Bademantelkommentar #1

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Ich habe noch nie davon erzählt und nichts dazu geschrieben. Aber manchmal, wenn ich Juergen zuhause abhole, um ihn ins Atelier zu bringen, Juergen läßt sich gerne fahren, dann begrüßt er mich im Bademantel. Er ist dann noch nicht reisefertig. Und wir trinken dann noch einen Morgenkaffee zusammen und Juergen sondert dann seine Kommentare ab.

Heute: „ich erkläre hiermit „Inszenierung“ zum Wort der Woche. Weil Verpackung mittlerweile scheinbar mehr zählt als Inhalt!“

Buchalov

daraus will noch was werden

Daraus will noch was werden. Nur was? Das weiß Juergen wohl auch nicht so richtig.

Ich habe ihn gefragt und er meinte, dass sei eben so, wenn man rumexperimentiere und rumspiele. Da gehe man sicher manchen Irrweg. Aber wenn schon. Irgendwann passe es dann schon.

Er könne mir, wenn ich wolle, den Weg beschreiben, den er bisher gegangen sei,  vom Ausgangspunkt bis zu dem, was momentan vorliege. Ich habe mich bedankt, bin aber gegangen. Ich hatte keine Lust, mir das anzuhören. Vielleicht später.

Buchalov

Vertrauen

Ich weiss ja, dass eine Plastik im additiven Verfahren der Anhäufung von Material entsteht. Aber das aus diesen kleinen Papierrollen mal etwas Bildhauerisches werden soll, kann ich noch nicht so recht glauben.

Das habe ich Juergen auch gesagt, als er heute an diesen Objekten arbeitete. Er aber meinte, dass er da schon ein grosses Vertrauen in den Prozess, das Material und den Einfallsreichtum habe. Zur Not könne er ja auch „Rudolf, den Bildhauer“ fragen. Wenn er denn in der Ateliergemeinschaft anwesend sei. Der habe für das Technische eigentlich immer eine Lösung.

Er, Juergen, tendiere momentan zu Fliesenkleber, den er auf die dünne Pappe aufbringen möchte. Und dann sehe man weiter.

Ich bin gespannt.

Buchalov

Draht und Plastikfolien

Heute haben Juergen und ich Sigrid Neuwinger besucht. In Moers. Das ist ja hier bei uns um die Ecke. Erst waren wir bei ihr zuhause, der Kaffee war lecker, danach ging es in ihr Atelier. Reden und schauen und wieder reden und wieder schauen und und und. Die alte Vertrautheit stellte sich Nullkommanix ein. Sigrid arbeitet Skulpturen mit Draht und Plastikfolien.

Bevor ich die Bilder sprechen lasse hier als Ergänzung so ein paar Wortfetzen, die uns in Erinnerung geblieben sind:

absichtsloses Arbeiten – der Prozess als zentrales künstlerisches Anliegen – kein themenorientiertes Arbeiten, sondern Materialbezogenheit und Materialwirkung als Arbeitsmittelpunkt – das Buch als Skulptur – neue bildhauerische Formen – das Thema Haut – Vernetzung.

Buchalov

 

wieder mal der Zufall

Der Zufall spiele schon eine große Rolle. Und man solle ihm nachgeben. Ihn vielleicht sogar provozieren. Dies meinten „Rudolf der Bildhauer“ und Juergen unisono.

Sie standen vor einer Kleinplastik von „Rudolf dem Bildhauer“, sahen das kleine, braune Ausgangsmodell, umliefen die zum Trocknen aufgestellte größere Form und sprachen darüber, dass der Zufall einem schon helfen könne, einen konventionellen Weg zu verlassen. Wenn er die Plastik zum Trocknen des Bodens nicht seitlich gelagert hätte, sei ihm die nun entstandene neue und faszinierende Form nicht in den Sinn gekommen, meinte „Rudolf der Bildhauer“. Er werde wohl noch eine zusätzliche Plastik mit dieser anderen Form anfertigen. Da war er sich sicher. Und diese würde dann über das Konventionelle der ersten Plastik hinausgehen. Das wiederum fand Juergen sehr gut.

Buchalov