nicht unbedingt

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Ausstellungen sind nicht unbedingt Juergens Ding. Er teilt da die Auffassung von Einigen, vielleicht Wenigen: Zeit, die man auch anders verwenden kann – Energien, bei denen Aufwand und Ergebnis nicht so recht zueinanderpassen –  Buhlen um Teilhabe, teilweise unwürdig – Fremdbestimmtsein unter Ausstellungsbedingungen, die man nicht selbst bestimmt – die sozialen Medien lassen andere Ausstellungsformen zu. Und das sind nur einige wenige seiner Überlegungen. Er weiss, dass man trefflich darüber streiten kann.

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Und jetzt dieses Ausstellung im Wasserturm in Geldern, Thema: „jedem seinen Platz“, (s. hier: >>> [ …] <<<) im Rahmen der „Kreis Klever Kulturtage“: wieso nimmt er daran teil?

Die Antwort ist einfach: das Thema passt zu dem, was Juergen seit geraumer Zeit beschäftigt: OrtsMarken (s. hier: >>> [ … ] <<<).  Und es ist gut für die künstlerische Biografie. Und es bedeutet ein Minimum an Aufwand. Alles ist so unkompliziert. Punktum!

Buchalov

 

OrtsMarken und Restepapier

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Manchmal solle man sich einfach auf seine Wurzeln besinnen. Auf das, was man kann und was manchmal im Laufe der Zeit verschüttet wurde. Und das, was man liebte. Meinte Juergen. Zum Beispiel an Papier und an Kleber, an die Lust am Modellbau mit Papierschnittbögen, an das Kleben, an das Schneiden, an das Fummeln und Frimmeln, wenn man die kleinen Teile zusammenfügte. An die klebrigen Hände. Als kleiner Junge und auch als Jugendlicher habe er das so gerne gemacht. Wenn es keinen Kleber gab, habe Vater mit seinem Holzleim aus dem Werkraum im Keller oder Mutter mit so einer Art Mehlpampe nachgeholfen. Na ja.

Und jetzt sehe ich wie Juergen aus Abfallpapier, aus schon bedruckten Bögen und all dem Papierkram der im Atelier „Zelle k5“ herumfliegt und herumliegt „OrtsMarken“ baut und sich ohne Plan einfach so „voranwurstelt“, bewußt unperfekt. Rhizomartig halt. Und Restepapier ist ja im Überfluss vorhanden.

Ich glaube, das wird was.

Buchalov

die Idee von der Keimung

Das hat Juergen mir und einigen anderen gegenüber jetzt schon öfter erwähnt: „die Idee von der Keimung“. Dahinter verbirgt sich bei ihm die Übetragung des biologischen Keimungsvorganges auf die Zusammenstellung  von Juergens Werken. Und auf deren Präsentation –  „Rhizome“ finden dabei sein besonderes Interesse.

Für Juergen ist  jeder einzelne Holzschnitt, die einzelne Zeichnung, das kleine Objekt ein eigenständiges Werk. Aber auch die Kombination dieser Werke untereinander mit allen verfügbaren Materialien stellt ein eigenständiges Werk dar. Und es können immer wieder neue Zusammenstellungen mit den vorhandenen Materialien und Werken erfolgen.

Wie bei einem Rhizom bilden die Werke in ihrer Zuordnung ein Sprossenachsensystem. Die einzelnen Werke sind die Stellen, an denen die Gedanken keimen, an denen der Betrachter zwischen den einzelnen Keimstellen Beziehungen herstellt. Die Präsentation als Wurzelwerk ist nicht mehr auf die Wand beschränkt, sondern wuchert in den Ausstellungsraum hinein, löst sich vom Zweidimensionalen. Diese Präsentation hat einen narrativen Grundzug, sie will erzählen.

Juergen glaubt, damit einen möglichen Weg gefunden zu haben, um die Ergebnisse der Holzschnitt-Technik aus der Ecke der „old school Wahrnehmung“ in eine zeitgemässere überführen zu können. Den Anstoß zu diesen Gedanken hat er bei seinem letzten Besuch im Februar beim Atelierrundgang in Münster erhalten und jetzt stößt er bei seinen Internetrecherschen ständig auf das „Rhizom“ als Metapher.

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Und das komme dann dabei heraus …

IMG_6405Und das komme dann dabei heraus, orakelte Juergen, wenn er Skizzen bearbeite, nach anderen Wegen suche, die zwar den Druckstock als Ausgangspunkt hätten, aber darüber hinausgehen sollten. Wandobjekte seien es diesmal geworden. Und nichts sei gedruckt worden.

Tja, diese Suche, dieser Wunsch nach Veränderung.

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Ausgangspunkt

Nach dem „Buchalovs Salon“ vom November, bei dem Juergen die Tauschobjekte seiner „Buchalovs Freunde Tour 2014“ gezeigt hat, gehen ihm die nicht mehr aus dem Kopf. Sagt er.

Und er hat begonnen die Artefakte der Künstlerinnen und Künstler, die er in einer Kiste mit nach Geldern gebracht hat, zum Ausgangspunkt für neue Arbeiten zu machen: Scherenschnitte und Wandobjekte. Es gehe ihm um Form und Farbe und einen spielerischen Umgang mit dem Abstrakten. Das sei alles noch im Prozess. Meinte er.

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gehört zusammen

IMG_5023Der Zufall sei ihm letzte Woche schon mal untergekommen, sagte Juergen zu uns, als wir mit „Rudolf dem Bildhauer“ beim Kaffee in „Zelle k5“ den Tag starteten. Was da an der Wand stehe, stehe da wieder mal zufällig und habe bis gestern nichts miteinander zu tun gehabt. Das sei jetzt vorbei. Irgendwie gehöre das zusammen. Nur wie? Aber das werde er auch noch herausfinden.

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zusammenwachsen

„Trials“ nennt er die kleinen gelben Objekte. Schon vor Wochen hatte Juergen sie mir gezeigt, spontan entstanden, einfach so. Und jetzt soll ja aus ihnen etwas Vernünftiges werden, so sagte Juergen heute. Aber was? Jedenfalls  müssen die grauen Stäbe und die gelben Klötze zusammenwachsen, irgendwie, meinte er.

Ich bin gespannt.

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