eine OrtsMarke aus Hajos Wald

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Hajo ist unser Freund. Und er ist Imker. Er besitzt ein kleines Waldgrundtück hier in der Nähe von Wachtendonk.  Und da stehen seine Bienen. Juergen und ich fahren auf unserer täglichen „Niederrheinfahrradtour“ da schon mal vorbei. Dann schauen wir, was sich da so alles tut: Bienen, Widbienen, Käfer, Spinnen, Wildblumen, Blüten, Kräuter, Holzstücke, die Sonne, das Licht, die Aktivitäten am Flugloch und so etwas eben.

Den Rest einer Baumscheibe hat Juergen als „OrtsMarke“ von dort irgendwann mal mitgenommen und im Atelier bearbeitet.

Und dann hat mir Jürgen erzählt, das ihn solche Waldgrundstücke schon immer faszinierten. Als kleiner Junge war das sein Spielplatz. Raus aus dem Haus, auf die Strasse, die Strasse hoch zum Wald, der Wals am Köttingsbach, und los ging’s. Und seine Tante Louise wohnte mitten im Wald mit kleiner Bauernschaft und zwei Kühen und einem miesepetrigen Ehemann. Die Bewirtschaftung des Waldes dort nannte man Haubergswirtschaft im Siegerland. In der Volksschule hatten sie einen Schulwald, den es zu bearbeiten hatten. Wöchentlich ging es mit dem Fahrrad dahin. Das habe er richtig gerne gemacht. Und Peter Steimle, sein alter Professor, besaß auch so ein Grundstück, und da stand dieser alte Baumwagen, die Villa Hügel, in der sie als Studenten so manche Theorie kleingearbeitet haben.  Also ehrlich gesagt: wenn er heute so ein kleines Waldstücken erstehen könnte, er würde es tun. Einfach so!

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Teile, zufällig

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Ein Thema ist das eine. Seine Abarbeitung und inhaltliche Gestaltung das Zweite. Und drittens ergeben sich aus dem Umsetzungsprozess heraus immer wieder neue thematische Keimzellen oder Sprossen oder Zufälligkeiten. Juergen sagte mir, dass er versuche, sie nicht zu übersehen. Er nennt es rhizomartiges Arbeiten, eine rhizomartige Methode, etwas, das da thematisch wuchere und ein Eigenleben im Kleinen führe, das ihn an das biologische Rhizom erinnere.

So war es auch diesmal als es um die OrtsMarke der „Mas Miro“ ging. Im Andruck und letzten Druck aus dem Druckstock ergaben sich Blätter, die bruchstückhaft nur noch Teile eines Ganzen enthalten, ohne das man das Ganze noch wahrnimmt.

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OrtsMarke „Mas Miro“

 

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Es war eine langwierige Arbeit: Jürgen hat seine OrtsMarke von der „Mas Miro“ in Montroig del Camp in Spanien fertiggestellt. Ein fünffarbiger Druck ist es geworden, exakt ausgeführt, ohne Hudelei, und mit einigen Nebenergebnissen, auf die ich noch zu sprechen kommen werde.

Und jetzt hängen zwei Versionen des Themas im Atelier, einmal an Jürgens Wand und gegenüber in der Sitzecke. Wenn wir gemeinsam Kaffeetrinken und eine von Jürgens Spotifylisten im Hintergrund vorbeiplätschern schauen wir uns das Ganze an. Wir sehen wochenlange Arbeit und die Arbeit sieht uns.

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suchen – aufheben – aufbewahren

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In Juergens Notizbuch steht Folgendes:
Sehen – aufheben – sammeln
Suchen – finden – sichern
Das Auge – Foto, eine sich Bückende – Sammelkasten
Auge – Pfeil nach unten – Netz

Das mit den Ortsmarken laufe ja eigentlich immer nach dem gleichen Muster ab – nach dem gleichen Verfahren halt. Und das habe er da oben notiert. Und jetzt seien an seiner Wand die dazugehörigen Bilder aufgetaucht: Collagen, am Kopierer im Copyshop realisiert, von Motiven aus seinem Fundus im Atelier. Das sei es. Mehr nicht. Und er sei sehr zufrieden!

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Na, dann wollen wir mal wieder!

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Das neue Jahr hat begonnen und meine Blogger-Pause ist vorbei. Juergen ist momentan im Atelier, seiner „Zelle k5“, und schaut mal, was ihn so ab morgen dort erwartet. Er wird an diesem für ihn so besonderen Ort genauso weiterarbeiten wie in 2019: „OrtMarken“ sind das Thema, einmal in der Form von Zeichnungen oder Holzschnitten und als Papierobjekte. OrtsMarken haben mit der Vermessung eines Ortes zu tun, meinte Juergen.Und vermessen hat mit begreifen zu tun, in den Griff bekommen. Na ja!

Und dann gibt es noch die kleinen Aktionen, die schon für 2020 geplant sind: >>> siehe hier <<<.

Die Tage über die Jahreswende war er in Cadzand an der holländischen Küste und hat von dort das hier mitgebracht:

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