corona notes2: Stichworte

(am Anfang steht immer die Skizze)

Also, meinte Jürgen. Jetzt wolle er noch einmal in einem letzten zusammenfassenden Akt alle Stichworte zu Thema „Corona“, die ihm so in den letzten Wochen über den Weg gelaufen seien, auflisten. Das gebe die thematische Gemengelage, die seltsamen Positionen, die befremdlichen Diskussionen und die Gereiztheit ganz gut wieder. Er jedenfalls sei ihm Moment vom Kopf her in seinen Postionen ziemlich klar. Mehr sei ja auch nicht beabsichtigt gewesen.

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corona notes2: Leporello

Da gibt es eine Restepapierrolle – von wo auch immer, geschenkt wahrscheinlich.

Da gibt es einen langen Tisch.

Da gibt es den Versuch, das Papier auf diesem langen Tisch auszurollen und mit farbigen Kreisen zu versehen.

Und da gibt es am Schluss dann einen langen Papierstreifen, der alle wichtigen Linolschnitte zu „corona notes2“ enthält und der gefaltet zum Leporello werden wird – in den nächsten Tagen.

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„corona notes2“: Wandtafeln

Also, die Anzahl der kleinformatigen Linolschnitte habe ich nicht gezählt. Jürgen wohl auch nicht. Vielleicht hat er auch den Überblick verloren. Bestimmt! Denn wer zählt, hat einen roten Faden. Und Halt. Und den hat Juergen bei diesem Thema momentan nicht. Stattdessen experimentiert er, denkt viel nach, liest einiges, hört manches und spielt mit dem Material herum.

Auf zwei Wandtafeln verteilt – er nennt das so, weil es ihn an die Wandtafeln in der Schule erinnert, die mit dem Rundholz oben, an einer Kordel aufgehängt – auf zwei Wandtafeln also hat er die wichtigsten Motive aufgedruckt. Das Papier war mal wieder Restepapier aus seinem großen Papierhaufen, der rechts hinterm Eingang im Atelier liegt.

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Buchalovs Tour 2020 remember: die Edition

So, wie versprochen, werde ich heute die drei Linolschnitte zeigen, die Jürgen zu einer kleinen Edition zusammengefasst hat. Sie sind aus Skizzen und Zeichnungen von der diesjährigen Buchalovs Tour 2020 im Sommer entstanden. Sie sind seine Quintessenz von einer Tour, die ihm sehr gefallen hat und manchen offenen Kreis wieder geschlossen hat. Viele lange nicht gesehen Menschen hat er dabei getroffen und sich dabei seine Kinder- und Jugendzeit und seine Erinnerungen wieder nach vorne geholt.

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remember: Buchalovs Tour 2020

Da gibt es die vielen Skizzen – entstanden dieses Jahr bei der Buchalovs Tour 2020. Hier der Link 1 und 2: >>> [ 1.[ <<< und >>>[ 2[ <<<

Und jetzt ist die Zeit, daraus Linolschnitte zu machen. So Jürgen. Das macht er nun schon seit Jahren, denn die Buchalovs Tour gibt es schon seit acht Jahren- es ist zu einer festen Gewohnheit geworden. Die kleine Edition, die dabei entsteht – diesmal sind es drei Bilder – die sendet er an die, die er auf seiner Tour besuchen durfte – als kleines Dankeschön. So soll es auch diesmal sein.

Die Arbeit hat begonnen. Ich zeige Euch bald mehr.

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das Zwickelbüro am Sonntag

Taram, Taram, Tam Tam, Tam Tam: Heute ist Montag und gestern abend hat das Zwickelbüro für dieses Jahr seine Pforten geschlossen. Im Februar wird es allerdings wieder geöffnet werden.

Das Zwickelbüro ist ein kreatives Kleinraumbüro.

Das Zwickelbüro ist eine Gedankenbüro.

Das Zwickelbüro ist ein Experimentierfeld.

Das Zwickelbüro ist ein Rückzugsraum.

Und das Zwickelbüro ist nach Meinung von Jürgen so etwas ähnliches wie Dada. In einem Kommentar an Eva schrieb Jürgen dazu: “Und was Dada anbelangt: ist Dada als weit gefasster Begriff nicht auch die Auflegung gegen Widerstände, gegen Herkömmliches in der Kunst, gegen Reales, gegen das Ernste? Dada ist doch spielen, experimentieren, frei sein, surreal sein, oder? In diesem Sinne ist das Zwickelbüro auch Dada.”

Antje meinte zu Jürgen gestern, dass ihre Ergebnisse mit dem Gehirnzwickel zu tun hätten. Da gebe es ja im Stammhirn einen Bereich, den man Zwickel nenne. Der wurde schon im letzten Zwickelbüro untersucht. Gestern gab es die Fortsetzung. Antje hat sich von Jürgen eine alte Druckplatte aus seinem Bestand geschnappt, auf ihren Hintergründen gedruckt – Antje ist Spezialistin für vorgefertigte Hintergründe auf Rentenpapier – und hat das Ergebnis malerisch bearbeitet -so erreicht sie Tiefe und Plastizität. Sie mischt das Drucktechnische mit dem Malerischen.

Und Juergen hat gestern seine riesige Linolschnittplatte weiter bearbeitet, mit der Musik im Hintergrund gesummt, gepflötet und gesungen und war weiterhin auf der Suche nach einer Form des Zwickels, die er noch nicht bearbeitet hatte. Die Platte hat er in verschiedenen Variationen gedruckt.

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das Zwickelbüro am Samstag

Wenn das Zwickelbüro geöffnet hat, dann ist Dada angesagt. Oder Zwickelaktion. Oder Nonsens.

So auch heute. Als Gast besitze ich ja das Privileg den Beiden, Antje und Jürgen, über die Schulter schauen zu dürfen und meinen Sermon zu all dem, was da so entsteht, sagen zu können. Buchalov hat eben Narrenfreiheit.

Juergen war auf der Suche nach den Zwickelformen. Klärung schafft bei so etwas eine oder mehrere Zeichnungen und oft der Besuch des Copyshops um die Ecke. Oliver Blees ist das der Boss, musiziert, rockt, kopiert, faltet, beklebt und hört zu. Und es hat sich tatsächlich einiges geklärt. Das hier soll es nun werden, als Linolschnitt:

Na ja, ob er damit die Zwickelform gefunden hat, das müsste man noch einmal bereden.

Antje hat die Deko zu verlassen versucht, sagt sie, und reißt und übermalt und beklebt. De-Dekoration ist das Stichwort. Und da sind wohl auch noch so ganz viele Hintergründe, die auf etwas warten. Und Druckstöcke gibt es ja in Jürgens Atelier genug.

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Künftig/bald/nach vorne: Transformation – Finale

Juergen stand heute morgen im Raum, im Atelier, drehte sich um seine eigene Achse und sagte: “Es ist schon erstaunlich welchen Weg ich in der letzten Woche gegangen bin” Er meinte die Transformation, dieses Thema, das ihn nach vorne bringen sollte und wohl auch nach vorne gebracht hat. Und nicht nur ihn. Viele haben sich anstecken und inspirieren lassen und Dinge ins Projekthema in ihren Blogs eingebracht, die nicht ohne Wirkung blieben. Man ist zudem näher aneinandergerückt. Dafür bedankt sich Jürgen bei allen von Herzen. Ohne diese Hilfe, wäre das Thema sicher nicht so umsetzbar gewesen – eine gelungene Kollaboration, findet er. Und ein kleiner Ersatz für die fehlenden realen sozialen Kontakte in Zeiten des zweiten Lockdowns.

Aber nun zu der Frage, was er denn heute noch so erledigt hat. Da war zum einen der Linolschnitt, der weiter geschnitten wurde und von dem ein weiterer Abdruck gefertigt wurde. Jetzt fehlt nur noch das Anthrazit.

Aber: Transformation heute, am Montag, das bedeutet: Finale!

Und da war die Wand, vor der Jürgen noch einmal gesessen hat. Er fragte sich wohl, welche Sprossungen und Keimungen zu sehen seien und welche er weiter verfolgt hätte, wenn es nun weitergehen würde. Bei seiner rhizomartigen Arbeitsmethode ist ja ein Ende nicht absehbar. Es geht immer weiter, die Dinge entwickeln sich, sie wachsen, ein Thema ist nie zu Ende. Auch wenn es im Moment so scheint.

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künftig/bald/nach vorne: Transformation als Arbeitsroutine

Schneiden, drucken, reinigen, schneiden, drucken, reinigen: wenn man mit der verlorenen Platte arbeitet, was Jürgen als Grundtechnik mit seinen Holzschnitten und Linolschnitten immer tut, dann ist Geduld und Zeit angesagt. Die Platte löst sich zusehends auf, die Motive und Flächen verschwinden. Aber: ein Bild entsteht parallel auf Papier. Eine Transformation eben. Heute, am Freitag, war es wieder so.

Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten: Am Linolschnitt wurde gearbeitet wie oben beschrieben, das kleine Papierobjekt bekam weitere Korrekturen. Und zwischendurch war Jürgen auf dem Gelderner Markt und hat fürs Wochenende eingekauft. Und an seiner Wand wurde so einiges umgehängt und hinzugefügt. Routinen halt.

Und ein Wort ist ihm heute vor die Füße gefallen, das er lange nicht mehr benutzt habe, meinte Jürgen: fummeln. Das Wort kennzeichne auch ganz gut die Art und Weise des Arbeitens der letzten Tage: rumfummeln, sich durchdrippeln.

Die Wand heute:

die Wand der Transformation: 06-11-2020

Und da wartet noch ein Musikstück, das komponiert werden will. Jürgen hat die Absicht sich am Wochenende in seinem Atelier zuhause damit zu beschäftigen.

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