Projektohnenamen #75 | S: „Handstandmachend schaue ich aus dem Fenster …“ |

Weil Jürgen so lange im Süden unterwegs war, hat es diesmal gedauert bis er auf Susannes Halbsatz geantwortet hat. Jürgen und Susanne schicken sich nämlich im Wechsel immer Halbsätze zu, die der andere vervollständigen soll. Literarisch und zeichnerisch. Das Vorhaben nennt sich „Projektohnenamen“.

Susanne schrieb: „Handstand machend schaue ich aus dem Fenster …“ und Jürgen vervollständigte „…… und denke, ich sei Herr Baselitz.“

Zur Verfügung stand auch Folgendes:

… und bilde mir ein ich sei der Herr Baselitz

… und sogar die Zahlen stehen Kopf

.. und man sieht den Boden vor sich

… und Ich schließe die Auge

Der Herr Baselitz ist es geworden. Es war so wohl am Einfachsten.

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Für Susanne hat Jürgen jetzt folgenden Satz: „Ein Kuckkuckskind weiß …“

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Auf Instagram kann man das Projekt verfolgen: >>> [ Projektohnenamen ] <<<<

Buchalov

im Zwickelbüro | it’s coming to an temporary end | mobile photography

Es war vorgestern der letzte Tag im Zwickelbüro. Thema: der Zwickel und seine Formen. Elke, Antje und Martina sind wieder abgereist. Einiges wurde fertiggestellt und dann wurde das Zwickelbüro für dieses Jahr geschlossen. Aber die Kollaboration wird fortgesetzt werden: Über die Karnevalstage 2022 geht es dann weiter.

im Zwickelbüro: Probedrucke von Linolschnitten | Was nun? | mobile photography

drei Platten, drei Probedrucke:

drei Platten, mehrere Kombinationen, verschiedene Hintergründe:

:

Und es stellt sich die Frage: Was nun? Es gibt einiges zu bedenken und zu entscheiden: denn die Muse küsse nicht. So Jürgen.

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corona notes2: Drucke auf Ausstellungskatalog

Jürgen ist durch sein Atelier gestrolcht. Das Wort strolchen hat er letztens auf einem Blog gehört und es gefällt ihm für die Aktion, bei der man sich so einfach ohne Plan in der Gegend oder einem Areal herumtreibt. So wie er.

Gefunden hat er dann einen Ausstellungskatalog von Klaus Harth, Landtag Saarbrücken, Jahr 2011. Den hat er von ihm auf einer der Buchalovs Touren geschenkt bekommen. Und Den hat er zerschnitten, die Einzelblätter sortiert – was springt mich an und passt zu meinen Motiven – so irgendwie – und dann bedruckt, mit seinen Linolschnitten. Klaus Harth hat sein Einverständnis zur Veröffentlichung gegeben. Jürgen meinte zu mir, das Klaus ein feiner Kerl sei, guter Künstler und ein Freund von Collaborationen, genau wie er. Hier einige Überdruckungen:

Jürgens Frau meinte letztlich, dass sie den Begriff Collaboration nicht möge. Der habe so etwas militärisch – kriegerisches. Damit wären wir beim Thema der Bedeutung von Begriffen und wie sie sich unter gesellschaftlichem oder mit Hilfe anderer Kräfte verändern. Aber das ist ein anderes Thema. Hier noch ein paar Bilder.

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künftig, bald, nach vorne – Eden3: im Inneren der Utopie

Das läßt ihn nicht los: dass die Begriffe Eden und Utopie so viel miteinander zu tun haben. Und dass Eden sich vielleicht auch als Turm darstellen läßt, der in seinem Inneren das birgt, was Eden ausmacht. Und mit seinen Mauern beschützt. Und das beinhaltet für Jürgen dann alles das, was er so mit dem Paradies verbindet.

Und dieses Innere der Utopie füllt sich so langsam: es ist die Zeit, die Ganzheitlichkeit, die Natur, die Freiheit – das sind Jürgens Stichworte.

Hier ein Kommentarbeitrag zu der Frage von Susanne Haun, ob das ewige Leben, so wie es sich hinter der Formulierung von der Bedeutungslosigkeit der Zeit in Eden verbirgt, erstrebenswert sei. Dieser Kommentar hilft vielleicht bei der Klärung, was denn das Paradies sei.

„Ich denke jetzt mal so vor mich hin:
Wenn wir im Paradies leben, im Garten Eden, leben wir in einem anderen Zustand als dem momentanen. Dann hat Zeit keinerlei Bedeutung mehr und ein ewiges Leben ist möglich. Es ist ein anders Leben als das jetzige, denn auch die anderen Bedingungen greifen: Ganzheitlichkeit, also ein Leben ohne Körperliche Einschränkungen, die Absolutheit der Freiheit, der Einklang mit der Natur. Das Leben wäre dann nicht mehr ziel – und sinnorientiert wie das jetzige. Diese Fragen würden sich nicht mehr stellen. Wir wären Teil eines großen Ganzen, ein ohne Störungen existierender Gesamtorganismus, dessen Sinn oder Funktion ein anderer ist. Oder gar keiner. So denke ich mir das. Im Moment. Als Utopie. Als Gedankenspiel.“

Und auch über die grieschicher Mythologie ist Jürgen bei der Frage, was den Eden ausmacht, gestolpert. Es sind im Besonderen die Göttergestalten Chronos, Rhea, Themis und Artemis. Chronos ist die Personifizierung der Zeit. Rhea ist die Göttin der Natur, die große Erdmutter. Themis steht als Göttin für Gerechtigkeit, Sitte und Ordnung, für das Ganzheitliche. Und Artemis mit ihrem Beinamen Eleutheria ist die Göttin der Freiheit und der Jagd. Aber für diesen ganzen Komplex gibt es hier unter uns sicher kompetentere Spezialisten als Jürgen einer ist. Aber der Gedanke, das man den Inhalt dieser Utopie, das Wichtigste vom Garten Eden, personifiziert darstellen kann, ja diesen Gedanken findet Jürgen schon spannend. Mal schauen, was er daraus macht. Ob er überhaupt was draus macht!

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Corona notes2: ein Druckskizzenbuch, das Erste!

Es kommt mir langsam so vor, als wenn Jürgen gar kein richtiges Papier mehr besitzt -so Papier halt, das man bei Boesner kauft, das Grammangaben aufweist, das es in verschiedenen Stärken von verschiedenen Marken gibt und das schweineteuer ist. Jürgen benutzt nämlich in letzter Zeit wie besessen Papier, das irgendwo herumliegt, das als Zeitungsbeilage ins Haus kommt, das andere in der Ateliergemeinschaft weggeworfen haben oder das er beim Aufräumen findet und eigentlich wegschmeissen wollte.

Eine Beilage aus „der Zeit“ zum Thema Digitales: in die hat er vor einiger Zeit seine Linolschnitte zu den „Corona – notes“ gedruckt, noch etwas Farbe mit Buntstiften hinzugefügt und das Ganze ein Druckskizzenbuch genannt. Denn man könnte daraus ja wirklich mal Holzschnitte erstellen. Aber dazu ist es bisher bei den anderen Drucksizzenbücher auch nicht gekommen: siehe hier: >>> [ Druckskizzen] <<<.

Also hier ein paar Seiten des neuen Druckskizzenbuches:

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künftig/bald/nach vorne: Eden3 – im Inneren der Utopie

Vorgestern war Samstag und ein Haiku ist entstanden: „Welt und Gegenwelt/ Realität und hoffen: / das Zentrum suchen“

Nachdem zum Ort Eden nun einiges an Zeichnungen vorliegt, zeigte mir Jürgen heute die Anfänge eins Holz – und eines Linolschnittes, Arbeitstitel der beiden Platten: „im Zentrum der Utopie“. Wenn Eden auch als Utopie beschrieben werden kann, als Versuch Zukunft in einem gedanklichen Gegenentwurf zur Realität zu kreieren, dann hat er sich jetzt dabei auf die drei Begriffspaare „die Zeit, das Ganze, die Natur“ fokussiert, und sie zu fassen versucht. Hier die Skizzierung der Platten:

Gestern vor 52 Jahren hat John Lennon mit Yoko Ono sieben Tage lang öffentlich in einem Hotelbett gelebt, dem „bed in“, und „give peace a chance“ mit allen Anwesenden zum Besten gegeben und eingespielt. Jürgen schaute mich an und sagte, dass er damals 19 gewesen sei und nichts kapiert habe von diese Utopie, die da aus einem Hotelbett in New York herüberschwabte. Klar, die Kernaussage dem Frieden eine Chance zu geben sei vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges auch sein Ding gewesen. Aber die Form, in der diese Utopie von der Absolutheit der Liebe transportiert wurde, habe er damals nicht so richtig verstanden. Dennoch: es sei ein Teil ihres Garten Edens, den ihm der Beatle und die japanische Künstlerin damals da zugeschickt hätten. Das Verstehen benötige manchmal seine Zeit.

Diese drei Begriffspaare „Natur, Zeit und Ganzheitlichkeit“ seien ihm bei einem grafischen Schreibversuch zu Eden3 letzte Woche vor die Füsse gefallen. Mittlerweile könne er sie auch inhaltlich genauer fassen und konkretisieren. Dazu später mehr. Heute hat er dann die Seiten seiner Schreiberei zu einem Objekt zusammengefügt.

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corona notes2: Stichworte

(am Anfang steht immer die Skizze)

Also, meinte Jürgen. Jetzt wolle er noch einmal in einem letzten zusammenfassenden Akt alle Stichworte zu Thema „Corona“, die ihm so in den letzten Wochen über den Weg gelaufen seien, auflisten. Das gebe die thematische Gemengelage, die seltsamen Positionen, die befremdlichen Diskussionen und die Gereiztheit ganz gut wieder. Er jedenfalls sei ihm Moment vom Kopf her in seinen Postionen ziemlich klar. Mehr sei ja auch nicht beabsichtigt gewesen.

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