Wiederholung und Variation

Es regnete draußen. Und Juergen und ich redeten über das Thema „Wiederholung und Variation“. Juergen neigt dazu, sogar beim Wohnmobilfahren an festen Rhythmen festzuhalten oder sie einzurichten. Sie geben in der Fremde Sicherheit. So glaubt er.

Im Zeichenprozess geht er oft so vor, dass er Variationen schafft und später eine Auswahl darüber trifft, was Verwendung findet. Vielleicht geht es auch da um Sicherheit.

Juergen meinte zu mir: „Die Variation ist die Wiederholung und dennoch ein Vorwärtsschreiten in der Sache. Denn es wird nicht „Eins zu Eins“ abgebildet. Und die Variation ist daher ein frischer Blick auf das Vertraute. Damit wird die Variation zum Prozess der Vertiefung und Aneignung. Sie ist üben und bringt Können“.

In der Wiederholung gibt es kein „Eins  zu Eins“. Es entstehen die Abweichungen, aber die Struktur bleibt und festigt sich. Man begreift. Und erstarrt nicht, sondern schreitet vorwärts. Denn eine identische Wiederholung kann und soll es nicht geben.

Dinge haben viele Facetten. In der Variation können sie dargestellt werden. Die Summe der Varistionen ergibt das Ganze.

So Juergen.

Über alles das haben wir geredet. Und hatten beide das Gefühl, dem Zauber der Dinge wieder ein wenig mehr auf die Spur gekommen zu sein.

Buchalov

Bademantelkommentar #7

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Montroig Bahia, Spanien, dort, wo Miro in seinen Jugendjahren ans Meer ging

Juergen stand in seinem Bademantel am Strand, im Gespräch mit Klaus aus Frankfurt, der in seiner Hand die Bildzeitung von gestern hielt. „Gegen eine rechte Gesinnung nützt auch kein Dialog. Zwecklos! Die Unentschlossenen kann man im Dialog vielleicht noch erreichen. Vielleicht. Aber die Hardliner, nee, auf keinen Fall!“

Buchalov

weitere „OrtsMarken“

 

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Und hier die vorgestern angekündigten „OrtsMarken“, die hier in Montroig, dort wo Juergen und ich momentan aufs Meer und auf unsere Füsse und auf die Dinge, die wir da so finden, schauen, entstanden sind.

Buchalov

irgendwann macht es Klick

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Wir sind wieder unterwegs, Juergen und ich, und stehen mit dem Wohnmobil im Miroland, genauer in Montroig, in Spanien, wie in fast jedem Jahr. Wir treffen uns mit Freunden und freuen uns, dass wir noch da sind. Hier in der Nähe ist Miro groß geworden. Und Juergen folgt mit dem Fahrrad seinen Spuren im Umland, den biografischen und visuellen.

„Und?“ habe ich Juergen gefragt. „Und was?“ hat er zurückgefragt.

Ich weiß, dass er sich in seiner Kunst momentan treiben läßt. Er hat sich zwar vor der Fahrt so einige Notizen gemacht, über mögliche Themen. Und hat auch einiges an Material eingepackt. Aber ich kenne ihn. Er schaut nun und beobachtetet und wartet. Und Miro ist so einer der roten Fäden, denen er folgt. Aber eben nur einer. Irgendwann macht es Klick und dann wird er beginnen. Ich kenne ihn.

Buchalov

Marokkos Sedimente

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Im Nachgang hat Juergen nun einiges auf der Basis der Fotos aus Marokko in seinem Atelier „Zelle k5“ gezeichnet und gehofft, so sagte er mir, dass sich da im Zeichnen selbst und in den Ergebnissen etwas offenbare. Eine Erkenntnis vielleicht. Ein besonderer Blick. Etwas das ihn Besonders berührt habe. Oder etwas, das für immer halte.

Aber bisher sei noch nichts geschehen.

Vielleicht ist aber auch die Vorstellung, dass da etwas auf einen herabfahre und wie ein Blitz einschlage, die falsche. Ich musste an unseren Künstlerfreund Peter Maschke denken, der schon mal davon redete, dass das, was während oder nach dem Reisen mit einem geschehe vergleichbar sei mit der Bildung von Sedimenten. Sedimente in einem selbst.

Buchalov