Was weiß ich schon von ….

Also: wir waren zurück im Atelier, letztes Wochende, unter dem Motto „let’s do the locomotion“. Juergen fand dabei einen großen Stapel von Skizzen, Thema: “was weiß ich schon von…” – altes Zeug halt, dass irgendwie nach unten gerutscht war. Und nun sprang ihn das wohl an, zu Recht wie ich finde, und ich soll eine Galerie mit diesen Bildern hier zeigen.

Buchalov

der Schatten von Buchalov

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Rita hat irgendwann einmal in einem Kommentar zu „der Schatten ist der Zwilling“ gefragt, ob Jürgen der Schatten von Buchalov sei. Oder umgekehrt. Ein toller Gedanke, der uns Beiden bisher noch gar nicht gekommen war. Damit war der Schritt getan in Richtung Zwilling oder Verdoppelung von Köpfen. Ein paar „Versuche“ hat Jürgen schon mal in seinem Skizzenbuch verewigt. Es ist ja bei ihm oft so, dass er erst im Zeichnen selbst die Richtung entwickelt, in die es gehen soll. Oder dass sich der Sinn dessen, was er da tut, erst im Tun selbst erschließt bzw. entwickelt. In dieser Phase ist er jetzt.

Und ich als Buchalov ergebe mich in mein Schicksal als Zeichenobjekt, denn ich kann nicht zeichnen, bin kein Künstler, sondern nur der, der dokumentiert und präsentiert. Ich habe überlegt und entschieden: Jürgen darf über mich zeichnerisch verfügen.

Buchalov

der Schatten ist der Zwilling 5

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Jürgen hat Restepapier gefunden im aufgelösten Atelier nebenan, Bleistiftportraits aus einem Zeichenkurs der Kollegin, und er hat Skizzen von Eva Hesse in irgendeinem Kunstbändchen im Atelier herumfliegen sehen. Auf Beidem wurde nun gedruckt. Jürgen sucht wohl nach Wirkungen, Überraschungen, nach schrägen Blicken.

Die Portraits strahlen schon etwas Bedrohliches aus. Na ja, da muss er nun durch. Die Drucke auf die Bleistiftzeichnungen von Hesse sind ihm da näher. Ihm ist wohl momentan nach Harmonie. Keine Brüche bitte! Auch gut.

Das waren die nächsten Schritte, und sie fallen unter den methodischen Versuch des Spielens. Ja, Jürgen hat rumgespielt.

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Er sagte zu mir, dass sich nun die Frage nach der Sprossung stelle: wo und wohin soll es als nächstes in diesem Themenbereich gehen.? Na ja,  Jürgen sah wie sie da so hingen, die einzelnen Drucke, da kam ihm wieder das Serielle in den Sinn, diese Reihung von Motiven. Dabei entstehen Muster, die an Stoffe erinnern. Und ein Gespräch mit Martina über Rapporte und Stoffe und Muster.

Aber auch Rita kreist in seinem Kopf, die die Frage stellte,  wer denn von uns Beiden der Zwilling sei, Buchalov oder Jürgen, oder der Schatten. Das deutet in Richtung verdoppelter Portraits. Mal schauen, wo er landen wird.

Buchalov

Da werde es schwierig!

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Juergen behauptet von sich, dass seine zeichnerischen Möglichkeiten begrenzt seien. Kann man so sehen. Früher habe ihn das echt genervt und ein schlechtes Gefühl erzeugt. Aber heute störe ihn das nicht mehr. Skizze sei eben Skizze. Zeichnung sei Zeichnung. Und wenn dann das Abbild halt mal nicht so aussehe wie das Original – was soll’s.

Aber bei Portraits? Mhm! Da werde es schwierig.

Buchalov

Interview

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Ich habe mit Juergen ein Interview geführt. Hier in Montroig hatten wir dazu die nötige Ruhe und das richtige Ambiente. Ich gab ihm Stichworte, er gab Antworten.

Leuchtürme? Felix Droese, William Kentridge, HAP Grieshaber und  alle die viele Dinge auf dem Weg nach Irgendwo.

Der Anfang? Die Zeichnungen mit Pauspapier unterm Küchentisch im Elternhaus der Fünfziger Jahre

Das Ende? Welches Ende?

Warum Kunst? Was sonst? Wenn man Antworten will, wenn man begreifen will, dann bleibt einem nur dieser Weg.

Wie? Das Rhizom füttern und die Methode festlegen und das Prozesshafte aushalten, auf den Zufall warten und Trial and Error.

Warum so? Weil ich nur das kann. Und weil es so in den Genen liegt. Und weil die Prägung in der Kinderzeit halt so war.

Was geht gar nicht? Eigentlich geht alles.

Widerlich? Das Enge, das Geschlossene, das Ausgrenzende, das Inhumane.

Toll? Das Internet und seine Freiheiten.

Niederlagen? Viele, sehr viele, und ständig. Und Rückschläge. Und wenn schon!

Highligts? Wenn es noch Tage später trägt.

Buchalov

 

der zweite Schritt: #1 – 2019

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„Source“ oder „Quelle“ oder „Skizzenbuch“ oder „blankbook“ oder „Ideenkiste“: so wollte Juergen eigentlich diese neue thematische Linie nennen, die ihn neben „husch husch“ und „aus Juergens Materialkiste“ zukünftig ab 2019 begleiten soll. So hatte er sich das ausgedacht.

Denn bei Juergen fängt ja alles damit an, dass ihm im Alltag irgendetwas auffällt. Oder das er Fragen stellt, zu allem und jedem. Und dass er es per Foto oder Skizze oder Notiz festhält. Die erste Fixierung halt. Das erste Festhalten. Aber es ist eigentlich der zweite Schritt im Prozess, der zweite Schritt der Aneignung und Verarbeitung, der so bedeutend ist. Dann beginnt es wirklich. Denn der erste Schritt ist ja die Entdeckung, der Gedanke, die Idee, das, was ins Auge springt.

Ob es einen dritten und weiteren Schritt gibt, zeigt sich im Laufe der Zeit.

Den zweiten Schritt möchte er zukünftig hier häufiger zeigen. So hat er es mir erzählt.

Buchalov

ein paar Köpfe

Ein paar Köpfe aus „Zelle k5“ gibt es zu sehen,  vielleicht auch Portraits – aber wer weiß das schon. Sie sind in den letzten Wochen entstanden. Einiges ist dabei sicher vereinzelt schon einmal hier im Blog gezeigt worden.

Latos Köpfe

Langeweile-Köpfe

Köpfe aus der XXX -Woche

Selbstportrait

Was weiß ich schon von …

„Zelle k5“, das ist der Name für Juergens Atelier, in dem ich oft und immer öfter mit Juergen umherstreune. Mit Zelle, so hat er mir gesagt, meint er weniger Gefängniszelle als eine Klosterzelle, den Rückzugsraum, der als Energiequelle dient und von dem etwas ausgehen kann.

Buchalov

die XYZ-Woche: Tag 2

Anknüpfen, die roten Fäden von gestern wieder aufgreifen- darum ging es heute zuerst einmal. Es sei schon erstaunlich, das man, wenn man eine Nacht über die Dinge geschlafen habe, mit einem frischen Blick auf die Ergebnisse schaue, meinte Juergen. Er arbeitet mit Antje und Elke zusammen in seinem Atelier In der XYZ-Woche am Thema „Portrait“.

Der eine rote Faden waren die großformatigen Zeichnungen der „Kartoffelköpfe“. Die werden so langsam. Es geht jetzt um Körperlichkeit und um die kompositorische Verankerung der Form in der Fläche.

Der andere rote Faden, das waren Portraits auf der Basis seiner Buntstiftskizzen. Da hat er nun auf einen großen Papierbogen das nächste Portrait vorskizziert.

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Und dann sind da noch die kleinen Tuscheportraits nach Bildern auf seinem Handy, seine morgendliche Einstiegsübung sozusagen..

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Und eine neue Ebene ist dazugekommen: einige von Latos Köpfen sind wieder aufgetaucht und werden bearbeitet.

Buchalov

P.S. Und dann gab es da noch so eine Art gymnastische Demonstration als Antje die Verteilung des Körpers auf der Fläche und die Wirkung auf die Proportionen anschaulich darstellte.

 

Antje kommt!

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Antje kommt, morgen. Das weiß Jürgen schon seit geraumer Zeit. Er freut sich daher schon lange. Und mit ihr kommt Elke. Und sie alle drei wissen noch nicht viel von dem, was sie machen wollen. Eines aber schon: sie wollen eine Woche gemeinsam arbeiten und sich gegenseitig inspirieren. Und paar schöne Tage in Juergens Atelier verbringen.

Juergen hat gegrübelt, was denn von seiner langen Liste an Themen bearbeitet werden könnte und hat hin und her überlegt. Zuerst möchte er dort anknüpfen, wo sie letztes Jahr geendet haben. Da gab es ein paar Kartoffelköpfe von Antje und ihm. So eine Art Porträt, aber mehr als kryptisch und zufällig. Die wird er als Ausgangspunkt benutzen.

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die Kartoffelköpfe

Und dann fragt er sich ja immer, was er so von den Dingen weiß. Eine Zeichenserie ist daraus im Laufe der Monate geworden, in der Portraits von Menschen dominieren. Und was er von sich selbst weiß, ist ja auch immer so eine Frage. Also wird es in einem zweiten Schritt in Richtung Portraits und Selbstportrait gehen. Besonders angetan hat es ihm hier der „heilige Titus von Isselhorst“ und ein paar fotografische Selbstpotraits. Also schauen wir mal. Ich bin ja wie immer an seiner Seite. Wird schon schiefgehen.

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der heilige Titus von Isselhorst

Buchalov