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  • Surium 13-06-2011

    Es war Ausstellungstag und es hat nicht geregnet. Das war ein gutes Zeichen.

    Monika hat in einer großen Beständigkeit und Kontinuität heute gearbeitet, auch während der Gespräche mit den Besuchern. Dies hat uns mehr als erstaunt. Sie habe einen Tag gefehlt, also Nachholbedarf, so ihre Begründung.

    Es gab viel Kaffee und Kuchen, geschenkt von Mareile und Gaby. Herzlichen Dank! Mareile nannte ihren Kuchen einen „Schwiegermutterkuchen“. Geschmacklich entsprach er dem aber in keiner Weise. An dieser Stelle wurde uns Dreien aber auch deutlich, dass wir uns die vergangenen zehn Tage am Alten Wasserwerk nicht sehr gesund ernährt haben: Süssigkeiten, Kuchen, viel Kaffee, zu wenig Wasser. Nur einmal hatte ich eine Schwarzbrotschnitte mit Salamai dabei – ein echter Ausrutscher.

    Ich habe mich heute manchmal in mein „Dachzimmer“, das Betriebsleiterbüro, „die Kommandozentrale“, zurückgezogen und gezeichnet, aquarelliert. Die flächig gestalteten Aquarelle von heute und den letzten Tagen sind auf der „Einblick- Seite“ (hier klicken: >>) dargestellt. Kurzfristig tauchte das Thema „Engel“ auf und berührte uns auch, aber kontrovers.

    Die Anzahl der Besucher heute machte es möglich, kleine Führungen zu veranstalten und die Vorträge als Anlass zu nehmen, zusammenfassend über unser Projekt zu berichten. So konnte abschließend noch einmal der persönliche Eindruck zusammengefasst werden. Das war schön. Die wenigsten Besucher kamen aus Wachtendonk. In der Regel waren es die vorbeifahrenden Radfahrer, die reinschauten, und unsere Freunde aus dem großen Künstlerfreundeskreis, die sich blicken ließen.

    Wir Drei haben uns zum Abschied umarmt, gedrückt und mit ein wenig Wehmut das Tor geschlossen.

    Das „Surium – Tagbuch“ wird in den nächsten Tagen als Nachklang noch von mir fortgeführt werden.

    Jetzt bin ich erschöpft und merke, dass die zehn Tage mir doch in den Knochen stecken. Aber es waren gute Tage.

  • Surium 12-06-2011

    Während ich hier schreibe, höre ich im Hintergrund die Kirchenglocken läuten. Ich denke: Was für eine heile Welt.

    Und wenn ich am Alten Wasserwerk draußen sitze und die Natur zu uns spricht, denke ich ebenfalls: was für eine heile Welt.

    Das Wirkliche scheint außen vor zu sein. Das realle Leben scheint draußen zu bleiben. Aber das stimmt eben nicht. Wir haben es in uns und tragen es auch an solche Orte wie das Alte Wasserwerk. Wir tragen dieses Wirklichkeit, die uns belastet, stresst, erfreut, fröhlich stimmt, humorvoll ist, zu Tränen rührt, immer in uns, mit uns herum. Und meine Form, um diese Sitaution zu bändigen, ist die Kunst.

    Heute war Ausstellungstag. Morgen wird sicherlich auch ein Ausstellungstag sein. Die Zahl der Besucher war heute allerdings überschaubar. Einige kamen ein zweites Mal um den Fortgang der Arbeit zu sehen. Das fand ich sehr schön. Danke!. Monika hat aus unsere Ausstellung, weil sie noch an einigen Werken gearbeitet hat, dann doch noch zur Werkstatt hin geöffnet.

    Mein monatliches 2SIM-Treffen fand heute auch am Alten Wasserwerk statt. Die Details können hier nachgelesen werden.

    Es tauchte mehrmals durch Besucher die Frage auf, was uns das Ganze gegeben hat?

    Für mich war es ein Arbeitsprozess, der Gott sei dank nicht zu sehr kopflastig,  aber reflektorisch angelegt war. Ich habe einiges im technischen Bereich  der Malerei als Zeichnung gelernt und erfahren. Ich habe es geschafft, die Offenheit des Arbeitsthemas sehr grob planerisch einzugrenzen und dennoch das Experimentelle bzw. Prozesshafte der Vorgehensweise aufrecht erhalten zu können. Ich fühlte mich frei in der Arbeit und gesichert im Dialog mit Nanni bzw. Monika. Ich konnte zudem meine Art des Zeichnens durch die Dreischrittigkeit meines Vorgehens (Skizzen auf Postkarten, Entwürfe als Aquarell, Übertrag auf die Leinwand)  erweitern. Vor der Leinwand war  dann mein Kopf beim Malen, das aber eher ein malerisches Zeichnen war, nicht leer, sondern ich war in der Lage Formen, Kompositionen, Konturen spontan abzurufen.

    Und alles ist in meinen Film eingeflossen, so wie ich es erhofft hatte: [ >> Surium, der Film.]

    Ich fühlte mich gut aufgehoben und sehr wohl.

  • Surium 11-06-2011

    Eine gewisse Leichtigkeit kann ich unserem Projekt nicht absprechen: Nannis Bilder zeigen sie, das Verspielte der Skulpturen von Monika  und meine Arbeiten ebenfalls. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, verbindende Elemente gesucht, aber auch die gedankliche Arbeit hatte keine Schwere. Unsere Werkgespräche, die Metabetrachtung, ohne die Kunst nicht wachsen kann, hatten den gewünschten Tiefgang, aber keine kunsttheoretische Überhöhung – und besaßen daher auch diese Leichtigkeit.

    Die Wabe hat sich zum zentralen, gemeinsamen Motiv bei Nanni und mir entwickelt -obwohl wir beide SURIUM ganz unterschiedlich – auch heute wieder – verstehen: bei Nanni als Seelenzustand, bei mir als süßer Stoff, der etwas, was auch immer, mit uns Menschen anstellt.

    Das heutige Arbeiten war schon mitgeprägt von der Frage, was und wie wir ausstellen wollen. Versuche von perfekten Arrangements im Raum haben wir gemeinsam verworfen und den Werkcharakter unserer Ausstellung wieder in den Vordergrund gestellt. Es kamen in den letzten Wochen ja viele, die eine Ausstellung sehen wollten und Atelierarbeit sahen. Ab morgen sehen sie eine Ausstellung in der noch gearbeitet wird. Der Schwerpunkt hat sich also verlagert.