bereicherung zugleich, da es meine erste Blogparade war und die Kommentare doch viel Aspekte enthielten, die auch nach dieser Woche noch nachwirken. Ich habe viel Inhaltliches und einiges mehr an Kontakten mitgenommen.

Die Zugriffszahlen auf meinen Blog sind rasant in der vergangenen Woche gestiegen und erreichten Spitzenwerte, die ich dort bisher nicht kannte. Es gab 45 Posts zu meiner Frage, von 14 Autoren. Dies waren im Einzelnen: Barbara, Susanne Haun, klaus, muetzenfalterin, Oliver Kohls, ute schätzmüller, Tobias, derdilettant, Armin, mandoisland, Helen Königs, gabyrichter, Frank Koebsch und dedepuppets. Das hätte alles ein wenig mehr sein können, aber vielleicht war meine Frage auch zu stark künstlerbezogen und zu allgemein gehalten. Oder zu verwirrend? Zu komplex? Oder einfach zu einfach? Daraus kann man für zukünftige Blogparaden nur lernen.

Da Susanne, Ute, Frank und Oliver Teilnehmer der Blogparade sind, bleiben sie bei der Verlosung der Radierung und des Sternzeichenbuches außen vor. Als Glücksbote habe ich selbst agiert, indem ich die Zettel mit den Teilnehmern auf dem Tisch in Linie in beliebiger Reihenfolge gelegt habe, die Quersumme der Uhrzeit bildete, zu der ich das gerade tat und dann von links nach rechts abzählte -und danach vom ersten Treffer aus wieder mit der Quersumme das Gleiche vollzog. Ein echter Zufallsgenerator.

Bei der Verlosung meiner Radierung hat „Tobias“ gewonnen. Und das Sternzeichenbuch wird „dilletant“ erhalten. Herzlichen Glückwunsch an Euch beide!

Am Montag startet Conny Niehoff mit ihrer Frage im Rahmen der „Kunst – Blogparade“. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf die Beiträge.

Juergen

For my english readers:

My blog week ended yesterday. Conny Niehoff will start tomorrow.

I want to thank from heart all those, which in the past week responded my question and tried with me to get on a track about the discussion – things. It was a challenge and enrichment, because it was my first blogparade and the comments contained much issues, that continued to have an effect after that week.