Tuschewoche

HipstamaticPhoto-506186516.983376

Es gab mal über Jahre einmal im Monat am zweiten Sonntag bei Juergen einen Kunstsalon – mit Einladung, mit selbstgebackenem Kuchen, mit Kunst zum Schauen und zum Diskutieren. Er nannte ihn „2SIM“, und er hat dieses Projekt im Februar beendet. Die Gründe sind vielfältig: zu wenig Resonanz, zu wenig Künstler, die etwas vorstellen wollten, zu viel Vorbereitungsaufwand, zu wenig Dialog.

Wie er mir heute sagte, aber das hat er mir schon öfter mitgeteilt, legt er den Schwerpunkt des Austausches mit anderen jetzt einfach anders: er fährt die „Buchalovs Freunde Tour“ einmal oder zweimal im Jahr  und sucht sich „dialogische Partner“, mit denen er eine Woche und das mehrmals im Jahr arbeitet, sich austauscht, rumspielt, etwas versucht und den Dingen auf der Spur ist.

Dann sind da noch die zwei Internetprojekte mit „Susanne Haun“ und „Hikeonart“, die er besonders spannend findet.

IMG_E2684

Nächste Woche ist es mal wieder soweit: dann läuft die „Tuschewoche“ mit Gaby, Andrea, Tobias und Rolf aus der Ateliergemeinschaft. Von der Künstlergruppe „MachArt“ werden drei Künstlerinnen teilnehmen: Martina, Elke und Antje. Von der Planung her ist Juergen sehr unbefangen. Das werde alles schon irgendwie, sagte er mir heute morgen. Geplant sei da nicht viel. Die Tusche stehe im Mittelpunkt. Man werde sich in den Ateliers am Ostwall treffen, Raum sei genug vorhanden, man werde arbeiten, sich austauschen, sich gegenseitig die Ergebnisse zeigen, kommen und gehen, wann man möchte, vielleicht auch nichts arbeiten und nur anwesend sein, wer wisse das schon alles. Ein paar Gäste wollten auch vorbeikommen. Juergen freut sich jedenfalls schon massig.

Buchalov

 

Hat sich der „Buchalovs Salon“ totgelaufen?

 

IMG_7822

„Hat sich Buchalovs Salon totgelaufen?“, fragte mich Juergen heute morgen. Und wenn ich ehrlich bin, und ich bin ehrlich, dann muss ich sagen:“Ja!“

Ich weiss, was Juergen denkt, und bin durchaus in der Lage, sein Unbehagen genauer zu benennen. So eine Veranstaltung fällt ja nicht vom Himmel und es wird halt immer schwieriger, Künstlerkollegen zu finden, die den Einladungen folgen. Viele sagen so halb zu und einige bleiben ganz in der Unverbindlichkeit, wieder andere fühlen sich aus Gründen der Freundschaft zu Juergen verpflichtet zu kommen. Und das bereitet Juergen auch Unbehagen.

Und man muss ja wirklich fragen, worin der Zugewinn bei den letzten Treffen bestanden hat. Ich finde nur wenig, bis gar nichts. Werke wurden so gut wie kaum vorgestellt und besprochen, was ja die eigentliche Idee eines Salons ist. Künstler, die Juergen direkt angesprochen hat, ihre letzten Ergebnisse vorzustellen, haben abgesagt.

Klar, es wurde viel geredet, über Gott und die Welt, über dieses und jenes. Ob es substantiell war , ist die Frage. Natürlich ist es schön, mal ein Forum zu haben, dem man so die eigenen Sicht der Dinge, bisweilen auch im Monolog, darlegen zu können, aber so hatte sich Juergen das ja nicht vorgestellt.

Und dann erklärte Juergen mir, dass im März kein Salon stattfinden werde, und dass er danach ja auch wieder unterwegs sei. Er überlege ernsthaft, ob es nicht auch andere Formen gebe mit Künstlerfreunden gemeinsam zu agieren und zu reden. Mit „Buchalovs Salon“ sei es jetzt jedenfalls erst einmal genug.

Buchalov

der erste „Buchalovs Salon“ in 2017

 

Heute morgen haben Juergen und ich in „Zelle k5“ aufgeräumt, denn gestern fand dort der erste „Buchalovs Salon“ in 2017 statt. Freie Plätze gab es keine mehr und was um 15 Uhr begann endete um 19 Uhr: Ganz schön lange und ganz schön schön.

Juergen hat seine Projekt der „Buchalovs Freunde Tour 2016“ vorgestellt und u.a. seine neuesten Arbeiten dazu, die Scherenschnitte, gezeigt. Er will sie in den nächsten Tagen hier auch noch zeigen.

Zwei Vertreterinnen der Gruppe „Machart“ aus Brüggen hatten Gelegenheit von ihrer Gruppe und den Projekten zu erzählen und Ruth Brauer, Jürgens neue Nachbarin in der Ateliergemeinschaft, erläuterte in groben Zügen ihr neues Buchprojekt. Doris Capell als Leiterin der Kunstschule in Xanten berichtete von ihrer Arbeit dort und von ihrer eigenen malerischen Tätigkeit.

Juergen war im Rückblick heute morgen besonders erfreut darüber, dass sich mit einigen eine gemeinsame „Tuschewoche“ im November anbahnt, eine spontane Idee, aber das sind ja oft die besonderen. Denn eins ist ja wohl klar, sagte er: „Nicht nur, aber doch auch, über solche Aktivitäten, gemeinsames Agieren und Dialog, lässt sich ein weiterer Schritt in der eigenen Entwicklung tun und man ist halt eingebettet in eine künstlerische Gemeinschaft, wenn auch zeitlich begrenzt. Was will man mehr.“ Ich weiß, dass Juergen so etwas liebt, und dass dies für ihn der Honig in seiner Arbeit ist.

Buchalov

Gefühlslage

Einen Nusstriezel hatte Juergen gebacken. Und der lag am Sonntagnachmittag beim „Buchalovs Salon“ erst einmal einsam und verlassen auf dem Tisch. Erst einmal.

Und Juergen hatte schon befürchtet, nach den vielen Absagen im Vorfeld, so sagte er mir, dass er auch so einsam und verlassen am Tisch sitzen würde. Er gab im Gespräch mit mir schon zu, dass er gefrustet gewesen sei, weil viele auf seine persönliche Einladung gar nicht geantwortet hatten – was für ein Stil? – und viele mit den diversesten Begründungen abgesagten. Er habe sich daher schon gefragt, ob das überhaupt Sinn mache, zu einem Salon zu laden. Sei ja auch irgendwie aus der Zeit gefallen, solch ein Vorhaben. Andererseits sehe er aber nicht ein, warum er den Gedanken, den er für richtig halte, aufgeben solle: reales Leben hat so viele Facetten und eine ist das Kaffeetrinken, und erzählen, sich austauschen und Eigenes zeigen und besprechen.

Vielleicht haben die vielen Absagen auch mit der Örtlichkeit zu tun. Oder mit ihm als Person. Aber was solls, zu beidem gibt es keine Alternative.

Doch nach und nach kamen dann doch noch ein paar der alten Freunde zum Salon. Der harte Kern eben. Ihnen soll ich danken! Tue ich hiermit.

Buchalov

„Buchalovs Salon“ im Dezember

IMG_8155.jpg

Während ich dies hier schreibe, höre ich im Hintergrund Bob Dylan, eine lange Playlist. Ich schreibe jetzt nicht über Bob Dylan, der gestern den Nobelpreis verliehen bekommen hat, was Juergen schon sehr beschäftigte, wie er sagte, weniger der Nobelpreis als Dylans Leben, seine Absichten, seine Rollen, das Prinzip des Verschwindens und all diese Dinge um ihn herum,  und was dies alles mit uns zu tun hat.

Nein, ich schreibe über unseren Salon von gestern, über „Buchalovs Salon“ im Dezember. Weil dies etwas mit uns zu tun hat, unserem heutigen Leben und unserer kleinen Welt.

Juergen meint, das klinge ein wenig zu groß. Schließlich hätten wir uns im Salon ja nur unterhalten, unterhalten über unsere momentanen Projekte, über die Möglichkeiten eines offenen Kunstbegriffes, über die Bedeutung von Galerien und über den Zustand der Ateliergemeinschaften am Ostwall. „Der Kosmos“ als künstlerischer Gegenstand bei Beuys, einer Malerin aus Rees und bei Juergen sei auch besprochen worden. Klar, auch Bob Dylan sei anwesend gewesen. Und zu seinen neuesten Drucke habe er, Juergen,  auch etwas sagen dürfen.

Der Nusszopf sei aber der heimliche Star des Nachmittags gewesen, keine Frage. Ich stimmte ihm zu.

Buchalov

 

 

 

Buchalovs Salon

img_7889
Es war der erste Salon von noch einigen, die folgen werden, bei denen Juergen sich in diesem Winter regelmäßig mit geladenen Künstlergästen treffen will, jeden zweiten Sonntag im Monat, deshalb „2SIM„. Manchmal redet er auch von „Buchalovs Salon“.

Diesmal waren alle Künstler seiner Ateliergemeinschaft geladen. Diese alle terminlich unter einen Hut zu bringen ist immer schwer. Das weiss ich aus der Vergangenheit. Da ist immer sehr viel Individualismus im Spiel. Sie waren aber fast alle da, bis auf zwei. Na ja!

Ich habe den Kaffee gekocht, Juergen hatte vorher den Kuchen gebacken und nun verteilt, und wir haben geredet. Das war schön. einfach mal wieder reden, einfach so, über Gott und die Welt und auch über die Kunst und die anstehenden Kunstprojekte.

Juergen meinte auf der Rückfahrt, dass ihm drei Lichter aufgegangen seien.

Buchalov

der Salon im Februar

DSC09951Volles Haus in „Zelle k5“ und viel Gesprächsstoff und mächtig viel Kaffee und mächtig viel Kuchen. So mein Eindruck.

Juergen saß heute morgen am Fenster und wie immer besprachen wir den Salon von gestern in welchem Karin Denecke und Angelika Ruckdeschel Teile ihrer gemeinsamen Arbeiten gezeigt hatten.

Es sei schon etwas schleppend angelaufen, sinnierte er. Aber dann sei doch sehr intensiv über die eher zufällig entstandene künstlerische Kooperation der beiden diskutiert worden. Als Besucher erfahre man ja viel Neues. Und als Künstler, der Eigenes zeige, sei das eine Art Selbstvergewisserung der eigenen Postionen und eine weitere Standortbestimmung. Bisweilen nicht leicht und es gäbe sicher angenehmeres. So sei es auch bei Karin und Angelika gewesen. Meinte er.

Und über die Werke selbst, Kombinationen aus Radierungen und Fotografie, sei ebenfalls voller Neugierde und mit viel Lob gesprochen worden, bis hin zu Vorschlägen wie sich die Zusammenarbeit der Beiden zukünftig  fortführen lasse.

Dann sprang Juergen abrupt von der Fensterbank und ging auf den Flur. War er unzufrieden?

Buchalov