Satzbilder/Zinbeelden 3

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„Zinbeelden“ bedeutet das übersetzt „Satzbilder“? Oder besser „Redensart“? Oder @Wortbilder?“ Sein Niederländisch sei nicht so gut, dass er dies entscheiden könne, meinte Juergen zu mir. Sein Mittun im Projekt, das man hier auf der Kunstseite in Millingen einsehen kann >>> http://kunstinmillingen.nl/zinbeelden/<<<  schmälert das nicht. Auch nicht die große Anzahl an Künstlern, die mittlerweile daran beteiligt sind. Ja, man gehe da schon ein wenig unter, aber das Verfahren und die Ergebnisse seien gut. Es bereite ihm richtig Freude da mitzuwirken.

„Daarom ziet ze de slang, die zijn eigen weg gaat, in de richtung van de wetering, flonkerend.“ Den Satz hat er letzte Woche nach einem Würfel – und Nummernverfahren bekommen. Die Übersetzung: „Deshalb sieht sie die Schlange, die ihren eigenen Weg geht, in der Richtung des Wassers/ der Entwässerung, funkelnd.“

Schlangen sind nicht Jürgens Ding. Er sagte mir, dass er Angst vor diesen Tieren habe. Insbesondere die Würgeschlangen möge er gar nicht. Im Atelier lag noch eine Skizze von einem Baumwürger, vor längerer Zeit gezeichnet. Der wurde nun zum Motiv für seinen Linolschnitt.

Und so sehen die einzelnen Ergebnisse aus:

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Zinbeelden/Satzbilder 1

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Erst wurde gewürfelt, dann wurden Ziffern zugesendet und dann erhielt Juergen aus einem von sechs Büchern einen Satz. Das klingt kompliziert. Aber so war es. So sind die Bedingungen bei dem Projekt „Zingelten, Satzbilder“, das Anja Middelkoop und  Ria Roerdink aus Millingen/NL initiiert haben und an dem Juergen teilnimmt. Er findet das richtig spannend! Er findet das richtig reizvoll. Und er ist in guter Gesellschaft. Näheres findet ihr hier: >>> [Zinbeelden]<<<

Jürgens Satz geht so: „Beckers ging mit weiten Beinen wie ein Seemann zu dem Bauern in der Stalltür; Rebert rutschte zuerst über den Schlamm, dann über den Dreck und folgte ihm. Er hielt seine Tasche in der einen und eine Baulampe aus dem Kofferraum in der anderen Hand. „ (Zoete Mond von Thomas Rosenboom, Seite 69, Satz17).

Und das Satzbild? „Ich habe den langen Satz in seine Wortteile zerlegt, dann neu geschrieben, und schließlich weiter zerlegt. Und übrig blieb eine Short Story.“ Das war es, so Juergen. Und wie das vom Ergebnis her aussieht, seht ihr hier:

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Projekt ohne Namen: „Kaffee! Noch mehr Kaffee!!! Kaffee ist das …“

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Lange, lange ist es her, da hat Juergen von Susanne einen halbfertigen Satz bekommen, um ihn zu vervollständigen – visuelle und literarisch. Jetzt sitzt er wieder im Atelier und hat die  Zeit und die notwendigen Hilfsmittel oder Materialien um zu antworten. Denn Jürgen arbeitet bei diesem Projekt immer auf Dekorationspapier und druckt in der Regel mit Resten von Druckstöcken. So auch diesmal.

Susanne schrieb: „Kaffee! Noch mehr Kaffee!!! Kaffee ist das …“ 

Zuerst, so sagte er mir, sei nichts passiert. Aber dann sei ihm das Kaffeeseminar in der Rösterei vom letzten Jahr eingefallen, das er besucht habe, und was er da so alles gelernt und im Eigenversuch per Geschmacksprobe erlebt habe. Das war ein großes Erlebnis.

Also: „…was meine Zunge benötigt: rechts und links und vorne und hinten und sauer und bitter und süß.“

Und hier sein Satzanfang für Susanne: „Sie sagen, ich trage die Schuld dafür, dass …“

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Projekt ohne Namen: … die mir etwas von der Trias „Gott, Natur und Mensch“ erzählt haben, die aber beim intuitiven Bogenschießen keine Rolle spielen.

Susanne schrieb:„Natura naturata und natura naturans“ sind zwei ästhetische Begriffe, die …

Und Juergen hat mich sogleich angesprochen. Er fand das alles sehr schwer, so massiv kunsttheoretisch, und er fühlte sich inkompetent, denn von Kunsttheorie und Philosophie verstehe er nicht viel. Juergen, so hat er mit Susanne in diesem Projekt vereinbart, soll den Satz textlich und visuell vervollständigen.

Es gingen ein paar Tage ins Land und die Gedanken sackten. Juergen hat ja so eine Angewohnheit und ordnet auf seinem Tisch immer Papiere, Reststücke, Fotos, Gekritzeltes, schiebt das hin und her, sortiert, bündelt neu und und und. Diesmal half ihm der Zufall. Vier Teile lagen plötzlich nach einigem Geschiebe vor ihm  und ihm war sofort klar, dass das seine Antwort war. Das eine Bild stand für die Natur, das andere für den diffusen Begriff von Gott, und die beiden letzten hatten mit den Menschen zu tun: Gott, Natur und Mensch. Das war die Antwort. Dann noch ein wenig Nonsens hineingestreut: Fertig!

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Also lautet seine Antwort: … die mir etwas von der Trias „Gott, Natur und Mensch“ erzählt haben, die aber beim intuitiven Bogenschießen keine Rolle spielen.“

Und den unfertigen Satz, den er jetzt an Susanne weitergibt, lautet: „Mir gefällt das, …“

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Projekt ohne Namen: „…die das Rhizom fressen wird!“

Das „Projekt ohne Namen“ läuft seit 2016. In Zusammenarbeit mit Susanne Haun vervollständigt Juergen halbe Sätze, die ihm von ihr zugeschickt wurden und visualisiert sie anschließend. Susanne macht das Gleiche. Eine Übersicht des bisher Geschaffenen sieht man hier:

2019 und das Projekt ohne Namen – Zeichnung von Susanne Haun

Susanne schrieb als Letztes: „Inhaltsverzeichnisse sind Wissensquellen, die …“

Und Juergen antwortete: „…die das Rhizom fressen wird!“ Und wie fast immer hat er drei Blätter dazu angelegt, mit einem kommt er nie aus, Mischtechnik. Erst hat er mit Holzresten gedruckt und danach mit Tusche gezeichnet.

Juergens neuer Satzanfang für Susanne lautet: „Die Weltenseele ist mir noch nicht begegnet, …“

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Projekt ohne Namen: „Eine Linie biegt sich nach links und rechts, um dann …“

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Susanne schrieb: „Eine Linie biegt sich nach links und rechts, um dann …“

Und Juergen antwortete: „… an den Rändern des Blattes zu verschwinden.“

Ja so ist das! Susanne und Juergen schicken sich ja in unregelmässigen Abständen diese halben, unfertigen Sätze zu, die der andere bildnerisch und textlich vollenden soll. Diesmal war Juergen nach langer Zeit mal wieder dran. Und er hat es sich nicht leicht gemacht, viele Versuche sind entstanden, aber er hat sich letztendlich für die ganz reduzierte Form entschieden – ein wenig ist mehr. Manchmal jedenfalls.

Und an Susanne schickt er nun folgenden Satzanfang:  „Wenn ich mit dem Finger schnipse, …“

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P.S. Die bisherigen Ergebnisse sind hier einsehbar: >>> [ … ] <<< , bitte klicken!

 

Projekt ohne Namen: „… doch mein Herz schlägt nur für Dich!“

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Manches dauert seine Zeit. Aber Susanne Haun und Juergen haben u.a. eins gemeinsam: einen langen Atem bei ihren zeichnerischen Projekten. So sind Wochen ins Land gegangen bevor Juergen auf Susannes letzten Beitrag im Projekt antworten konnte. Sie schicken sich immer unvollständige Sätze zu, die der andere literarisch und zeichnerisch vervollständigen soll.

Susannes Satzfragment lautete: Die Ferne lockt mit fremden Geruechen, Farben und Tönen …

Und Juergen hat geantwortet mit: …, doch mein Herz schlägt nur für dich.

Und folgendem Bild:

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Und jetzt schickt er Susanne folgendes Satzteil:

Ich schaue mich im Spiegel an und denke: …

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